Külföldi egyházi levéltári hírek

Erstnennung der Wiener Stephanskirche

Archiv des Schottenstifts -

Der Ursprungsbau des Wiener Stephansdoms entstand bereits Mitte des 12. Jahrhunderts, in Schriftquellen finden sich aber lange Zeit keine oder nur indirekte Hinweise auf dieses neue Kirchengebäude.1 Die älteste dezidierte Nennung der Kirche mit ihrem Stephanus-Patrozinium datiert vom 30. März 1220 und findet sich in einer Urkunde des Schottenstifts.

Urk 1220-03-30

Der österreichische Herzog Leopold VI. beurkundet darin eine Schenkung des Grafen Konrad von Hardegg von Weingärten und Äckern zu Pulkau an das Schottenkloster. Ausstellungsort der Urkunde ist dabei die Wiener Stephanskirche (Actum publice in ecclesia sancti Stephani Wienne).

Urk 1220-03-30 (Ausschnitt)

Zwar mag der Stephansdom also um einiges älter sein, namentlich ist er aber im heurigen Jahr 2020 genau seit 800 Jahren belegt!

Die Urkunde kann derzeit bis Ende Juni 2020 im Museum im Schottenstift besichtigt werden. Der Zugang erfolgt über den Klosterladen (Freyung 6, 1010 Wien).

  1. Zuletzt zu diesem Thema: Ferdinand Opll, Die Wiener Stephanskirche vor ihrer Erstnennung, in: Studien zur Wiener Geschichte. Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 75 (2019) 153–179.

Malbücher!:-)

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Wer erinnert sich nicht an sein gutes altes Malbuch? Nun sind Bibliotheken darauf gekommen,  Holzschnitte aus ihren historischen Beständen fürs Ausmalen zu publizieren:

• https://twitter.com/hashtag/colorourcollections?f=live
• https://hypebeast.com/2020/3/museums-libraries-free-downloadable-coloring-books

(gefunden bei Archivalia)

Das wäre doch eine schöne Sache auch für Gymnasialbibliotheken, ihre Bestände an Inkunabeln und Frühdrucken auf für Malbücher geeignete Holzschnitte hin zu durchforsten und zum Beispiel als Biblio-Malbücher beim schulischen Weihnachtsbasar (der kommt bestimmt..!) zu präsentieren. Ein Original  wie zum Beispiel oben aus einem Druck von 1497 sollte man allerdings nicht für künstlerische Versuche zur Verfügung stellen.

Siehe auch:

https://twitter.com/hashtag/colorourcollections?ref_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Eserp%7Ctwgr%5Ehashtag

Beitragsbild:

Stultifera Navis (Lateinische Übersetzung von Sebastian Brants Narrenschiff, besorgt von Jakob Lochner). Straßburg: Johann Grüninger, 1497; fol. 86r (Detail). Bibliothek des Christianeums, Sign. S 51/9

Hashtag #closedbutopen

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Was unter dem Hashtag #closedbutopen bei Twitter eher als Sammelsurium von allerlei Angeboten virtueller Bespaßung von geschlossenen Institutionen , Theatern, Museen nebst allerlei Kmmentaren daherkommt, findet sich bei Archivalia bereits gesichtet und sortiert.  Bei netbib lohnt der Besuch immer, da gibt’s auch ganz ohne Hashtag Interessantes aus der nicht nur bibliothekarischen Kulturwelt zu entdecken, wie zum Beispiel eine Gratisvorstellung von Renate Spingler,  Mezzosopranistin an der Hamburgischen Staatsoper.

Beitragsfoto: F. Noeske (2020,  CC BY-SA 4.0)

“Schule als Erinnerungsort”

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Meine alte Schule heute (Quelle + Lizenz)

[…] Schulen sind stets relevanter als Bahnhöfe. Sie sind lieux de mémoire unserer Lebenswelt, denn wir sind immer auch – je älter, desto intensiver – in Schul-Geschichten verstrickt (frei nach Wilhelm Schapp), die sich in unserem Gedächtnis festhaken, nicht loslassen, uns immer wieder beschäftigen.  […]

Gefunden bei:  Archivalia

 

“Näheres zur Leihbibliothek des Internet Archive und eine Anmerkung zu Schulbibliotheken”

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Gefunden bei Archivalia:

[…] Die High School in Massachusetts gilt als eine der besten in den USA. Da gehen einem die Augen über, wenn man sieht, dass die Schulbibliothek, die einen Link auf der Startseite hat, nicht weniger als 172 – überwiegend ausgezeichnete – Datenbanken für ihre Schüler*innen lizenziert hat. […] Ich habe mir von den Top 20 Schulen des Schulpreises die zwei am Namen kenntlichen Gymnasien herausgepickt. Das Aschaffenburger Gymnasium hat wenigstens eine Seite für die Schulbibliothek, auf der man dann auf zwei Angebote der lokalen Stadtbibliothek weiterverwiesen wird (Munzinger und Genios). Das TWG Dillingen hat eine Bibliothek, aber dazu gibt es auf der Website nichts! Wie sieht es denn mit den Preisträgern 2020 aus? Das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium Münster hat ebenfalls nichts zur Bibliothek auf der Website. Einer der Sieger von 2017, das Gymnasium Kirchheim in Bayern, hat zwar eine schauderhafte Website, aber sagt nichts über eine Schulbibliothek. Der Deutsche Bibliotheksverband bewertet Deutschland bei Schulbibliotheken als „Notstandsgebiet“, sagt die Wikipedia. […]

Vielleicht auch interessant für Gymnasialbibliotheken mit historischem Altbestand.

Absage der Tagung „6th Croatian ICARUS-Days“ in Rijeka/HR

International Centre for Archival Research (ICARUS) -

Sehr geehrte Kollegen, aufgrund der momentanen Umstände sahen wir uns gezwungen, die Veranstaltung „6th Croatian ICARUS-Days“ in Rijeka, Kroatien, zwischen 25. und 27. März 2020, abzusagen. Wir bitten um Verständnis und hoffen, die Tagung zu einem anderen Zeitpunkt nachholen zu können! In der Zwischenzeit wünscht Ihnen das Team von ICARUS alles Gute und Kraft für […]

Neue Publikation: Monastica Historia 4

Diözesanarchiv St. Pölten -

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Der vierte Band der Reihe Monastica Historia ist aus der Tagung mit dem Titel Orden und Stadt, Orden und ihre Wohltäter hervorgegangen, die am 24.-26. September 2018 in Telč (Teltsch) stattfand. Die Tagung wurde zu einem Fragenkomplex veranstaltet, der eng an das Projektthema Teltsch und die Jesuiten gebunden war. Das Teltscher Kolleg und das Tertiatshaus wurden 1651 von Franziska Slawata von Meggau gegründet.

