Külföldi egyházi levéltári hírek

Tagung "Sakralisierung der Landschaft", Stift Seitenstetten, 11.-13. Oktober 2017

Diözesanarchiv St. Pölten - h, 06/26/2017 - 13:07
In Sidebar anzeigen:  ja Die Sakralisierung der Landschaft. Inbesitznahme, Gestaltung und Verwendung im Zeichen der Gegenreformation in Mitteleuropa

 

Internationale Tagung

Stift Seitenstetten/NÖ

11.-13. Oktober 2017

 

Nähere Informationen und Anmeldung finden Sie hier.

Magazin der Steyler Missionare geht online

Seit 1963 erscheint viermal im Jahr das „Beinanderbleiben“ der Steyler Missionare, ursprünglich als Insider-Infoblatt konzipiert. Die Mitteleuropäische Provinz (Frankreich, Schweiz, Österreich, Kroatien) führt die Tradition der Zeitschrift fort, viermal im Jahr kompakt über Aktivitäten im Bereich der Steyler Missionare zu informieren. Zielgruppe sind einerseits nach wie vor die Steyler Missionare selbst sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, andererseits auch jene, die sich für das Wirken der Steyler Missionare interessieren. Dass Generalsuperior P.

Kategorien: Nachrichten aus den OrdenÖffentlichkeitsarbeit

Sterbeeintrag und Gedenktafel für Johann Jakob von Marinoni

Archiv des Schottenstifts - h, 06/26/2017 - 10:53

Unter jenen zahlreichen Personen, die über die Jahrhunderte hinweg in der Krypta des Schottenstifts bestattet wurden, findet sich auch der aus Udine gebürtige Johann Jakob von Marinoni (1676–1755), ein herausragender Mathematiker, Astronom und Geodät (Landvermesser) des 18. Jahrhunderts.

Als Hofmathematiker war er 1706 gemeinsam mit Leander Anguissola und Johann Lukas Hildebrandt an der Erstellung des berühmten Anguissola-Marinoni-Plans von Wien beteiligt, welcher erstmals auch die Vorstädte innerhalb des Linienwalls präzise aufnahm. 1719 plante Marinoni die Katastervermessung des Herzogtums Mailand, die als erste wissenschaftliche Vermessung eines Staates gelten kann. Seine bedeutendste Leistungen ist vermutlich jedoch die Weiterentwicklung des geodätischen Messtisches, der in seiner verbesserten Form ein schnelleres und genaueres Arbeiten ermöglichte. 

Auch in der Plansammlung des Archivs des Schottenstifts findet sich ein Werk Marinonis: eine Aufnahme der Besitzungen des Klosters in und um Breitenlee (heute im 22. Wiener Gemeindebezirk), die gerade in den letzten Jahren wiederholt das Interesse der Forschung geweckt hat.

Da Marinoni im Pfarrgebiet der Schottenpfarre wohnte, wurde sein Tod am10. Jänner 1755 in den Matriken der Pfarre vermerkt.

PfA Schotten Stb 8

Der Eintrag zum 12. Jänner 1755 im entsprechenden Sterbebuch, das heute im Stiftsarchiv aufbewahrt wird, lautet: „Dem hochedlgebohrnen herrn Johann Jacob Edler von Marinoni, römischer kayserlicher Mayestät rath, auch hoff mathematicus und erster director der kayserlich königlichen ingenieur academie, aus dero eigener behausung auf der Mölcker pastey, in unser krufften begraben worden, alt 79 jahr.“

PfA Schotten Stb 8, fol. 309r

Bislang erinnerte in der Krypta nichts an diese hier bestattete bedeutende  Persönlichkeit. Vor Kurzem wurde jedoch eine vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen finanzierte Gedenktafel angebracht.

Gedenktafel für Johann Jakob von Marinoni in der Krypta des Schottenstifts

Einen Bericht über die Enthüllung der Gedenktafel, der auch weitere Details zu Leben und Werk Marinonis enthält, gibt es auf der Website des Schottenstifts.

