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Kapellenausstattung gesucht

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Für die neue Kapelle im Studentenhaus Thomas Morus-Heim in Wien werden noch gesucht:
- 4 moderne Kaseln in den liturgischen Farben (violett, weiß, rot, grün)
- dazupassend Stolen + für 2 Konzelebranten
- Kelch, Patene, Ziborium
- Weihrauchfass, Schiffchen und Ständer
- 1 Kerzenständer (klein) für den Altar und 1 Ständer für die Osterkerze
- Altarglocken (4Klang)
Für eine Nische wird eine Madonnenstatue mit Kind in neugotischem Stil gesucht (Höhe ca. 50 cm) gesucht.

Kategorien: Schwarzes Brett

Zum Üben ins Archiv - Praktika in Ordensarchiven

MiRKO -

  Ein sechswöchiges Pflichtpraktikum müssen die Studierenden des Masterstudiums der Archivwissenschaften absolvieren. Aber was ist ein Pflichtpraktikum, und was ist der Unterschied zu einem Ferialpraktikum oder zu einem Volonatariat? Was muss ein Archiv rechtlich und finanziell bedenken, wenn es Praktikanten aufnimmt. Auf diese Fragen geht der Stiftsarchivar des Schottenstifts, Maximilian Alexander Trofaier, in seinem Beitrag in MiRKo ein.

 

Hinabgestiegen in das Reich des Todes

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

P. Peter van Meijl, langjähriger Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft der Ordensarchive Österreichs und ausgewiesener Experte für Ordensgeschichte, macht uns ein besonderes Angebot: Als Pfarrer hat er über viele Jahre die Michaelerkirche in Wien betreut und war auch mit der aufwändigen Restaurierung der bedeutenden Gruft befasst. Schon oft hat er interessierte BesucherInnen und Fachleute durch die Begräbnisstätte geführt.

Kategorien: Nachrichten aus den OrdenVeranstaltungen

Ein Fest für die Bibliothek

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Zu einem großen Dankesfest wurden am Freitag, 29. September 2017 die Unterstützer der Restaurierungsarbeiten der Bibliothek ins Stift St. Florian geladen. Propst Johann Holzinger und Stiftsbibliothekar DDr. Karl Rehberger durften zahlreiche Freunde des Hauses und Größen aus Wirtschaft und Kultur im Marmorsaal des Stiftes begrüßen. Bei einem bunten Programm wurde den Gästen das Projekt der Restaurierung noch einmal nähergebracht.

Kategorien: Nachrichten aus den OrdenAus Archiven, Bibliotheken und Sammlungen

Veranstaltungshinweis Oktober 2017: 50 Jahre VÖA – „Spurensuche in die Zukunft“

Archiv des Schottenstifts -

Am 25. Oktober 2017 findet unter dem Titel „Spurensuche in die Zukunft“ eine Festveranstaltung zum Jubiläum 50 Jahre Verband Österreichischer Archivarinnen und Archivare (VÖA) im Haus der Industrie in Wien statt. Nach einer Podiumsdiskussion zum Thema „Archivare als Informationsbroker der modernen Wissensgesellschaft“ wird der Schriftsteller Egyd Gstättner den Festvortrag zum Thema „Archivare im Wechselspiel zwischen Macht, Verantwortung und Demut“ halten. Das genaue Programm gibt es hier. Eine Anmeldung ist bis 19. Oktober 2017 möglich!

Brockes von Fritzsch

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Manchmal einfach nur ein Bild…

Dieses zeigt Barthold Heinrich Brockes (1680-1747), Hamburger Dichter der frühen deutschen Aufklärung.  Es fand sich als einzelnes Blättchen dermaleinst in einem  Umschlag in einer Gymnasialbibliothek in Altona. Offensichtlich ein ausgetrenntes Frontispiz, ließ sich kein Werk des Bibliotheksbestand als Ursprungsort ausmachen; woher es stammt, wie’s in den Umschlag kam und von wem es wann in der Bibliothek deponiert worden war, bleibt unbekannt.