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Die Bibliothek des Verdener Bürgermeisters Pfannkuche

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Gymnasialbibliotheken, vor allem die städtischen Gründungen der Frühen Neuzeit, waren durchweg nicht nur für Eleven und deren Professoren, sondern auch für die Bürger geöffnet.  Neben den Kirchen- und Ratsbibliotheken, die vorwiegend theologische bzw. rechtskundliche Schriften bewahrten, versorgten die Schulbibliotheken seit dem 17. Jahrhundert die städtischen Bürger mit philologischen Werken. Die Öffentlichkeit der Bestände machte dieser Bibliotheken zum interessanten Nachlassziel für Büchersammler, die für ihre Privatbibliotheken keine Erben hatten und mit einer Schenkung ans örtliche Gymnasium academicum ihre Namen als die geachteter Donatoren  unsterblich machten. So hütet zum Beispiel  die Bibliothek des Ratsgymnasiums in Bielefeld die Sammlung des preußischen Historikers Johann Wilhelm Löbell (1786–1863) und das Domgymnasium in Verden die Sammlung des Verdener Bürgermeisters Christoph Gottlieb Pfannkuche (1785–1868).

Pfannkuche , der selbst die Verdener Domschule besucht hatte, vermachte seine Bibliothek der Anstalt mit Testament vom 22. Mai 1863.  Nach seinem Tod 1868 wurde die Sammlung im Zuge eines Neubaus der Schule zunächst in die bereits vorhandene Bibliothek eingearbeitet und geriet dadurch im Laufe der Zeit als Sondersammlung  in Vergessenheit. Nun hat das Domgymnasium Verden diese einst private Bibliothek erstmals erschlossen und publiziert:

Domgymnasium Verden (Hrsg.): Die Bibliothek des Verdener Bürgermeisters Pfannkuche. Rekonstruktion eines kulturellen Erbes. Einführung und Katalog: Hartmut Bösche. Verden 2019. 140 Seiten. € 25,- ISBN 978-3-946166-15-3

Der Band wurde vom Domgymnasium Verden, verteten durch die Schulleitung, herausgegeben. Hartmut Bösche, ehemaliger Domgymnasiast, besorgte gemeinsam mit Ehemaligen und dem Leiter der historischen Bibliothek, Reinhard Nitsche, die Erfassung der über die Zeit in der alten  Bibliothek verstreuten Bücher Pfannkuches; die Schulleiterin, Frau Dr. Dorothea Blume, outet sich in ihrem Geleitwort als eine der „Bücherdetektive” (S. 7).

Die Exemplarliste wird eingeleitet von Hartmut Bösche: Christoph Gottlieb Pfannkuche (1785–1868). Ein Leben in Büchern. Mit Hilfe von Dokumenten  des Stadtarchivs Verden und des Niedersächsischen Landesarchivs Hannover – dessen Abteilung in Stade die Handschriften aus dem Besitz Pfannkuches verwahrt – versucht Bösche zum Beispiel  anhand von Auktionskatalogen nachzuzeichnen, wo Pfannkuche wann welche Werke erwarb und welches Interesse sich daraus jeweils ableiten lässt.

Christoph Gottlieb Pfannkuche, geboren und gestorben in Verden, hatte in Göttingen Rechtswissenschaften studiert, war nach kurzem Ausflug in ein Advokatendasein in seine Heimnatstadt zurückgekehrt und wurde dort Senator und Richter. Nach der Franzosenzeit wurde er 1837 zum Bürgermeister gewählt und erhielt ein Jahr später den Titel eines Landrats. Nach seiner Pensionierung 1855 widmete er sich der Geschichte seiner Stadt, über die er eine zweibändige Darstellung verfasste.

Johannes Calvin: Acta Synodi Tridentinae, Genf 1547 (Historische Bibliothek des Domgymnasiums Verden)

Die Liste seiner Gedruckte[n] Bücher enthält jeweils Verfasser, Titel, Erscheinungsort und -jahr; nach letzterem ist der Katalog geordnet. Das älteste Exemplar in Pfannkuches Sammlung, ein Lucanus-Druck, stammt aus Venedig, gedruckt in der Manutius-Offizin 1515; das jüngste erschien 1867. „Die  Signaturen”, so heißt es einleitend (S. 11), seien „innerhalb der heutigen Ordnung der Historischen Bibliothek […] im Domgymnasium belegt und dort zu erfahren. Bibliografische Daten zu den einzelnen Titeln können im Internet in den Verbundkatalogen GVK und KVK abgerufen werden.”

Friderich Martens: Spitzbergische oder Groenlandische Reise Beschreibung gethan im Jahr 1671, Hamburg 1675 (Historische Bibliothek des Domgymnasiums Verden)

Der “angemessen bibliophilen Form” (Geleitwort) des privat und durch Verdener Institutionen gesponserten Katalogs wird Rechnung getragen durch schöne Abbildungen und genauere Beschreibung einzelner Bücher. So wird zum Beispiel Friderich Martens’ Spitzbergische oder Groenlandische Reise Beschreibung  gethan im Jahr 1671  (gedruckt in Hamburg 1675), die gut 150 Jahre die Vorstellungen vom Nordmeer bestimmte, auf gleich zwei Seiten vorgestellt. Pfannkuches handschriftliches Testament wird als Scan mit Transkription ebenso aufgenommen wie ein Abdruck der 37 Seiten einer Veröffentlichung vom Herrn Senator Pfannkuche daselbst  von 1822 mit dem Titel: Ueber die ehemalige Reichsunmittelbarkleit der Stadt Verden, der den Abschluss des Bandes bildet.

Siehe auch

Schlagwort Verden bei bibliotheca.gym

Beitragsbild

Umschlagbild (Detail), mit freundlicher Genehmigung der Historischen Bibliothek des Domgymnasiums Verden.

Weblinks

Marie Lührs: Historische Bibliothek: Pfannkuches Erbe. In: Weser-Kurier, 27. September 2019.

Markus Wienken: „Ein Leben in Büchern“: Das kulturelle Erbe von Pfannkuche. In: kreiszeitung.de, 10. September 2019.

Krause: Pfannkuche, Christoph Gottlieb. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 25, Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 605 f.

Diesen Artikel zitieren: Felicitas Noeske, "Die Bibliothek des Verdener Bürgermeisters Pfannkuche," in bibliotheca.gym, 06/03/2020, https://histgymbib.hypotheses.org/8647.

 

03.-05.04.2020, Halle/Saale: 10 Jahre Matricula, 30 Jahre Compgen, 5 Jahre Archion

Diözesanarchiv St. Pölten -

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Die Jubiläumstagung steht unter dem Motto:

"Das zugängliche Archiv: Geschichtliche Familienforschung als digitale Bürgerwissenschaft"

Im Oktober 2019 besteht der Verein 30 Jahre. Grund genug, dieses Jubiläum ordentlich zu feiern!

Alle Einzelheiten rund um das Festwochenende sowie auch das umfangreiche Veranstaltungsprogramm finden sich auf der CompGen-Webseite:

https://www.compgen.de/das-zugaengliche-archiv/

 

27.-29.02.2020, Broumov: Tagung "Monastic Libraries between the Middle Ages and the Enlightenment"

Diözesanarchiv St. Pölten -

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Diözesanarchiv St. Pölten, Universität Königgrätz und Kloster Broumov veranstalten eine Tagung zum Thema "Klösterliche Bibliotheken zwischen Mittelalter und Aufklärung".