Das Matrikelbuch mit dem Sterbeeintrag Marinonis kann noch bis Ende September 2017 im Museum im Schottenstift besichtigt werden. Der Zugang erfolgt über den Klosterladen (Freyung 6, 1010 Wien).

Neues KIoster sucht Ausstattung

„Ich heiße Nikolai Biskup und ich diene als römisch-katholischer Priester im Erzbistum Lemberg. Ich diene auch in der Kurie als Vertreter des Ökonomen unserer Diözese. Unser Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki ist bemüht, dass sich Pfarreien und Ordensgemeinschaften in unserer Diözese sowie in der Ukraine entwickeln. Viele neue Kirchen und Pfarrheime wurden bei uns noch nicht ausgestattet. Im Erzbistum Lemberg wird ein Benediktinerinnenkloster für 21 Nonnen neu gebaut. Der Erzbischof sucht eine Ausstattung für das Kloster und die Kapelle in dem Kloster.

Kategorien: Schwarzes Brett

Auf Film gebannt: Veranstaltungsdokumentation

„Ich leite für die Ordensgemeinschaften Österreich den Bereich Kultur und Dokumentation. Dokumentation ist wichtig, damit wir erinnern, was wir erfahren und gelernt haben. Darum haben wir zum Beispiel die Zeitschrift Mitteilungen des Referats für die Kulturgüter der Orden (MiRKO) gegründet, in der wir Tagungsvorträge dokumentieren. Mir war auch immer die Bilddokumentation unserer Veranstaltungen ein Anliegen, und ich habe fleißig bei all unseren Tagungen und Kursen fotografiert.

Kategorien: Rückblick

VIDEO: Stift Herzogenburg, Jahrestagung der kirchlichen Bibliotheken 2017

Ein paar Einblicke in das wunderschöne Stift Herzogenburg, kurz vor Beginn der Jahrestagung der kirchlichen Bibliotheken Österreichs am 22. Mai 2017. Ein Film von Helga Penz.

Kategorien: Videos

VIDEO: Jahrestagung der Diözesanarchive und der Ordensarchive 2017

Gemeinsame Jahrestagung der Diözesanarchive und der Ordensarchive, 12.-14. Juni 2017. Ein Film von Helga Penz.

 

Kategorien: VideosRückblickArchive

Jahresprogramm 2018

Hier sind die Termine der Tagungen im Bereich Kultur der Ordensgemeinschaften Österreich im Jahr 2018. Die Kurstermine, genauere Informationen und Programmfolder werden wir im Herbst veröffentlichen, aber wir bitten, schon jetzt die Tagungstermine vorzumerken:

22. Jänner 2018: Studientag der Archive der Kirchen und Religionsgemeinschaften, Archiv der Erzdiözese Salzburg.

9.-11. April 2018: Gemeinsame Jahrestagung der deutschen und der österreichischen Ordensarchive, Exerzitienhaus Schloss Fürstenried, München.

Kategorien: VorschauJahresprogramm

Kultur bewegt - Herbsttagung 2017

Unter dem Titel „Aufbruch bewegt“ wird bei der heurigen Herbsttagung der Ordensgemeinschaften Österreich das Glaubenszeugnis der Ordenschristen in der Welt im Mittelpunkt stehen. Hauptreferentin des Ordenstages, zu dem nicht nur Ordensleute, sondern auch alle ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herzlich eingeladen sind, ist die Äbtissin des Klosters Waldsassen M. Laetitia Fech.

Kategorien: TermineVorschau

Eine gar nicht trockene Bibliothekentagung

Nicht nur weil Propst Maximilian Fürnsinn den BibliothekarInnen ein Fass Bier spendierte, war die heurige Jahrestagung der kirchlichen  Bibliotheken alles andere als eine trockene Angelegenheit.