Es handelt sich um einen feinen und erkennbar routinierten Kupferstich, datiert 1744: „Gravé par Fritzsch“ sagt die gestochene Bildlegende,  so als müsse jeder den Stecher kennen. Christian Fritzsch (1695-1769) hat einen Eintrag im Thieme/Becker und infolgedessen immerhin einen Wikipediaartikel. Dass der Mann ein Hamburger Starporträtist mit nachfolgendem Familienbetrieb gewesen ist, zeigen Hamburger digitalisierte Bestände.

Mein Scan war eine Sicherung,  die eines einsamen und fragilen Oktav-Blättchens in seinem Umschlag.

Neuer Stiftsarchivar in St. Paul

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Mein Name ist P. Petrus Tschreppitsch OSB und ich bin Benediktiner im Konvent des Benediktinerstiftes St. Paul im Lavanttal. Seit kurzem zählt zu meinen Ämtern, für die ich verantwortlich bin, auch das Amt des Archivars – eigentlich eine völlig neue Materie für mich persönlich. Da unser Archiv nicht gerade unscheinbar klein ist und auch bekannt durch mancherlei Besonderheiten, bedarf es jemanden, der im Archiv für Ordnung und für Verantwortung sorgt.

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ICARUS and the European Time Machine

International Centre for Archival Research (ICARUS) -

European Time Machine Consortium Steering Committee elected On September 18th, the steering committee of the European Time Machine Consortium was elected. Goal of the project consortium is to obtain 1 billion EUR of funding to support Digital Humanities in Europe. The project aim is to make more than 2000 years of history accessible to researchers, […]

Gottfried Undesser OFMCap. (1933-2017)

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

„Zum ersten Mal begegnete ich Br. Gottfried am 1. April 2003 in Luzern. Manchen mag es erstaunen, dass dieses Treffen so präsent ist, dass es sich an einem konkreten Datum festmachen lässt. Mein Kollege Christian Schweizer, Provinzarchivar der Schweizer Kapuzinerprovinz, und ich hatten die Archivare und Bibliothekare der benachbarten Kapuzinerprovinzen erstmalig zu einem Workshop nach Luzern eingeladen.

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Gregor Lechner OSB (1940-2017)

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Der Leiter der Graphischen Sammlung des Stiftes Göttweig, der bekannte Kunsthistoriker P. Gregor Lechner, ist wenige Tage nach seinem 77. Geburtstag verstorben. Der gebürtige Bayer und promovierte Kunsthistoriker und Byzantist schloss sich 1971 in Augsburg dem Dominikanerorden an, bevor er 1974 in die Benediktinerabtei Göttweig übertrat. 1975 wurde er zum Priester geweiht, 1978 legte er die ewige Profess ab. Gleich nach seinem Eintritt wurde er Archivar, Bibliothekar und Kustos des Stiftes.

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Der katholische Bund im Sack

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Im Jahr 1586 schlossen sich in der Schweiz die sieben katholisch gebliebenen Orte der Alten Eidgenossenschaft in einem Bund zusammen und verpflichteten sich, am alten Glauben festzuhalten. Der „katholische Bund“ wurde natürlich mit Brief und Siegel befestigt. Und für diese Urkunde hat man ein eigenes Leckersäckchen, geziert mit den Wappen der sieben Schweizer Orte, angefertigt - eine kleine, aber feine Rarität in der Geschichte der Archive.

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Reisende Mönche zu Napoleons Zeiten

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Zwei Salzburger Benediktiner besuchten zu Napoleons Zeiten Papst Pius VII. sowie Königin Karolina. Spannende Einblicke in das Leben des frühen 19. Jahrhunderts verspricht ein mehr als 1.000 Seiten umfassendes Werk, das St. Peters Erzabt Korbinian Birnbacher herausgegeben hat. Darin zu lesen sind die – erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglichen – Erfahrungen der beiden Salzburger Benediktinermönche Albert Nagnzaun und Alois Stubhahn im Italien des 19. Jahrhunderts.

Kategorien: Nachrichten aus den OrdenAus Archiven, Bibliotheken und SammlungenOrdenshistorischesFachliteratur

Linzer Diözesangeschichte

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

“ … durch und durch katholisch und durch und durch oberösterreichisch - 1918 und die Folgen in der Kirche“ - das ist der Titel des 5. Symposion zur Linzer Diözesangeschichte am 29. September 2017. Mit diesem Thema greift das diesjährige Symposion des Linzer Diözesangeschichtsvereins das Jubläum „100 Jahre Republik Österreich (1918 − 2018)“ auf und geht bei seiner jährlichen Veranstaltung - diesmal in Kooperation mit dem Oberösterreichischen Landesarchiv -  den Spuren der politischen Kirche in der Ersten Republik nach.