Call for papers (abgelaufen): http://www.dasp.at/sites/dasp.kirche.at/files/images/MH_V_CFPneu.pdf

Programm folgt

 

28.09.-01.10.2020, Kloster Želiv: Monasteria Abolita - Klosteraufhebungen vom 18. bis zum 20. Jhdt.

Diözesanarchiv St. Pölten -

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Konfiskation, Enteignung oder bloße Einziehung von klösterlichem Eigentum (beweglich und unbeweglich) sind Phänomene, die sich über die gesamte Existenzgeschichte dieser institutionellen Einheiten der katholischen Kirche erstrecken. Im Laufe der Geschichte waren teils nur bestimmte Gemeinschaften (wie zu Beginn des 14. Jahrhunderts der Templerorden) betroffen, teils ganze Gruppen (wie während der Josephinischen Reformen in der Habsburgermonarchie vorwiegend die kontemplativen Häuser) oder sogar konsequent die Gesamtheit aller, wie in Preußen in der Zeit des sog.

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Doktor Jorge und die Gymnasialbibliothek

Gymnasialbibliotheken und -archive -

In Literatur und Kintopp ist die geheimnisvoll umwitterte Bibliothek ein Topos. Als Urform der Universalbibliothek bildete die Bibliothek von Alexandria Legenden, so z. B. die heute bezweifelte Geschichte ihrer Zerstörung durch einen Großbrand im Jahr 48 v. Chr. Im Jahr 1963 wird im  Hollywood-Film Cleopatra der römische Feldherr Julius Caesar diesen Brand verursacht haben. In Gustave Flauberts Erzählung Bücherwahn  (1836) treibt ein bibliophiler Sammler mit einer verborgenen Bibliothek sein mörderisches Unwesen; in den Harry-Potter-Unterhaltungsromanen der 1990er/2000er Jahre enthalten dicke alte Schwarten der Zauberschule magische Formeln.

Die heute  vermutlich bekannteste Geschichte stammt von 1980, verfasst von dem italienischen Wissenschaftler und Schriftsteller Umberto Eco (1932–2016): Il nome della rosa (dt. Der Name der Rose, 1982). In dem Mittelalter-Roman  geht es um ein geheimnisvolles, Mönche mordendes Buch aus der Klosterbibliothek, die am Schluss in einem gewaltigen Showdown vom blinden Bibliothekar Jorge vollständig und mit ihm selbst darinnen abgefackelt wird. Die Figur des Jorge ist Ecos Hommage an Jorge Luis Borges (1899–1986), den argentinische Schriftsteller des Magischen Realismus und langjährigen Direktor der Nationalbibliothek in Buenos Aires. In seiner Erzählung Die Bibliothek von Babel (1941) beschwor Borges die Magie der Universalbibliothek.

Seit neuestem finden wir einen Jorge auch in der historischen Gymnasialbibliothek unserer Gegenwart, und zwar in Gestalt des Dr. Anton Hierlinger, Hüter einer Alten Bibliothek in einem bayerischen Gymnasium; der „schrullige Studienprofessor” (so ein Klappentext) geistert unterdessen durch drei Theaterstücke und einen ersten Roman.

Verfasser ist Hans Irler, geboren 1969 in Regensburg. Irler promovierte über den Minnesänger Heinrich von Morungen und unterrichtet Deutsch und Geschichte am Johannes–Turmair-Gymnasium in Straubing – eine Schule mit einer historischen Gymnasialbibliothek, die Irler leitet.1 Für die ebenfalls von ihm geleitete Theatergruppe der Schule hat er Stücke geschrieben: Die Hierlinger-Trilogie.2

Irler sieht auf dem Verlagsfoto  aus wie Harry Potter mit 50.3 Seinem Dr. Hierlinger verleiht er Züge von Borges – in einem Stück lässt Hierlinger längst vergangene Geschichten aus der Schule vor den Augen seiner jugendlichen Besucher lebendig geschehen – , in einem anderen hat Hierlinger im Archiv eine magische Brille gefunden, mit der seine Schüler in eine andere Zeit sehen und reisen können, eine Anspielung auf Ecos blinden Jorge?

Vor zwei Jahren legte Hans Irler seine erste längere Erzählung um Dr. Anton Hierlinger und seine Alte Bibliothek vor:

Hans Irler: Treppe in die andere Zeit. Roman. SüdOst Verlag in der Battenberg Gietl Verlag GmbH, Regenstauf 2018. 288 Seiten, € 16, 90. ISBN 978-3-95587-722-4.

Der unterdessen pensionierte „schrullige Studienprofessor” Hierlinger versorgt 2015 weiterhin die nunmehr vergessene Alte Bibliothek unterm Dach. Hinter einer Geheimtür führt eine versteckte Treppe direkt ins Jahr 1914,  die neugierige Schülerin Hannah und ihre Freundin Anna-Lena machen sich auf den Weg. Sie bleiben am Fuß der Treppe in ihrer Schule – sind dort aber  über 100 Jahre zuvor gelandet. Die Treppe funktioniert auch andersherum, so dass ihre neuen Schüler-Bekanntschaften Karl und Josef nun die Zukunft erkunden können, so wie die Mädchen die Vergangenheit. Der Beginn des Ersten Weltkriegs und die Flüchtlingskrise des Jahres 2015 werden vom Erzähler geschickt verknüpft und damit wird die Handlung zugespitzt, deren Fortgang, eine Liebsgeschichte gibt es auch, nicht verraten wird. Am Ende verwehrt Dr. Hierlinger dem geschichtsignoranten Schulleiter vehement das Wegschaffen der alten und angeblich überflüssigen Bücher: Dr. Jorge, nein: Hierlinger schließt sich ein in die Bibliothek, verbarrikadiert sie mithilfe einer Bücherlawine (nein, er zündet sie nicht an) und verschwindet als eine Art  leuchtend grüne Discokugel mitsamt der Vergilbüste durchs geschlossene Fenster in die unendlichen Weiten des nächtlichen Universums. Die Treppe hinter der Geheimtür ist für immer verschwunden.

Die Geschichte ist dramaturgisch gekonnt angelegt,  sie wird flott und liebevoll erzählt und ist nicht nur etwas für junge Leute.4 Wer Schulbibliotheken mit historischen Altbeständen kennt oder gar geleitet hat oder leitet, dürfte gelegentlich sein leicht hinterlistiges Vergnügen haben.

Auf der Homepage des Turmair-Gymnasiums findet sich eine von Schülern produzierte Fotofolge aus der Historischen Bibliothek der Anstalt. Schaut man sich die genauer an, kommt man nicht umhin, in der Umschlagcollage der Romanausgabe im Hintergrund Irlers Bibliothek zu erkennen.

