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Jahresberichte (1892-1912) des Gymnasiums in Schlawe

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Gefunden im Blog Pommerscher Greif:

Ein ganzer Schwung Jahresberichte (1892-1912) des Gymnasiums in Schlawe ist nun online in der “Kujawsko-Pomorska Digitale Bibliothek” verfügbar. Interessant für die Familienforschung, da Schülerverzeichnisse vorhanden sind, teilweise mit näheren persönlichen Angaben.

https://kpbc.umk.pl/dlibra/publication/217871#structure

Digishelf.de – schon mal gehört?

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Von einer Plattform digishelf.de hatte ich noch nie etwas gehört.  Klaus Graf (Archivalia) machte mich darauf aufmerksam, weil’s in seinem RSS-Feed aufgetaucht war:

Digishelf ist die digitale Bibliothek des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg (BSZ) und der Verbundzentrale des GBV (VZG). Digishelf steht allen Einrichtungen offen, die selbst keine Installation zur Bearbeitung, Verwaltung und Präsentation ihrer digitalisierten Sammlungen einrichten. Betrieben wird Digishelf von der VZG auf Grundlage der Software-suite Goobi. Bestand und Entwicklung sind langfristig und verlässlich gesichert.

Für Gymnasialbibliotheken eine gute Sache, denn die verfügen in der Regel nicht über eine eigene „Installation zur Bearbeitung, Verwaltung und Präsentation ihrer digitalen Sammlungen”.

GW M49160: Digitalisat aus der Bibliothek des Christianeums in Hamburg bei digishelf.de

Bei digishelf.de findet man zum Beispiel das Digitalisat einer der über fünfzig Inkunabeln der historischen Bibliothek des Gymnasiums in Hamburg, GW M49160, neben anderen Scans von Drucken des 17. Jahrhunderts aus der Bibliothek und von Dokumenten aus dem Schularchiv.

Am Christianeum hat – laut Homepage – der Elternrat  eine „Ag Digitalisierung“ eingerichtet – toll, denn da wird offenbar etwas gemacht! Allerdings findet google die Digitalisate, die bei digishelf.de sogar einen Permalink haben,  nicht. Das heißt: sie bedürfen einer online-Erschließung, zuallererst allerdings einer Verlinkung in digishelf.de selbst (hat das Christianeum noch nicht) und dann auch auf der Schul-Homepage, denn bei google-Suche mit christianeum digitalisate wird man sogleich zu einer Seite geführt, auf der bereits erstellte und im Netz zugängliche Digitalisate aufgelistet sind; damit ist ein erster Schritt gegeben zur „Bearbeitung, Verwaltung und Präsentation […] digitalisierte[r] Sammlungen” einer Gymnasialbibliothek.

Identifizierung einer Inkunabel

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Unter dem Titel Unerwartete Entdeckung annonciert die  Dombibliothek Hildesheim einen bislang nicht, weil fehlerhaft verzeichneten Druck:

[…]Bei dem Druck mit der Hildesheimer Signatur EG 402 handelt es sich um ein Gebet an die Heilige Anna, verfasst im Jahr 1494 von Johannes Trithemius und gedruckt von Melchior Lotter in Leipzig – leider ohne Nennung des Druckdatums.[…]

Unterstützt von Oliver Duntze und Falk Eisermann vom Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Berlin,  wurden an dem Hildesheimer Druck gegenüber anderen Ausgaben, mit denen dieser Druck bislang als identisch angesehen wurde,  entscheidende Änderungen im Layout festgestellt, die ihm und zwei weiteren erhaltenen Drucken in Wolfenbüttel und Regensburg eine eigene GW-Nummer bescheren werden (M4754550, noch nicht abrufbar). Hilfreich war insbesondere auch die Digitalisierung, die einen präzisen Vergleich der Drucke ermöglichte.