Kategorien: TermineRückblickBibliotheken

Gemeinsam für die Zukunft arbeiten: Jahrestagung der Diözesan- und der Ordensarchive

ArchivarInnen sind nicht nur Spezialisten der Vergangenheit, sie sind vor allem ZukunftsarbeiterInnen: Sie kümmern sich darum, dass von unseren heutigen Erfahrungen und Entscheidungen auch zukünftige Generationen wissen und profitieren können. Wie wichtig das ist, aber auch mit welchen großen Herausforderungen verbunden, darüber sprachen die kirchlichen ArchivarInnen Österreichs bei ihrer Jahrestagung von 12. bis 14. Juni 2017 in Innsbruck - vor der herrlichen Bergkulisse Tirols:

Kategorien: RückblickArchive

Buchneuerscheinung: 300 Jahre Salesianerinnen in Wien

Über zwei Jahre ist es her, dass wir bei den Wiener Salesianerinnen angefragt haben, ob wir zum kommenden Jubiläum ein Buch über Geschichte und Kunstgeschichte des Klosters machen dürfen. Das setzte, wie es Sr. Maria Gratia Baier, Oberin des Wiener Heimsuchungsklosters in ihrer Ansprache beim Festakt nannte, eine „Vorbereitungsbewegung“ in Gang.

Kategorien: Nachrichten aus den OrdenJubiläenOrdenshistorisches

Düsseldorf: „Bildung durch Bücher?“

Gymnasialbibliotheken und -archive - p, 06/16/2017 - 21:52
Staatliches Görres-Gymnasium Düsseldorf. Foto: Eberhard Dilba (Quelle + Lizenz)

Im Herbst 2015 wies ich hier auf ein Blog der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf hin: „Bildung durch Bücher?“ Das Projekt zu den Beständen der historischen  Bibliothek des Görres-Gymnasiums in Düsseldorf, für das Kristina Hartfiel verantwortlich zeichnet, wird nun in einer Abschlusspräsentation im Haus der Universität in Düsseldorf vorgestellt:

Schadowplatz 14 in Düsseldorf, 2011. Foto: Jörg Wiegels (Quelle + Lizenz)

Abschlusspräsentation des Projektes Bildung durch Bücher? Die historische Lehrerbibliothek des Görres-Gymnasiums

26.06.17   /  18:00 – 20:00
HHU Düsseldorf, Institut für Geschichtswissenschaften, Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit
Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf

Elenco delle sigle degli Ordini religiosi maschili

Come tutti certamente sapranno, i nomi dei religiosi, uomini e donne, sono di norma seguiti dalla sigla del rispettivo ordine di appartenenza, ad esempio: Jorge Mario Bergoglio, SI; Raffaele Farina, SDB; Prosper Grech, OSA; Franc Rodé, CM; Marc Ouellet, PSS; … Continua a leggere →

P. Albert Hübl – Bibliothekar, Archivar, Gymnasialdirektor

Archiv des Schottenstifts - p, 06/09/2017 - 08:30

Der Historiker Pater Albert Hübl (1867–1931) zählt zu den bedeutendsten Mönchen des Schottenklosters; seine Leistungen wirken noch heute nach, seine Werke sind nach wie vor in Verwendung. Am 21. Juli dieses Jahres jährt sich sein Geburtstag zum 150. Mal – Anlass für eine Würdigung in Form einer kleinen Sonderpräsentation im Museum im Schottenstift wie auch hier im Blog.

Geboren wurde der junge Karl Hübl am 21. Juli 1867 als Sohn eines Simmeringer Gastwirtes (heute 11. Wiener Gemeindebezirk). Nach dem Besuch des Schottengymnasiums trat er 1885 unter dem Ordensnamen Albert in die Schottenabtei ein und studierte an der Universität Wien zunächst Theologie, danach auch Geschichte und Geographie. 1890 wurde er zum Priester geweiht, ab 1895 unterrichtete er selbst am stiftseigenen Gymnasium.