Beitragsbild

Bibliothek des Francisceums in Zerbst. Foto: Concord (Quelle + Lizenz)

Abbildung

Buch auf Parkett. Foto: F. Noeske (Lizenz)

Anmerkungen
  1. Homepage des Turmair-Gymnasiums: Historische Bibliothek, Staatliche Bibliothek; siehe auch: Fabian Handbuch der historischen Buchbestände, Historische Bibliothek des Johannes-Turmair-Gymnasiums
  2. Die Hierlinger-Trilogie im Deutschen Theaterverlag, mit dem Vertrieb von Rollenbüchern und jeweiligen Textproben der Stücke
  3. Homepage Hans Irler
  4. Vergleiche dazu die Pressestimmen zu „Treppe in die andere Zeit”,  zusammengestellt auf der Homepage von Hans Irler

Grüße aus dem Lesesaal: Historische Bibliothek Rastatt

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Endermann, Heike (2019): Die Historische Bibliothek der Stadt Rastatt im Ludwig-­Wilhelm-Gymnasium. In: Zeitarbeit: Aus- und Weiterbildungszeitschrift für die Geschichtswissenschaften 1, S. 59-63. (Pdf, DOI)

Piaristenkolleg Rastatt. Zeichnung. Stadtarchiv Rastatt K 1766 (Standort der Historischen Bibliothek der Stadt Rastatt) Um 1736

Über die Schätze  der  Historischen Bibliothek der Stadt Rastatt, die im 18. Jahrhundert in einem Piaristenkolleg entstand, informiert bereits ein Wikipedia-Artikel. Bei bibliotheca gym, aber auch im Blog Archivalia, wurde schon über diese bemerkenswerte historische Schulbibliothek berichtet.1

Ende vergangenen Jahres erschien ein Aufsatz der Leiterin der Bibliothek Heike Endermann in einer neuen Zeitschrift namens  Zeitarbeit, herausgegeben von Hiram Kümper, Historisches Institut der Universität Mannheim; Kümper besetzt dort den Lehrstuhl für Geschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit. Die Zeitschrift erscheint zwei Mal im Jahr open access, mit der Heimstatt auf den Servern der Universitätsbibliothek Mannheim; deshalb mag jeder gern den Links oben folgen und den Artikel von Endermann selbst lesen.

Interessant finde ich die Rubrik: Grüße aus dem Lesesaal. Die Redaktion denkt sich diese so:

Wir stellen Archive, Bibliotheken und manchmal auch museale Sammlungen vor. Dabei geht es darum, auf die Bestände aufmerksam zu machen und über die Möglichkeiten der Nutzung zu informieren. Kurz: Wie mit jeder guten Postkarte aus dem Urlaub wollen wir dazu anregen, doch auch mal vorbeizu schauen.[…]

Man avisiert, dass man “kleinere Grüße aus den Lesesälen der Republik (und manchmal sogar darüber hinaus)” auch bei Facebook versende. Für die größeren – wie am Beispiel Rastatt auch bebildert, u.a. mit einer Handschrift, die noch unediert ihrer Erforschung harrt,2  – sind fünf Fragen zu beantworten:

• Was gibt es bei Euch zu finden?
• Welche ganz besonderen Stücke oder Bestände gibt es bei Euch?
• Was läuft sonst noch im Umfeld des Hauses?
• Wie kann ich mich informieren?
• Wie und wann kann ich kommen?

Dann mal los, Ihr Gymnasialbibliotheken, die Ihr hier mitlest: Hiram Kümper in Mannheim wartet auf Eufe Beiträge!

Beitragsbild

Großer Lese- und Vortragssaal der Historischen Bibliothek der Stadt Rastatt im Ludwig-­Wilhelm-Gymnasium. Foto: Historiograf (Quelle + Lizenz)

Anmerkungen Diesen Artikel zitieren: Felicitas Noeske, "Grüße aus dem Lesesaal: Historische Bibliothek Rastatt," in bibliotheca.gym, 03/03/2020, https://histgymbib.hypotheses.org/8732.
  1. Felicitas Noeske, “Die Historische Bibliothek der Stadt Rastatt,” in bibliotheca.gym, 15/04/2018, https://histgymbib.hypotheses.org/3142.; Klaus Graf,  “Aus Handschriften und Inkunabeln der Historischen Lehrerbibliothek des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums Rastatt,” in Archivalia, 15/11/2012, https://archivalia.hypotheses.org/8192.
  2. Bildbegleittext: «Gerardus de Vliederhovens „Die vier jüngsten Dinge“ (Sig. K 7), ein Erbauungstraktat aus dem 15. Jahrhundert über das Ende der Welt und der Jüngste Gericht. „Gedenk din letsten zyt, so sundestu ewenclich numer“, beginnt dieser Text, der noch gänzlich unediert ist und der Untersuchung harrt.» (Endermann 1/2019)  Das Pdf liefert im Vergrößerungsmodus eine angemessene Größe dieses Blattes, so dass eine erste Inaugenscheinnahme online möglich ist.

Digitalisat von Terenz-Handschrift online

Archiv des Schottenstifts -

Seit kurzem ist eine weitere Handschriften des Schottenstifts online im Webportal „Manuscripta.at – Mittelalterliche Handschriften in Österreich“ als Volldigitalisat frei einsehbar: Cod. 212 (Hübl 218) wurde Mitte des 15. Jahrhunderts in Wien geschrieben und enthält die Komödien des antiken römischen Dichters Publius Terentius Afer.

Die Digitalisate scheinen bereits vor 15 Jahren angefertigt worden zu sein, wurden jedoch erst jetzt auf einer CD-ROM wiederentdeckt und an das Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zur Online-Stellung weitergegeben!

Acht Volldigitalisate von Handschriften des Schottenstifts finden sich bereits seit 2017 auf Manuscripta.at, weitere Digitalisierungen sind nach Maßgabe der Möglichkeiten des Archivs geplant.

Minden: Geschichte einer Gymnasialbibliothek

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Rainer Kregel: Geschichte der Gymnasialbibliothek Minden. In: Westfälische Zeitschrift 139, 1989; S. 275–323. (Pdf; Viewer)

Die gut 30 Jahre alte Darstellung verdeutlicht, wie sich Gymnasialbibliotheken gleichsam auflösten im Zuge von Modernisierungen, hier bereits im 19. Jahrhundert, wie schwierig es in den 1920er Jahren wurde, die Bestände zu erfassen und zu versorgen, und wie die Bestände nach dem Zweiten Weltkrieg in “Leichenkellern” und auf Dachböden zunächst vergessen (Kregel, 321) und letzendlich dann verlagert wurden.

Ca. 9000 Exemplare an Altbeständen wurden 1974 dem Stadtarchiv Minden übergeben, dort lediglich aufbewahrt und erst  ab 1985  im Zuge der Umwandlung zum Kommunalarchiv angemessen aufgestellt und erfasst.

Der Internetauftritt des Ratsgymnasiums Minden kann eine stolze Chronik ab 1530 verzeichnen; eine Bibliothek, die dermaleinst im “Leichenkeller” landete, erwähnt die Chronik nicht. Das 1896 gegründete Besselgymnasium Minden, das Altbestände übernommen hatte und auf dem Dachboden vergaß, hat auf seiner Homepage gleich gar keinen Hinweis auf seine Geschichte.