Kategorien: VeranstaltungshinweiseTerminvorschau

Tabernakel abzugeben

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Die Kreuzschwestern lösen in Wien eine Kapelle auf und suchen einen würdigen neuen Platz für einen schönen Tabernakel.

Es handelt sich um einen holzgeschnitzten, vergoldeten, barockisierenden Tabernakel, 2geschoßig mit Standkreuz, Kelchsymbol und Volutendekor. Der Tabernakel stammt aus der Zeit um 1900, seine Maße sind 58 cm x 68 cm und er ist 156 cm hoch.

Kategorien: Schwarzes Brett

Pfarrblatt-Bericht über Matrikelbücher

Archiv des Schottenstifts -

Der Bestand der Matrikelbücher der Schottenpfarre wurde an dieser Stelle bereits vor einiger Zeit allgemein vorgestellt. In der aktuellen Ausgabe des Pfarrblatts der Schottenpfarre erschien nun ein kurzer Bericht zum Bestand, in welchem auch einzelne besondere Einträge aus Tauf-, Trauungs- und Sterbebüchern präsentiert werden:

Maximilian Alexander Trofaier, Von der Wiege bis zur Bahre. Die Matrikelbücher der Schottenpfarre (Quellenmaterial zur Pfarrgeschichte 3), in: Schottenpfarrblatt 60 (2017) 6.

Das gesamte Pfarrblatt ist auch online abrufbar.

Call for Papers – Klöster und Befestigungen

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Die 27. Tagung der Wartburg-Gesellschaft findet in Zusammenarbeit mit der Donau-Universität Krems und dem Institut für Realienkunde sowie der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung im Mai 2019 in Krems an der Donau (A) statt. Sie ist dem Thema „Klosterbefestigungen – Klöster, Stifte und Wehrbau“ gewidmet.

Kategorien: Veranstaltungshinweise

Tag des Denkmals

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Der Tag des Denkmals wird jährlich vom Österreichischen Bundesdenkmalamt durchgeführt. Zahlreiche denkmalgeschützte Objekte, darunter auch viele Klöster, öffnen bei freiem Eintritt ihre Tore, spezielle Programmpunkte und Führungen ermöglichen einen ganz besonderen Blick auf das kulturelles Erbe. Das Motto lautet heuer „Heimat großer Töchter“. Beim umfangreichen Programm machen folgende Orden und Klöster mit: in Kärnten und Oberösterreich beteiligen sich die Elisabethinen.

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Aus meinem Journal des Luxus und der Moden (3)

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Barbaren

(2005)

Die Überprüfung der in einem Eintrag von kg vom Dezember 2004 in www.netbib.de verzeichneten „historischen Gymnasialbibliotheken“ ergab ein buntes Bild, was die jeweilige Betreuung (und auch die Präsentation im Netz) betrifft: mal umsorgt ein Mitglied des Kollegiums den Bestand (Konstanz, Hamburg), mal ist’s die Landesbibliothek (Coburg), mal ist ein Bibliothekar fest angestellt (Stade), mal hat ein Förderverein einen „Direktor“ installiert (Hadamar), mal hält eine Pensionär den Laden offen und in Schuss (Seesen). Auch die Präsentation im Netz reicht von bildschön (Rastatt) bis überhaupt nicht (Düsseldorf, wo nur nach eingehender Erforschung der Seite überhaupt ein Hinweis auf den genialen Status der Bibliothek zu bekommen ist!); manche haben auch bereits den virtuellen Zugang eröffnet, durch Fördervereine (Jever) oder durch eine Zentralbibliothek. Jeder macht es nach seinen Möglichkeiten und wie es zu seinem Haus und zu seinem Ort passt.