Neben seiner Lehrtätigkeit wurde Hübl im Kloster mit den Aufgaben des Bibliothekars (1901), des Kustos des Münzkabinetts (1902) sowie des Archivars (1918) betraut. Als solcher verfasste er die immer noch maßgeblichen gedruckten Kataloge der Handschriften, der Inkunabeln und der lateinischen und griechischen Münzen der numismatischen Sammlung des Schottenstifts. 1919 wurde er außerdem zum Direktor des Schottengymnasiums ernannt. Sämtliche Funktionen übte er bis kurz vor seinem Tod am 24. Dezember 1931 aus.

Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen belegen seine langjährigen Forschungen. Hübl war unter anderem Vorstandsmitglied des Vereins für Geschichte der Stadt Wien, Vizepräsident der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft, Obmann der historischen Sektion der Österreichischen Leo-Gesellschaft und Mitglied der Lehrbücherkommission. 1922 wurde er zum Regierungsrat, 1927 zum Hofrat ernannt. Für seine Verdienste erhielt er außerdem das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone. 

Das ohne Zweifel am weitesten verbreitete Werk Albert Hübls ist sein 1899 erschienener Catalogus codicum manu scriptorum qui in Bibliotheca Monasterii B.M.V. ad Scotos Vindobonae servantur, sein Katalog der Handschriften­sammlung des Schottenstifts, der noch heute von Forschenden auf der ganzen Welt herangezogen wird. Ihm verdanken alle Codices des Hauses auch ihre sogenannten „Hübl-Signaturen“.

Cod. 26 (Hübl 26), fol. 1r
Gregor der Große: Moralia in Iob (15. Jh.)
Rechts zum direkten Vergleich der entsprechende Eintrag im Hübl-Katalog.

Nach seinem Handschriftenkatalog veröffentlichte Albert Hübl in seiner Funktion als Bibliothekar 1904 den Katalog Die Inkunabeln der Bibliothek des Stiftes Schotten in Wien.

Albert Hübl: Die Inkunabeln der Bibliothek des Stiftes Schotten in Wien (1904).

Diese Arbeit war wohl auch ausschlaggebend dafür, dass Hübl 1913 vom k. k. Minister für Kultus und Unterricht, Max Hussarek von Heinlein, in jene Kommission zur Erfassung der österreichischen Inkunabelbestände berufen wurde, welche dem preußischen Projekt des Gesamtkatalogs der Wiegendrucke zuarbeiten sollte.

Berufung Albert Hübls in die Inkunabelkommission (6. Juli 1913).

Im Jahr 1907 erschien Albert Hübls Geschichte des Unterrichtes im Stifte Schotten in Wien, die sich nicht nur mit dem Schottengymnasium, sondern auch mit den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Vorgängerschulen im Kloster beschäftigte.

Albert Hübl: Geschichte des Unterrichtes im Stifte Schotten in Wien (1907).

Aus dieser Arbeit schöpfte er auch für seinen allgemeinen Aufsatz Die Schulen, der Teil des 1914 vom Alterthumsverein zu Wien (heute Verein für Geschichte der Stadt Wien) herausgegebenen fünften Bands der Geschichte der Stadt Wien war, welcher sich mit der Zeit vom Ende des Mittelalters bis zum Regierungsantritt Maria Theresias beschäftigte. Im gleichen Jahr erschien im Rahmen einer Sonderpublikation des Schotten­gymnasiums Hübls Aufsatz Die Wiener Schotten und das Mutterkloster St. Jakob in Regensburg, der nicht nur die irische Periode des Schottenstifts vor 1418 behandelt, sondern auch auf den in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts andauernden Konflikt mit dem einstigen Mutterhaus eingeht.