Beitragsbild:

Ratsgymnasium Minden (Foto: TUBS, Quelle + Lizenz)

Zwei Autographe Ludwig van Beethovens

Archiv des Schottenstifts -

Im heurigen Jahr wird allerorts des 250. Geburtstages des Komponisten Ludwig van Beethoven (1770–1827) gedacht. Dem kann sich auch das Schottenstift nicht entziehen!

Im Archiv des Schottenstifts finden sich im Nachlass von P. Andreas Oberleitner (1789–1832), Mönch des Schottenstifts und Universitätsprofessor für orientalische Sprachen, zwei eigenhändige Schriftstücke Beethovens, ein Brief und ein Notenblatt. Diese sind derzeit im Rahmen einer Sonderpräsentation im Museum im Schottenstift zu sehen. Oberleitner erhielt die beiden Stücke auf eigenes Bitten hin von Beethovens Sekretär und späterem Biographen Anton Schindler (1795–1864).

Scr. 165/166 Nr. 18 m)
Brief Anton Schindlers an P. Andreas Oberleitner (6. Juli 1830, Ausschnitt).

Der autographe Brief Beethovens vom 22. Mai 1823 steht im Zusammenhang mit dem sogenannten „Neffenkonflikt“ Ludwigs mit seinem Neffen Karl van Beethoven (1806–1858; mehr dazu auf Wikipedia). Schindler geht in seinem Brief an Oberleitner oberflächlich auf die Umstände ein.

Scr. 165/166 Nr. 18 n)
Brief Ludwig van Beethovens an Karl van Beethoven (22. Mai 1823).

Das autographe Notenblatt scheint Schindler Oberleitner erst zu einem späteren Zeitpunkt zugesandt zu haben. Es enthält aber ebenfalls einen Vermerk Schindlers.

Scr. 165/166 Nr. 18 o)
Autographes Notenblatt Ludwig van Beethovens (undatiert).

Hinweise, um welches Stück es sich hierbei handelt, werden gerne entgegengenommen.

Die Sonderpräsentation kann von 27. Februar bis 26. September 2020 im Museum im Schottenstift besichtigt werden. Der Zugang erfolgt über den Klosterladen (Freyung 6, 1010 Wien).

Augustinus‘ “De civitate Dei” – Christliche Heilsgeschichte in einer provinziellen Kloster- und Schulbibliothek in Bielefeld

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Benjamin Magofsky / Dennis Burrichter

Die alte Schulbibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld besitzt sieben Handschriften, über 50 Inkunabeln und über 300 Postinkunabeln. Aus diesem Bestand wird im folgenden Artikel eine kommentierte lateinische Postinkunabel des Werkes Vom Gottesstaat (De civitate Dei) des Kirchenvaters Augustinus (354–430) untersucht.1 Die Ausgabe, die erstmalig 1489 durch den bedeutenden Baseler Buchdrucker und Verleger Johannes Amerbach (um 1440–1513) herausgegeben wurde, liegt in der Bibliothek in einer Fassung aus dem Jahre 1505 vor.

Nun soll nicht behauptet werden, die Werkausgabe selbst oder ihr Holzschnitt auf der zweiten Seite (s. Beitragsbild sowie Abb. 5) seien einzigartig oder künstlerisch außergewöhnlich; schließlich wurde das Werk vielfach gedruckt und neu aufgelegt, sodass weltweit noch immer zahlreiche Ausgaben existieren.2 Darüber hinaus wurden Inhalte des Gottesstaates3 oder auch Augustinus selbst4 häufig künstlerisch dargestellt. Der folgende Artikel legt daher den Schwerpunkt darauf, den Weg dieses für die abendländische Geschichte zentralen Werkes des Kirchenvaters Augustinus (Kap. 1) in die Bibliothek des heutigen Ratsgymnasiums Bielefeld nachzuzeichnen (Kap. 2) und die vorliegende Postinkunabel vorzustellen (Kap. 3).

I Augustinus und sein Hauptwerk De civitate Dei

Zu Augustinus selbst braucht an dieser Stelle nicht viel gesagt zu werden. Von 395 bis zu seinem Tod im Jahre 430 war er Bischof von Hippo Regius, einer damaligen Küstenstadt im Weströmischen Reich. Als einer der Kirchenväter avancierte er zum vielleicht wichtigsten Philosophen der Zeitenwende zwischen Spätantike und Frühmittelalter, der noch heute, 1600 Jahre später, manchem als „Lehrer des Abendlandes“ und „eine der Säulen der christlichen Philosophie“5 gilt.

Dazu trug maßgeblich auch sein 22 Bücher umfassendes, zwischen 413 und 427 entstandenes Werk Vom Gottesstaat (De civitate Dei) bei. Unter dem die Zeitgenossen schockierenden Eindruck der Eroberung und Plünderung Roms durch die von Alarich angeführten Westgoten im Jahre 410 entwirft Augustinus hiermit eine christliche Heilsgeschichte, die „in buchstäblichem Sinn den Geist der neuen Epoche“6 prägt und von einer Gegenüberstellung von weltlichem Staat (civitas terrena) und Gottesstaat (civitas dei) ausgeht. Diese beiden civitates stünden sich laut Augustinus zu allen Zeiten schroff gegenüber.7

Während der weltliche Staat mit dem sündigen Babylon und dem biblischen Brudermörder Kain durch Selbstliebe, Ruhm- und Herrschsucht sowie durch das Streben nach irdischen Gütern und weltlicher Macht gekennzeichnet sei, zeichneten den mit dem himmlischen Jerusalem und dem biblischen Abel verbundenen Gottesstaat sowohl Gottesliebe und Frömmigkeit als auch göttlicher Ruhm aus. So erhalte der Augustinische Gottesstaat seine Stärke durch Gott selbst, aber auch durch die gegenseitige Liebe der Menschen, d.h. also durch die Fürsorge der Mächtigen und den ihnen gebührenden Gehorsam der Untergebenen.8

De civitate Dei gilt heute zwar als „eines der Grundbücher der Christenheit“9 bzw. „das überhaupt wichtigste Werk christlich-politischen Staats- und Gerechtigkeitsdenkens“10 , doch inwiefern sind nun Werkausgaben des Augustinus nach Bielefeld und in den Schulbetrieb des dortigen Gymnasiums gelangt?

II Wie kommt eine Augustinus-Ausgabe aus dem Jahre 1505 in die Bielefelder Schulbibliothek?