Josephinum Hildesheim, vor 1912 (Quelle)

Basis ist indes der von Konrad Ernst erstellte und in zwei Bänden gedruckte Katalog der Incunabula Hildeshemensia, die 1908 und 1909 als Addita Programmatis Gymnasii Episcopalis Josephinum, als Ergänzung derjährlichen Schulprogramme des Bischöflichen Gymnasiums Josephinum Hildesheim, erschienen waren. Insgesamt 270 Einträge weist der zweibändige Katalog aus.  Professor Dr. Konrad Ernst (1866-1934) war Schüler des Josephinums gewesen und von 1911 bis 1929 der Direktor der Anstalt. Im 19. Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Gymnasialbibliotheken, die neben aktueller Literatur über einen historischen Altbestand vor 1800 erschienener Drucke und Handschriften verfügten, stets von den Direktoren geleitet und erforscht. Die Schulhomepage weist Ernst als „bedeutenden Inkunabelforscher” aus.

Die Bibliothek  wurde 1942 aus der Schule in die Dombibliothek verbracht. Die Schulhomepage erwähnt auf der Seite zur über 1000jährigen Geschichte der Anstalt im Abschnitt zum 17. Jahrhundert eine „Bibliothek, die noch heute besteht”;  die Dombibliothek erforscht nach nunmehr fast 80 Jahren den über 100 Jahre alten Katalog und verlinkt ihre Seite zum Josephinum in dem aktuellen Erfolgsbericht nicht.

Siehe auch

Liste der ausgelagerten Gymnasialbibliotheken

Fabian Handbuch der historischen Buchbestände, 1.13 ff.

Beitragsbild

Domhof Hildesheim, Foto: Hildesheimer Michel (2013)  (Quelle + Lizenz)

#Netzwerk goes zoom zur dritten Runde 2020

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Von oben nach unten (beginnend oben von links nach rechts ): Aachen, Karlsruhe, Bielefeld, Husum, Jever, Straubing, Hamburg, nochmal Husum und ganz unten Recklinghausen.

Wenn Covid 19 eine Reise verbietet, zum Beispiel zu unserem diesjährigen Treffen des Netzwerks Historische Schulbibliotheken, dann machen wir’s eben mal bei zoom. Am Nachmittag des 7. November 2020 versammelten sich etwas weniger Teilnehmer als angemeldet an ihren Displays. Bis auf Aachen, Jever und Recklinghausen waren  Kameraeinstellung und Beleuchtung  unsererseits durchaus noch optimierbar, das geheimnisvolle Straubinger Harry-Potter-Licht würde ich persönlich indes gern beibehalten sehen mögen.  Das Protokoll wird etwas anders aussehen als sonst und so wie zuvor demnächst hier als Pdf unten angehängt werden. Die Tagesordnung, perfekt moderiert von Recklinghausen,  umkreiste Förderungsmöglichkeiten, Scanneranschaffung und -möglichkeiten, Bestandserhaltung und Restaurierung der alten Bestände.  Wie stets, wenn die knappen finanziellen Ressourcen angesprochen werden – in den genannten Aspekten zentral -,  kam die Rede auf die Öffentlichkeitsarbeit. Dazu konnte Jever respektable Beispiele liefern, zuletzt durch eine brandneue  Publikation, die der Runde auch vorgestellt wurde: Die Bibliothek des Mariengymnasiums in Jever  – ein Kosmos für sich. Über das Buch wird noch zu berichten sein.

Ein solch (in diesem Fall: erstes)  virtuelles Treffen im Briefmarken-Format mit gelegentlichen Programmschluckauf  ist – so der gemeinsame Befund – allemal viel besser als das immerhin durchaus hilfreiche Netzwerken im Mailformat, kann aber ein Treffen im Raum niemals ersetzen – allein, weil sich die Neugier auf einen (physischen) Gang durch eine historische Büchersammlung nicht wirklich befriedigen lässt, genausowenig wie die Neugier auf Menschen. Apropos: Imagefilm war auch ein Thema, die beiden bei uns  vorhandenen wurden gelobt und weitere ermutigt.

Im kommenden Jahr 2021  wird die fürs Jahr 2020 geplante Tagung mit dem ursprünglich vorgesehenen Programm („Digitalisierung“) dann hoffentlich wirklich stattfinden können,  bereits avisiert für die jahreszeitlich gippearme Zeit und mitten in eine  600-Jahrfeier hinein: nein, nicht die einer Stadt, sondern die einer Schule mit historischer Bibliothek .