Ebenfalls 1914 veröffentlichte Albert Hübl seine Baugeschichte des Stiftes Schotten in Wien in den Berichten und Mitteilungen des Alterthumsvereines zu Wien. Seither hat diese für die Hausgeschichte bedeutende Arbeit eine stete Rezeption erfahren. Zu diesem Aufsatz erhielt Hübl auch ein Gratulationsschreiben aus Rumänien vom Bukarester Erzbischof Raymund Netzhammer, dem er zuvor bei einer münzkundlichen Recherche behilflich gewesen war. Die Postkarte datiert vom 22. Juli 1914 – eine Woche später brach der Erste Weltkrieg aus!

Erzbischof Raymund Netzhammer an P. Albert Hübl (22. Juli 1914).

1917 erschien Hübls Aufsatz Die Bruderschaften an der Schottenkirche in Wien, zunächst als Sonderdruck, dann 1918 abermals in den Berichten und Mitteilungen des Alterthumsvereines zu Wien, der sich erstmals mit diesem Thema beschäftigte. Es folgte kurz darauf eine Publikation zu den Neujahrsbildern dieser Bruderschaften. Eine wohlwollende Kurzrezension dieses Artikels verfasste der renommierte Kirchenhistoriker Ernst Tomek – ein ehemaliger Schüler Hübls! – 1919 für das Allgemeine Literaturblatt.

Ernst Tomek: Kurzrezension zu Die Bruderschaften (1919).

Abseits der Wissenschaften prägte Albert Hübl sein Umfeld aber auch als Lehrer und Gymnasialdirektor. Eindrücklich belegt dies ein aus Steenokkerzeel in Belgien gesandter Brief der einstigen österreichischen Kaiserin Zita von Bourbon-Parma vom 2. März 1931, mit welchem diese Hübl für seine Mitwirkung an der Reifeprüfungskommission für den jungen Otto von Habsburg dankte. Dieser hatte im Jahr 1929 im Exil weilend die Matura gemäß den bis 1918 gültigen Regeln sowohl der österreichischen wie auch der ungarischen Reichshälfte abgelegt. Ottos Vater Karl I., der letzte Kaiser von Österreich, war Jahrzehnte zuvor Schüler Hübls am Schottengymnasium gewesen.

Dankesschreiben der Kaiserin Zita (2. März 1931).

Am 24. Dezember 1931 verstarb Albert Hübl nach längerer Krankheit.

Partezettel für P. Albert Hübl (1931).

Als eine von mehreren Zeitungen berichtete auch das Neue Wiener Journal am 29. Dezember 1931 vom Begräbnis Hübls am Vortag. Unter den genannten Anwesenden stechen vor allem der österreichische Bundespräsident Wilhelm Miklas, der österreichische Bundeskanzler Karl Buresch und der Wiener Erzbischof Friedrich Gustav Kardinal Piffl hervor.

Neues Wiener Journal: Bericht über das Begräbnis Albert Hübls (29. Dezember 1931).

Im Stiftsarchiv zeugen zahlreiche Kondolenzschreiben hochrangiger Politiker und anderer Personen des öffentlichen Lebens von der hohen Wertschätzung gegenüber Albert Hübl. So bekundeten etwa sowohl Bundespräsident Miklas (handschriftlich!) als auch Bundeskanzler Buresch dem Abt-Koadjutor Hermann Peichl am 28. Dezember 1931 ihr Beileid zum Tod Hübls.

Kondolenzschreiben von Bundespräsident Wilhelm Miklas an Abt-Koadjutor Hermann Peichl (28. Dezember 1931). Kondolenzschreiben von Bundeskanzler Karl Buresch an Abt-Koadjutor Hermann Peichl (28. Dezember 1931).

Abschließend hier noch ein Porträt P. Albert Hübls: Diese undatierte Photographie zeigt ihn in seiner Funktion als Gymnasialdirektor in der Direktionskanzlei des Schottengymnasiums. Der abgebildete Schreibtisch ist heute noch im Stiftsarchiv in Verwendung.