Das heutige Bielefelder Ratsgymnasium steht in der Tradition einer 1293 gegründeten katholischen Lateinschule. Als offizielles Gründungsdatum gilt das Jahr 1558. Inzwischen hatte die Reformation in Bielefeld Einzug erhalten und beide „Konfessionen pflegten seither – außer in Schulangelegenheiten – ein konfliktarmes Nebeneinander“11. Entsprechend wurde die vormalige katholische Lateinschule mit der Einstellung eines neuen Rektors 1558 auch dem Rat der überwiegend protestantischen Stadt unterstellt.12 Eine Bibliothek jedoch erhielt das Gymnasium erst zwei Jahrhunderte später im Zuge der Aufklärung unter dem neuen Rektor Gotthilf August Hoffmann (1750–1758). Hoffmann hatte zuvor in Halle die bedeutende Bibliothek der Franckeschen Stiftungen kennengelernt und war demgegenüber entsetzt ob der aus seiner Sicht mangelnden Gelehrsamkeit sowie des Fehlens einer Bibliothek an seiner neuen Wirkungsstätte in Bielefeld. „Eine Schulbibliothek ist so wohl in Ansehen der Lehrenden, als Lernenden von der grösten Nothwendigkeit“13, forderte er 1753, dem Gründungsjahr der zunächst noch bescheidenen Bibliothek.

Nun wird es für den durch die Aufklärung geprägten Hoffmann sicher nicht das primäre Anliegen gewesen sein, seine neue Bibliothek mit Bibeln, kirchengeschichtlichen und theologischen Werken, wie dem des Kirchenvaters Augustinus, auszustatten, brauchte es für das altsprachliche Gymnasium doch vorrangig Werke der antiken griechischen und lateinischen Klassiker, die Hoffmann über Spenden, eine Lotterie und Zinsen zu besorgen suchte. Und tatsächlich stammt die vorliegende Werkausgabe von Augustinus‘ Gottesstaat auch gar nicht aus der Zeit der Aufklärung, sondern ist als Resultat der Kirchen- und Stadtgeschichte Bielefeld bedeutend älter.

Zwischen 1507 und 1511 zogen lokale Franziskanerobservanten aus dem Bielefelder Umland in die Altstadt, wo sie in den folgenden Jahrzehnten als einzige katholische Kirchengemeinschaft Bielefelds die Reformation überstanden und ihren katholischen Glauben bewahren konnten. Bereits 1502 hatten die Franziskaner begonnen, eine Bibliothek aufzubauen, deren Schwerpunkt sie verständlicherweise auf religiöse Literatur gelegt hatten. Ihre Bücher wurden in der Regel mit dem Besitzvermerk „Conventus Bilvendensis“ versehen und sind daher in der heutigen Bibliothek zumeist leicht zu identifizieren. Hierunter ragen sicher die sieben Handschriften heraus, die sich noch immer im Bestand der Bibliothek befinden. Die älteste dieser Handschriften ist das vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammende, auf Pergament verfasste Brevier eines gewissen Volckmar Schoppe aus dem Kloster Reifenstein im heutigen Thüringen.14

Abb. 1: Jacobus de Voragine, Legenda aurea sanctorum seu historia Lombardica, 1480, S. 139 (linke Seite)

Die bekannteste Handschrift der Bibliothek dürfte indessen die in den 1480er-Jahren entstandene und bedeutend erweiterte Abschrift der Legenda aurea des Jacobus de Voragine (1228/1229–1298) sein. Diese Sammlung von Heiligengeschichten, die in der im Bielefelder Ratsgymnasium vorliegenden Ausgabe auch den regionalgeschichtlich bedeutsamen Translationsbericht des Heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn enthält, umfasst selbstverständlich auch die Vita des Heiligen Augustinus. Hieraus sei exemplarisch der Anfang herausgegriffen, der in der vorliegenden Handschrift ebenso wie die ‚Überschrift‘ aufgrund der rubrizierten Lettern hervorsticht und der das Ansehen des Augustinus verdeutlicht (s. Abb. 1).

Gleich zu Beginn der Vita des Bischofs von Hippo Regius wird die Wahl des Namens ‚Augustinus‘ auf die Vorzüglichkeit seines Ansehens (propter excellentiam dignitatis), auf die Leidenschaftlichkeit seiner Liebe zu Gott (propter fervorem dilectionis) sowie auf die Etymologie im Allgemeinen (propter etymologicam nominis) zurückgeführt. Denn so wie Augustus alle anderen Kaiser an Erhabenheit und Ansehen übertroffen habe, so übertreffe Augustinus alle anderen Kirchenlehrer: Propter excellentiam dignitatis, quia sicut Augustus praecellebat omnes reges, sic et ipse [d.h. Augustinus] praecellit omnes doctores.

Neben diesen Handschriften durften in der klösterlichen Bibliothek natürlich auch gedruckte Werke bedeutender Theologen nicht fehlen. Hierzu zählen u.a. acht Inkunabeln von Werken des Thomas von Aquin sowie mehrere Werkausgaben der Kirchenväter, u.a. Ambrosius, Hieronymus und eben Augustinus.15

Abb. 2: Aurelius Augustinus, De civitate Dei, Basel 1505, S. 1
(Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek).
Ergänzend zum klassischen Besitzvermerk des Klosters, „Conuentus Bilveldensis“ (hier in der Schreibweise „Conuentus Biluentiensis“) wurden der Stempel der Schulbibliothek „Gymnasialbibliothek zu Bielefeld“ sowie die Signatur „B 159“ vermerkt.

Nun war das Bielefelder Franziskanerkloster zunächst noch von der im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 und der Gründung des Rheinbundes 1806 vollzogenen ersten Welle der Säkularisation verschont worden. Mit der Integration der Stadt in die preußische Provinz Westfalen im Jahre 1815 verfolgte der Bielefelder Stadtdirektor Ernst Friedrich Delius jedoch konsequent das Ziel, das ortsansässige Franziskanerkloster aufzuheben. Als ihm dies schließlich 1829 mit preußischer Unterstützung gelungen war, kam ein Großteil der in über drei Jahrhunderten zusammengetragenen Klosterbibliothek mit etwa 2.300 Büchern in die damals nur etwas über 400 Bücher umfassende Bibliothek des Bielefelder Gymnasiums. Dieses richtete sich ab 1831 im ehemaligen Brauhaus der Franziskaner am heutigen Bielefelder Klosterplatz ein und stellte die Bücher ins Lehrerzimmer, das zugleich als Bibliothek diente.16 Eines der Bücher war auch Augustinus‘ De civitate Dei, das in der Auflage von 1505, also etwa dem Jahr des Aufbaus der klösterlichen Bibliothek, von Johannes Amerbach in Basel gedruckt worden war (s. Abb. 2).