Bernhard Fabian feierte 90. Geburtstagsfest

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Der Literatur- und Buchwissenschaftler Bernhard Fabian wurde am 29. September 2020 90 Jahre alt, Michael Knoche widmete ihm eine kompetende Würdigung.  Das von Fabian konzipierte und von über tausend Mitarbeitern in den Jahren von 1991 bis 2011 erstellte Handbuch der historischen Buchbestände ist heute nach wie vor unerlässlich für die Vernetzung und Erforschung von historischen Schulbibliotheken.

Bibliothek des Petrinums in Brilon

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Die historische Bibliothek des Gymnasiums Petrinum in Brilon, basierend auf den Beständen einer von den Minoriten im 17. Jahrhundert gegründeten Klosterschule, wurde vor fünf Jahren ausgelagert. Sie befindet sich seit 2015 im Museum Haus Hövener.1 Dort hat sie eine eigene Seite als Historische Bibliothek2 Den Umfang der historischen Sammlung gibt das Museum mit ca. 5000  Exemplaren an.3 1989 waren fürs Fabian Handbuch der historischen Buchbestände ca. 3700 Bände einer Lehrerbibliothek konstatiert worden, von denen ca. 1650 Titel dem Altbestand zuzurechen seien.4

Siehe auch

bibliotheca.gym: Liste der ausgelagerten Gymnasialbibliotheken

Literatur

Reinhard Feldmann: Historische Sammlungen der Schulbibliotheken im Rheinland und in Westfalen.  Schulbibliothek aktuell 2/93, Anm. 9, S. 156 (Pdf)

Beitragsbild

Gymnasium Petrinum in Brilon, 2006 (Foto: Martin Herbst 2006, Quelle + Lizenz)

Anmerkungen
  1. Eröffnung der Historischen Bibliothek – ein Eldorado für Wissenschaftler und Forscher – ein tolles Erlebnis für Museumsbesucher (bei: BRILON totallokal, 16. Juni 2015; abgerufen am 30. Oktober 2020)
  2. Leider sind die Scans nur als Briefmarken vorhanden. So ist z. B. ein Werk aus dem 17. Jahrhundert, eine Anleitung für Teufelsaustreibungen  aus Brilon von 1689, offensichtlich in eine Handschrift eingebunden, die man in dem Miniaturformat allerdings nicht entziffern kann.
  3. Homepage des Museums: Historische Bibliothek
  4. Reinhard Feldmann: Bibliothek des Gymnasiums Petrinum, Stand 1989.  Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und Europa. Hrsg. von Bernhard Fabian. Digitalisiert von Günter Kükenshöner. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003

Neubetrachtung von Abt Matthias Fink

Archiv des Schottenstifts -

Ein neuer Aufsatz von Stiftsarchivar Maximilian Alexander Trofaier widmet sich einer der ambivalenteren Persönlichkeiten unter den Äbten des Schottenstifts:

Maximilian Alexander Trofaier, Matthias Fink, ein verschwenderischer Abt des Wiener Schottenklosters (1467–1475) und ungarischer Sekretär der österreichischen Herzoge? Eine Neubetrachtung, in: Semper ad fontes. Festschrift für Christian Lackner zum 60. Geburtstag, hg. von Claudia Feller und Daniel Luger (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 76, Wien 2020) 357–373.

Finks Rolle in der Historiographie war bislang vor allem durch seine Resignation und Flucht aufgrund der Anhäufung einer hohen Schuldenlast definiert. Im Beitrag werden die unterschiedlichen historiographischen Aussagen zu Fink durch Vergleich mit den vorhandenen Quellen einer kritischen Beurteilung unterzogen. Zudem wird der Versuch unternommen, die Stationen seines Lebens, soweit sie nachvollziehbar sind, neu bzw. ergänzend zu beleuchten. Einen kurzen Exkurs bildet dabei die Frage, ob Fink der Auftraggeber des spätgotischen Schottenaltars gewesen sein kann.

Oldalak

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