***

Als ich die Namen der historischen Schulbibliotheken des Ostens las, bei denen kg ebenso wie bei den oben genannten Orten auf ein Magdeburger Verzeichnis von Handschriften verweist, hab ich gegrinst. Ein „Gymnasium“, gar noch ein „Stifts-„, „Dom- „, geschweige denn ein „Fürstliches“ hat es dort seit drei Generationen nicht gegeben; das hieß „Oberschule“ und war etwas anderes. „Gymnasien“ sind in Sachsen, Thüringen oder Brandenburg nicht mal fünfzehn Jahre alt. Gibt man die „alten“ Namen im Computer in eine Suchmaschine ein, landet man fast ausschließlich auf der von kg benutzten Handschriftenverzeichnis-Seite. Die Schul-Orte existieren nicht mehr; die schöne barocke Anlage z. B. der Templiner Anstalt, des „Joachimsthalschen Gymnasiums“, ist zwar noch da, aber „in Zerfall“.

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Bis auf den heutigen Tag weitestgehend unbekannt geblieben ist eine DDR-weite Maßnahme in den Jahren nach der Boden- und Verwaltungsreform 1952/53. Die Behörden ließen systematisch alle kleinen und mittleren Rats-, Stifts-, Schul-, Kirchen-, Kloster- und besonders Hofbibliotheken zerschlagen: Die Bestände wurden restlos auf Lastwagen verladen und abgekarrt, zunächst komplett nach Leipzig zwecks Feststellung der Dubletten – ein völlig absurdes und nur auf dem Papier existierendes Unterfangen. Ein Teil landete in den großen Landes- und Universitätsbibliotheken, aber wohl nur, wenn zufällig jemand in der Nähe war, der das veranlasste, oder weil eine gotische Minuskel die Lesbarkeit nur für kleinste Kreise garantierte; der größte Teil wurde als Altpapier zu Makulatur zermatscht oder, sofern etwas den Barbaren irgendwie wertvoll erschien, als Dublette in den bundesdeutschen Antiquariatshandel verschoben zwecks Beschaffung von Devisen. (Dazu findet sich im Internet ein Hinweis von Rüdiger Wirth: Die Zerschlagung der historischen Buchbestände in der DDR1, in dem ein Artikel aus der NZZ vom April 2002 zitiert wird und auch ein funktionierender Link zu diesem Artikel existiert; netbib.de2 hat diesen Artikel3 auch im Archiv.)

Was mit den in den Bibliotheken verwahrten Archiven der Rathäuser, Stifte, Schulen, Kirchen, Klöster und Höfe passierte, wird vielleicht nie mehr aufzuklären sein. Was in dem NZZ-Artikel 2002 steht, ist womöglich auch noch nicht die ganze Wahrheit. Meine Frau Mutter, Jg. 1926, erinnert sich an einen Kommilitonen, der ihr in den 50er Jahren in Greifswald erzählte, er habe in Leipzig gesehen, wie man große Haufen aus alten Büchern gemacht und angezündet habe, er sei – wie andere Menschen auch – hinzu gelaufen und habe, was noch nicht angekokelt war, für sich genommen; es seien sehr alte Sachen gewesen.

Die Favorisierung von „einem an den Grundwerten des Sozialismus orientierten Buchbestand“ hat ganz zweifellos die Ignoranz für Jahrzehnte befördert; einen ministeriell in Zeiten des Friedens veranlassten Akt der Barbarei entschuldigt sie nicht.

Denn was ein solcher Akt bewirkt, zeigt ein Blick ins Internet. Nur ein einziger der von kg genannten Namen existiert4 – das Gymnasium Ernestinum in Gotha, 1990 „wieder“ gegründet. Der historische Buchbestand dieser Anstalt befindet sich „nicht weit entfernt“ in der „Forschungs- und Universitätsbibliothek Gotha/Erfurt“. Der Bestand hat Glück gehabt; irgendein Retter muss Anfang der 50er Jahre gewusst haben, wie man die Sachen bei Nacht und Nebel in eine nächstgelegene unantastbare, weil große Bibliothek schafft. Keine der anderen von kg genannten Schul-Orte hatte dieses Glück; keiner der anderen Orte ist „wieder“ gegründet worden. Schulpforta ist keine Ausnahme, sondern der Bestand dieser Anstalt war einfach zu umfangreich gewesen, um ihn unbemerkt zu entsorgen; die Gefahr, dass irgendein englischer oder schwedischer Journalist eine derartig gigantische Aktion mitkriegt, war zu groß.