III Amerbachs Werkausgabe von De civitate Dei

Johannes Amerbach wurde um 1440/45 im unterfränkischen Amorbach, vermutlich als Sohn des dortigen Bürgermeisters, geboren. Nachdem er in seinem Studium in Paris Kontakt zu deutschen Buchdruckern erfahren hatte, nahm er selbst diese Tätigkeit im Jahre 1475 in Basel auf, wo er auch 1483 die Tochter eines dortigen Ratsherren heiratete17. und wie viele andere Buchdrucker der – übrigens noch immer existierenden – Safranzunft beitrat, eine der vier Baseler Herrenzünfte.18 Bereits in den 1460er-Jahren waren in der verkehrsgünstig gelegenen, wirtschaftlich prosperierenden Kaufmannsstadt erste Druckereien entstanden. Diese konnten sich zur Ausschmückung ihrer Werke auch der Expertise dort ansässiger Karten- und Briefmaler, Kalendermacher und Formenscheider bedienen, weshalb ihr Gewerbe wohl auch nicht als Handwerk, sondern als freie Kunst angesehen wurde. Ihr „glänzendes Vorbild“19 wurde eben jener Johannes Amerbach, der seit 1484 auch Bürger dieser Stadt war. Spezialisiert auf großformatige Folianten der Kirchenväter und der Bibel sowie zeitgenössischer Humanisten hat er mehrere Antiquaschrifttypen verwendet und damit maßgeblich zur Verbreitung ebendieser Schrift anstelle der bis dahin üblichen gebrochenen, gotischen Schrifttypen im deutschsprachigen Raum beigetragen.20 Die 1489 erstmals erschienene Ausgabe von De civitate Dei, welche der Bielefelder Bibliothek in einer Werkausgabe aus dem Jahre 1505 vorliegt, entstand in der fünf Jahre zuvor gegründeten Druckergemeinschaft mit Amerbachs fränkischen Landsleuten Johannes Froben und Johannes Petri.21

Bereits zehn Jahre zuvor war – ebenfalls in Basel – eine 248-seitige Werkausgabe von De civitate Dei gedruckt worden.22 Diese enthielt ebenfalls den gemeinsamen Kommentar der Oxforder Dominikaner Thomas Waleys (1287–1349) und Nicholas Trivet (um 1258–1328). Doch kamen Amerbach in dieser Konkurrenzsituation für seine 1489 in Folio erschienene Ausgabe gleich mehrere originelle Ideen. So ergänzte er den Kommentar von Waleys und Trivet durch den Kommentar des Florentiner Dominikanermönchs Jacopo Passavanti (um 1302–1357) sowie durch die „theologischen Wahrheiten“ des Franziskanermönchs Franciscus de Mayronis (um 1280–1328). Zudem gestaltete Amerbach – die Expertise der Stadt Basel nutzend und dem Begriff ‚Buchdruckkunst‘ alle Ehre machend – den Druck in zwei oder mehr Spalten visuell sehr ansprechend, indem jede der 268 Seiten ein unterschiedliches Layout erhielt (s. Abb. 3).

Abb. 3: Doppelseite aus Aurelius Augustinus, De civitate Dei, Basel 1505, o.S.
(civ. 4, 6–8 [Auszug]; Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek).

Auf der vorliegenden Doppelseite befindet sich der Text von De civitate Dei beispielsweise jeweils in den beiden inneren Spalten, während der lateinische Kommentar gewissermaßen eine Art ‚Rahmen‘ um diesen herum bildet. Ergänzend lassen sich die „theologischen Wahrheiten“ des Franziskanermönchs Franciscus de Mayronis, hier die quarta sowie die quinta veritas, graphisch in den Augustinus-Text integriert erkennen.

Doch auch ein Blick auf den Anfang der Ausgabe verdeutlicht die Buchdruckkunst Amerbachs. So stellte er der Werkausgabe, frei nach dem Motto One Picture is Worth a Thousand Words23 , zudem einen 16,9 x 21,6 cm großen Holzschnitt voran. Solche Holzschnitte, wie in diesem Fall der des Meisters des Haintz Narr (s. Abb. 4), gewannen seit dem Ende des 15. Jahrhunderts auch künstlerisch immer mehr an Bedeutung.24

Abb. 4: Holzschnitt aus Aurelius Augustinus, De civitate Dei, Basel 1505, S. 2
(Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek).

Zu guter Letzt lässt sich in der vorliegenden Ausgabe noch eine weitere Besonderheit festhalten: Um einen leichten Überblick über die auf 268 Seiten verteilten 22 Bücher des Gesamtwerkes zu erhalten, befindet sich in der Werkausgabe heute an den jeweiligen Kapitelanfängen eine Art spätmittelalterlicher Post-Its, die an die Nachschlaghilfen etwa von modernen Wörterbüchern erinnern (s. Abb. 5).

Abb. 5: Seitenansicht von Aurelius Augustinus, De civitate Dei, Basel 1505
(Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek).

IV Fazit

Der vorliegende Artikel hat am Beispiel einer Postinkunabel von Augustinus‘ Werk De civitate Dei gezeigt, wie sich auf verschlungenen Wegen in einer historischen Schulbibliothek theologische Werke der Weltliteratur mit der lokalen Kloster- und Stadtgeschichte verbunden haben. Die Integration von Amerbachs 1505 gedruckter Werkausgabe erklärt sich dabei nicht nur aus der weltgeschichtlichen Bedeutung des Kirchenvaters sowie eines seiner beiden Hauptwerke, sondern auch aus dem Sammlungsschwerpunkt der seit 1502 aufgebauten Bibliothek des Franziskanerklosters. Diese umfasste größtenteils theologische, religionsgeschichtliche und scholastische Werke. Mit der Aufhebung des Klosters 1829 und der Integration des Großteils des Bücherbestandes in die seit 1753 bestehende Bibliothek des Bielefelder Gymnasiums gelangte neben den sieben Handschriften und über 50 Inkunabeln auch die Werkausgabe von De civitate Dei in die Schulbibliothek.

Heute stellen diese Schriften die mit Abstand bedeutendsten und kostbarsten Werke der Schulbibliothek des heutigen Ratsgymnasiums Bielefeld dar. Ausgaben griechischer oder lateinischer Klassiker, wie sie weit besser zum humanistischen Profil der Schule gepasst hätten25, entstammen viel öfter erst dem 17. und 18. Jahrhundert und stehen in Druckqualität und künstlerischem Anspruch deutlich hintan. Sie waren in der Regel nicht im Bestand des vormaligen Klosters, sondern kamen als Schenkungen und Zukäufe erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts in die Schule und deren historische Bibliothek.

 

Beitragsbild

Diui Augustini librorum pars septima. Libri de ciuitate dei XXII. In eosdem comme[n]taria Thome Valois et Nicolai Triueth: cum additionibus Iacobi Passaua[n]tii, et theologice veritates Francisci Maronis, Basel 1505, S. 2 (Ausschnitt).