P. Albert Hübl (ca. 1920er-Jahre)

Die Sonderpräsentation „P. Albert Hübl – Bibliothekar, Archivar, Gymnasialdirektor“ kann von Juni bis Ende September 2017 im Museum im Schottenstift besichtigt werden. Der Zugang erfolgt über den Klosterladen (Freyung 6, 1010 Wien).

Dieser Beitrag erscheint zugleich auch anlässlich des Internationalen Tags der Archive 2017.

Toller Fund in der Bibliothek des Franziskanergymnasiums in Bozen

Gymnasialbibliotheken und -archive - k, 06/06/2017 - 21:27
Einmalige Entdeckung im FranziskanerGYMNASIUM in Bozen

Nicht nur Klosterbibliotheken bergen Schätze, sondern auch in Gymnasialbibliotheken schlummert Verborgenes, der Fehler sei dem titelnden Redakteur der südtiroler Zeitung ausnahmsweise verziehen.  In der Makulatur eines alten Bucheinbands verborgen (und anlässlich einer Restaurierung ans Licht gebracht): mehrere Blätter zweier im frühen 16. Jahrhundert auf Papier gedruckter Werke sowie Fragmente einer mittelalterlichen  „Schwabenspiegel“-Handschrift auf Pergament, datiert ins 13. Jahrhundert, könnten nicht passender den vorigen bibliotheca.gym-Artikel zur Zweckentfremdung: Pergamentmakulatur illustrieren – und als ob’s verabredet gewesen wär‘: dass wir Angelika Pedron, die mit der Erschließung der Bibliothek des Franziskanergymnasiums in Bozen beauftragt ist,  für ihre Arbeit zu den Büchersammlungen des Vinzentinums in Brixen bereits würdigen durften, sei  auch erwähnt. Glückwunsch aus dem Norden für ihre nunmehrige Entdeckung!

Nebenbei: Es wäre schon schön, wenn’s  Projekte wie die in Südtirol für Gymnasialbibliotheken auch nördlich der Alpen gäbe…!

(Gefunden bei Archivalia; auch bei VÖBBLOG: http://www.univie.ac.at/voeb/blog/?p=43552 )

Fast befriedigende Matura am Schottengymnasium

Archiv des Schottenstifts - sze, 05/31/2017 - 15:14

In den nächsten Tagen stöhnen wieder Schülerinnen und Schüler am Schottengymnasium wie in ganz Österreich bei der mündlichen Matura. Denjenigen, die einen Antritt in Latein wagen, mag als Trost dienen, dass man früher nicht nur Übersetzungen vom Lateinischen ins Deutsche anfertigen musste, sondern auch umgekehrt. Das machte auch dem jungen Karl Hübl 1885 bei der schriftlichen Matura am Schottengymnasium zu schaffen: Den deutsch-lateinischen Prüfungsteil beurteilte sein Prüfer nur als fast befriedigend. P. Hugo Mareta, der die Prüfungen in Latein und Deutsch abnahm, war von 1856 bis 1902 längstdienender Lehrer des Schottengymnasiums und konnte sich daher wohl eine kreativere Benotung erlauben.

Schriftliche Maturaarbeit (deutsch-lateinisch) von Karl Hübl (1885)

In der mündlichen Prüfung konnte sich sein Schüler dann offensichtlich des „Fast“ entledigen: Wie im Zeugnis vom 2. Juli 1885 zu lesen ist, schloss Hübl die Latein-Matura schließlich doch noch mit einem Befriedigend ab. 

Maturazeugnis von Karl Hübl (1885)

Bleibt die Frage, warum die schriftliche Maturaarbeit des jungen Karl heute im Stiftsarchiv aufbewahrt wird? Nun, Karl trat noch im gleichen Jahr als Novize unter dem Ordensnamen Albert ins Schottenstift ein und wurde hier in der Folge Lehrer, Bibliothekar sowie Archivar; ab 1919 war er außerdem Direktor des Schottengymnasiums. Wohl in dieser Funktion sicherte er sich die eigene Maturaarbeit als privates Erinnerungsstück, weshalb sie heute in seinem Nachlass im Stiftsarchiv zu finden ist.