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Meine Anstalt in Hamburg, das Christianeum in Altona, residiert in einem Bauhaus-inspirierten Gebäude von Arne Jacobsen, bezogen 1972, die Lehrer sind gut gekleidet und nicht von gestern, die jungen Leute frönen zuweilen der Hip-Hop-Culture und bekiffen sich mitunter wie überall auf der Welt. Dass im Haus eine große, teilweise alarmgesicherte Bibliothek mit u.a. 17 mittelalterlichen Handschriften und ca. 60 Inkunabeln existiert, ist keineswegs ein täglich Schulbrot, man ist von heute und nicht verstaubt, dennoch scheint hier womöglich mehr zu liegen (bzw. zu stehen) als der Beweis, dass die Anstalt bereits über 260 Jahre alt ist; Sammlung und Archiv erlauben wahrscheinlich das, was man Identität nennt, das unbestreitbare Dasein an einem Ort und mit einem Namen.

Auf welcher Grundlage sollte jemand auf die Idee kommen, z. B. in Freiberg (Sachsen) ein Albertinum5 „wieder“ zu gründen? Weil eine Internet-Seite (z.B. netbib) ein „Albertinum, Freiberg (Sachsen)“ anzeigt? Wenn nicht einmal festzustellen ist, was für ein „Albert“ von Sachsen – Scholastiker oder Prinz – der Namensgeber der Anstalt war? Wenn selbst die offizielle Internet-Seite der Stadt kein Wort zur Ortsgeschichte verliert?

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50 Jahre, tempi passati. Gleichwohl bleibt für mich nach wie vor der Skandal, dass die Verluste im Bewusstsein der Öffentlichkeit dem Begriff „Beute“ zugeordnet worden sind und immer noch werden, also den Ereignissen in der sowjetisch besetzten Zone 1945/46. Tatsächlich ist in der von kg in netbib aufgeführten Liste nur ein Ort genannt, der nachweislich 1946 seinen Buchbestand als „Beute“ verloren hat: das Domgymnasium in Halberstadt (das auch nicht mehr existiert). Das wirklich Ungeheuerliche ist, dass bis heute – außer einem Schweizer Redakteur – hierzustaate niemand zur Kenntnis nehmen mag, dass es ein Unterschied ist, ob in chaotischen Zeiten Sieger und Hasardeure abräumen oder ob im Namen der eigenen Obrigkeit abgeräumt wird. (Dies sei denen ins Stammbuch geschrieben, die sich – egal, ob aus Existenzsorge oder als intellektuelle Koketterie – diese DDR wieder zurück wünschen.)

Es gibt chaotische Zustände, die verletzen; es gibt bürokratische Maßnahmen, die vertilgen. Vielleicht liegt in kg.s Anregung, sich um eine Kommunikation zwischen den historischen Schulbibliotheken zu kümmern, ja mehr als die technische Frage, ob und wie man sich mit seinen Schätzen öffentlich macht.

7. Januar 2005

Nachwort

Das Journal des Luxus und der Moden, erschienen zwischen 1786 und 1827, war eine beliebte Monatszeitschrift für die neuesten Trends. Das Magazin wurde von der Bibliothek des Christianeums (Hamburg) gehalten; dieses und weitere Zeitschriftenbestände gelangten 1946/47 in die Staatsbibliothek Hamburg.

Ich führe seit über zehn Jahren einen Dateiordner mit jenem Titel auf meiner Festplatte, den ich immer mal wieder ergänze. Barbaren war ein Brief und eine Empörung.

Diesen Artikel zitieren: Felicitas Noeske, "Aus meinem Journal des Luxus und der Moden (3)," in bibliotheca.gym, 13/09/2017, https://histgymbib.hypotheses.org/2854. Anmerkungen
  1. Diskussionsforum des Freiberger Altertumsvereins, 7. September 2002; nicht mehr online archiviert
  2. heute: http://log.netbib.de/
  3. Dirk Sangmeister: Ein Akt der grossen Kulturbarbarei. In: Neue Zürcher Zeitung, 25. April 2002
  4. Seit 2005 wurden eine Reihe von Anstalten (auch online) wiederbelebt.
  5. Lebt als Geschwister-Scholl-Gymnasium und hat seine Gymnasialbibliothek bewahrt

Oldalak

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