Anmerkungen

Diesen Artikel zitieren: Benjamin Magofsky / Dennis Burrichter (2020): Augustinus´ De civitate Dei – Christliche Heilsgeschichte in einer provinziellen Kloster- und Schulbibliothek in Bielefeld, in bibliotheca.gym, 08/02/2020, https://histgymbib.hypotheses.org/6687‎

  1. Diui Augustini librorum pars septima. Libri de ciuitate dei XXII. In eosdem comme[n]taria Thome Valois et Nicolai Triueth: cum additionibus Iacobi Passaua[n]tii, et theologice veritates Francisci Maronis, Basel 1505 (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek).
  2. Vgl. den Inkunabel-Katalog der British Library unter https://data.cerl.org/istc/ia01243000?style=expanded (zuletzt abgerufen am 23.10.2019).
  3. Vgl. z.B. die Illustration Die Höllenstrafen in einer französischen Buchmalerei des 15. Jahrhunderts (Jacoby, E. [2010]: 50 Klassiker Philosophen, 8. Aufl., Hildesheim, S. 74).
  4. Vgl. z.B. die älteste Darstellung des Augustinus überhaupt im Lateran (Santuario della Scala Santa im Lateran, Rom) sowie zeitgenössisch zum Amerbach-Druck Sandro Botticellis Der Heilige Augustinus in seinem Studierzimmer (Fresko, San Salvatore di Ognissanti, Florenz 1480; später Tempera auf Holz, Galleria degli Uffizi, Florenz 1494) und Vittore Carpaccios Der Heilige Augustinus in seinem Studierzimmer (Tempera auf Holz, Scuola di San Giorgio degli Schiavoni, Venedig 1502).
  5. [1] Hirschberger, J. (1980): Geschichte der Philosophie, Band I: Altertum und Mittelalter, Freiburg, S. 345.
  6. Höffe, O. (2001): Kleine Geschichte der Philosophie, München, S. 88.
  7. Vgl. Balthasar, H. U. v. (Hrsg.) (2012): Augustinus – Der Gottesstaat (Christliche Meister, Bd. 16), 5. Aufl., Freiburg, S. 21.
  8. Vgl. Aug. civ. 14,28; 15,1.
  9. Balthasar (1960): S. 40.
  10. Höffe (2001): S. 91.
  11. Rath, J. (2019): Bielefeld. Eine Stadtgeschichte, Regensburg, S. 44.
  12. Vgl. Vogelsang, R. (2008): Bürgerschule und Gelehrtenanstalt – 450 Jahre Gymnasium in Bielefeld, in: Altenberend, J. /Schröder, W. (Hrsg.) (2008): Deo et Literis. Schule mit Geschichte – Schule mit der Zeit. Festschrift zum 450-jährigen Jubiläum des Ratsgymnasiums Bielefeld. Bielefeld, S. 11-48, hier S. 11 f.
  13. Gotthilf August Hoffmann (1953): Gotthilf August Hoffmanns Einladung zur abermaligen Feier des Königlichen Geburtstages auf den 24sten Jenner 1753, Bielefeld, S. 7. – Die Schreibweise folgt dem Original, vgl. hierzu sowie allgemein zur Geschichte der Bibliothek Magofsky, B./Gerwin, C. (2018): Ein Anliegen „von der grösten Nothwendigkeit“ – Die Schulbibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld im Spiegel ihrer Schul- und Bestandsgeschichte, in: bibliotheca.gym, 18/12/2018. Online unter: https://histgymbib.hypotheses.org/6605.
  14. Vgl. zu den sieben Handschriften Raab, K. (1958): Mittelalterliche Handschriften in der Bielefelder Gymnasialbibliothek, in: [o. Hrsg.:] Festschrift zum 400-jährigen Jubiläum des Staatlich-Städtischen Gymnasiums zu Bielefeld, vom 24.–27. Juli 1958, Bielefeld, S. 237–250 (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek).
  15. Vgl. zu den Inkunabeln Bertram, Th. (1906): Beschreibung der Inkunabeln, die sich in den Bibliotheken des Gymnasiums und der Altstädter Kirche zu Bielefeld befinden, Leipzig (Ratsgymnasium Bielefeld, Bibliothek).
  16. Vgl. Altenberend, J./Köhne, R. (2008): Die Bibliothek des Ratsgymnasiums, in: Altenberend, J./Schröder, W. (Hrsg.) (2008): Schule mit Geschichte. Schule mit der Zeit. Festschrift zum 450-jährigen Jubiläum des Ratsgymnasiums Bielefeld, Bielefeld, S. 93–106, hier S. 97–101. – Zur Geschichte der Bibliothek allgemein vgl. ebd. sowie in Kürze Magofsky/Gerwin (2018).
  17. Vgl. Scarpatetti, B. v. (2010): Johannes Amerbach, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). Online unter: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/015300/2010-10-07/ (zuletzt abgerufen am 08.02.2020).
  18. Während die Safranzunft selbst sowie Amerbachs Beitritt in der deutschen Biographie auf das Jahr 1481 datiert werden, gibt das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) das Jahr 1483 an (vgl. E.E. Zunft zur Safran Basel [o.J.]: Zünftige Berufe – Buchdrucker. Online unter: http://www.safranzunft.ch/historisches/thema.php?WRID=12&WTID=41 [zuletzt abgerufen am 08.02.2020]; Hartmann, A. [1953]: Amerbach, Johannes, in: Neue Deutsche Biographie 1, S. 247–248; Scarpatetti [2010]).
  19. E. E. Zunft zur Safran Basel (o.J.).
  20. Vgl. Mengelt, C. (2013): Basel Antiqua – Eine historische Druckschrift in neuer Gestalt / Basel Antiqua – The New Design of a Historical Typeface, Basel, S. 6; Schmidt, R. (1902): Deutsche Buchhändler – Deutsche Buchdrucker, Band 1, Berlin/Eberswalde, S. 7.
  21. Vgl. Mengelt (2013): S. 6.
  22. Augustinus, Aurelius: De civitate Dei (Comm: Thomas Waleys and Nicolaus Trivet), Basel, 1479.
  23. Vgl. zur Etymologie dieses geflügelten Wortes Frühbeis, X. (2017): 8. Dezember 1921 – „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“. Online unter: https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kalenderblatt/0812-ein-blick-sagt-mehr-als-1000-worte-102.html (zuletzt abgerufen am 08.02.2020).
  24. Auf den Meister des Haintz Narr gehen auch diverse Holzschnitte für Daß Narrenschyff des Sebastian Brant (1457/58–1521) zurück, das 1494 in Basel gedruckt wurde und in dem er einen der Holzschnitte mit Haintz Nar beschriftet hat (vgl. Reske, Christoph [2013]: Holzschnitt (15./16. Jahrhundert), in: Historisches Lexikon Bayerns. Online unter: http://historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Holzschnitt_(15./16._Jahrhundert)#Konsolidierung_der_Buchinllustration (zuletzt abgerufen am 17.09.2019). – Da dieser Holzschnitt bereits an anderer Stelle einer genaueren Untersuchung und fachdidaktischen Aufarbeitung unterzogen wurde, kann hier auf eine inhaltliche Auseinandersetzung verzichtet werden (vgl. Burrichter, D./Magofsky, B. [2020]: Ein spätmittelalterlicher Holzschnitt zur Begleitung und Vertiefung lateinischer Textlektüre. Das Beispiel der Darstellung von Gottes- und Menschenstaat in Augustinus’ Schrift De civitate Dei, in: Sauer, J. (Hrsg.): Augustinus – De civitate Dei. Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Zugänge, Heidelberg, S. 117–151).
  25. Vgl. z.B. zu den Vergil-Ausgaben der Bibliothek Burrichter, D./Magofsky, B. (2019): Arma virumque cano – Vergils Aeneis als lateinischer Klassiker zwischen wissenschaftlicher Textkritik und Schullektüre in der historischen Bibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld, in: Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologen-Verbandes, Landesverband Nordrhein-Westfalen, 67. Jahrgang, Heft 2/2019, S. 4–27.

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