Mehr zu P. Albert Hübl gibt es bald an dieser Stelle.

Penicillium und Aspergillus. Dekontaminierungsaktion Inkunabelsammlung

Archiv des Schottenstifts - k, 05/23/2017 - 15:26

In diesen Tagen wurde im Rahmen einer großangelegten Dekontaminierungsaktion dem (überwiegend inaktiven) Schimmelbefall in der Inkunabelsammlung zu Leibe gerückt. Nachdem vor einiger Zeit im Zuge der Anbringung von Buchschuhen und Schubern an den Inkunabeln einige Fälle von altem Schimmelbefall festgestellt wurden, konnte nun endlich die konservatorische Bearbeitung der kontaminierten Bücher durch Restauratorin Dr. Bettina Dräxler beginnen. Dies ist notwendig, da auch inaktive Schimmelpilze unter günstigen Bedingungen – zum Teil Jahrzehnte später – wieder aktiv werden und damit weitere Schäden hervorrufen können. Ebenso können angrenzende Bücher ebenfalls kontaminiert werden. Nicht zuletzt stellen Schimmelpilze auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, weshalb die betroffenen Inkunabeln von der Benutzung ausgeschlossen werden mussten. Aufgrund der größeren Anzahl der zu behandelnden Bände (ca. 30 Stück), erschien es pragmatischer, die Dekontaminierung direkt vor Ort durchzuführen. Auch Archivmitarbeiterin Larissa Rasinger durfte dem Restauratorenteam nach einer kurzen Einschulung dabei zur Hand gehen. 

Die bisher zur Isolation in Seidenpapier verpackten Bände wurden zunächst sowohl außen als auch zwischen den einzelnen Blättern mit einem Spezialstaubsauger mit HEPA-Filter abgesaugt. Nach dem Absaugen verbliebene Auflagen wurden – wo möglich – zusätzlich mit einem Latexschwämmchen abgetragen. Anschließend wurden die betroffenen Stellen mit Ethanol behandelt, um den Schimmel abzutöten, und die Bücher danach zum Trocknen aufgestellt. Handschuhe und Atemmasken sind bei solchen Arbeiten aufgrund der gesundheitsgefährdenden Wirkung der Sporen Pflicht. In Ermangelung eines geeigneten Manipulationsraums wurden die Arbeiten im Handschriftenarchiv durchgeführt, weshalb die übrigen im Raum befindlichen Bibliotheksbestände mit Folien vor einer Kontaminierung geschützt wurden.

Neben der Dekontaminierung des Schimmels konnte durch die Reinigung zum Teil auch der optische Eindruck befallener Seiten wieder verbessert werden. Verfärbungen des Papiers – wie beispielsweise violette, grüne und gräuliche Flecken – entstehen durch Stoffwechselprodukte der Mikroorganismen und können leider nicht mehr entfernt werden. Allerdings ist für stark geschädigte Bücher, bei denen durch den Befall beispielsweise bereits eine Schwächung der Papiersubstanz eingetreten ist, in einem zweiten Schritt eine zusätzliche Restaurierung in der Restaurierwerkstätte außer Haus geplant. Den mikroskopischen Übeltätern aber – Penicillium und Aspergillus – ist nun jedenfalls der Garaus gemacht.

VIDEO: Blicke werfen – Jahrestagung Kirchenpädagogik

Jahrestagung Kirchenpädagogik
11.-12. Mai 2017
Kardinal König Haus

Kategorien: Videos

Schauspiel zur Tagung Staupitz, Luther und Salzburg

Ingo Glückler und Markus Bürscher stellen das Leben des Johann von Staupitz an dessen Grab eindrucksvoll nach. Staupitz war Lehrer, Beichtvater und Freund Martin Luthers und in seinen letzten Lebensjahren Abt des Benediktinerklosters St. Peter.

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