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600 Jahre Melker Reform

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Die Reformbewegung, die im Spätmittelalter vom Stift Melk ausging, erfasste zahlreiche Benediktinerklöster und führte zur Erneuerung des Ordenslebens. Von 9. bis 11. Dezember 2018 findet dazu eine Tagung im Stift Melki statt. Dabei werden verschiedene Aspekte dieser spannenden Geschichte beleuchtet, aber auch grundsätzliche Fragen über das Wesen von Ordensreformen und die Bedeutung von Ordensgeschichte diskutiert. Es referieren unter anderem Prof. Thomas Prügl (Universität Wien), Dr. Maximilian Trofaier (Schottenstift), Doz. Konradin von Planta (Universität Basel), P.

Kategorien: Nachrichten aus den OrdenVeranstaltungenOrdensgeschichte

Tagungshinweis November 2018: „Präsent sein – Europäische Ordenskultur(en)“

Archiv des Schottenstifts -

Am 28. November 2018 findet im Kardinal-König-Haus in Wien im Rahmen der Herbsttagung 2018 der Ordensgemeinschaften Österreich der diesjährige Kulturtag des Referats für die Kulturgüter der Orden zum Thema „Präsent sein – Europäische Ordenskultur(en)“ statt. In mehreren Vorträgen wird der Frage nachgegangen, welchen Auftrag und welche Sendung die Ordensgemeinschaften in der europäischen Kulturlandschaft verwirklichen. Vortragen wird unter anderem der emeritierte Erzabt Asztrik Várszegi (Erzabtei Pannonhalma). Im Anschluss stellt sich das neue Team des Referats für die Kulturgüter der Orden vor. Das vollständige Programm gibt es hier.

Bibliothek des Kaiser-Karls-Gymnasiums in Aachen

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Zum kürzlich in Rastatt gegründeten Netzwerk Historische Schulbibliotheken meldete sich neben dem Ratsgymnasium Bielefeld auch das Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen, das eine historische Buchsammlung hält.

Dort gibt es eine Bibliotheks-AG, die die Schülerinnen und Schüler in diese Sammlung einführt.1 Der Ansatz, neben den bibliothekarischen Aufgaben zur Bewahrung einer historischen Buchsammlung auch besonders auf deren Vermittlung bei den jungen Leuten zu achten, ist unbedingt zu begrüßen!2

Das Netzwerk freut sich, dass Aachen mitmacht!

Abbildung

Gebäude des Kaiser-Karls-Gymnasiums in Aachen. Foto: Arnoldius (Quelle und Lizenz)

Anmerkungen
  1. Genauere Ankündigung hier
  2. Siehe dazu das Protokoll der konstituierenden Sitzung des Netzwerks Historische Schulbibliotheken, in der das Thema Vermittlung fürs kommende Jahr avisiert ist.

Jahresprogramm 2019

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Das Referat für die Kulturgüter der Orden bietet im Jahr 2019 wieder ein reichhaltiges Programm an. Es umfasst verschiedene Veranstaltungen wie Tagungen und Weiterbildungskurse. Der Jahresprogrammfolder befindet sich im Anhang zum Download.

Alle Ordensleute und deren MitarbeiterInnen in Archiven, Bibliotheken und Sammlungen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen!

28. Jänner 2019: SCHRIFT.GUT.VERWALTET. Studientag der Archive der Kirchen und Religionsgemeinschaften, Erzbischöfliches Palais, Salzburg.

Kategorien: ServiceTermineJahresprogramm

1918: Ein hübscher Anfang!

Archiv des Schottenstifts -

Österreich feiert 2018 den 100. Jahrestag der Ausrufung der Republik: Am 12. November 1918 wurde von der Rampe des Parlaments in Wien aus die Republik Deutschösterreich (ab 1919: Republik Österreich) proklamiert.

Diesem Akt ging in den letzten Tagen des für die Habsburger verlorenen Ersten Weltkriegs (1914–1918) der Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und die Entstehung neuer Nationalstaaten voraus. So kam es am 21. Oktober 1918 auch zur Konstituierung der Provisorischen National­versammlung für die deutsch­sprachigen Gebiete der cisleithanischen Reichshälfte der Habsburger­monarchie.

Aus Anlass des Republikjubiläums widmet sich derzeit eine kleine Themenschau im Museum im Schottenstift den Umbrüchen von 1918, und zwar anhand der damaligen Stiftschronik des Schottenstifts. Die sich überschlagenden Ereignisse und die chaotischen Zustände des Herbstes 1918 haben nämlich auch ihren Niederschlag in der tagebuchartig geführten Chronik gefunden. Stiftsarchivar P. Albert Hübl (1867–1931) hatte erst Anfang September die Aufgabe des Chronisten über­nommen und man erkennt sehr gut, wie er schnell in diese Rolle hinein­wachsen musste. Handelt es sich bei seinen ersten Tages­einträgen – ganz in jahrhundertealter Tradition – vor allem um Bemer­kungen zum Wetter und um Vermerke einzelner Begebenheiten des Klosteralltags, so doku­mentieren die immer ausführlicher werdenden Notizen zunehmend auch das gesellschaftliche und politische Geschehen.

Der Schreiber scheint einer gewissen Neutralität verpflichtet, handelt es sich doch um eine allgemeine institutionelle Chronik und nicht um sein privates Tagebuch. Zwischen den Zeilen immerhin offenbar werden seine Sorge ob des aufkeimenden Antiklerikalismus, aber auch ein für die Zeit typischer latenter Antisemitismus. Ob Hübl eine monarchistische oder republikanische Gesinnung hat, lässt sich hier schwer erkennen. Skepsis wird jedoch zumindest beim Eintrag zur Ausrufung der Republik und den folgenden Tumulten am 12. November, bei denen es auch zu Todesfällen kam, anhand einer seiner seltenen persönlichen Bemerkungen sichtbar: „Ein hübscher Anfang!“. 

Einige Passagen aus der Chronik seien auszugsweise auch an dieser Stelle präsentiert.

Aus der Stiftschronik des Schottenstifts September 1918

11. Sep. Mittwoch
Ministerpräsident Hussareks Rede an die deutschen Journalisten über den öster­reichischen Staatsgedanken.1

15. Sep. Sonntag
10°. Endlich schöner Tag. Vorschlag Österreich-Ungarns zu einer unverbindlichen ver­traulichen Delegiertenkonferenz über die Friedens­voraussetzungen. Amerika antwortet ablehnend innerhalb 30 Minuten. Der Lehrkörper rückt vollzählig ein.

17. Sep. Dienstag
9°. Vollkommen heiter. Große Explosion in Wöllersdorf. Über 400 Tote.2

18. Sep. Mittwoch
8°. Heiter. Der Herr Prälat hält das hl. Geistamt. Darnach Ansprache der Exhortatoren in der 1. und 8. Klasse. Erste Konferenz. Landesarchivar Mayer feiert den 80. Geburtstag, zuerst Schüler des Gymnasiums und Lehrer des Prälaten Leopold, ist in treuester Freundschaft mit dem Stifte verbunden.3

19. Sep. Donnerstag
8° steigert sich bis 25°. Abends etwas Regen. Pfarrer Konstantin über Mittag hier.4

20. Sep. Freitag
Trüber Tag, ganz Herbst. In Salzburg Demonstrationen.

Stiftschronik, 24.–27. September 1918

24. Sep. Dienstag
Warm und trüb. In der Schule breitet sich die spanische Krankheit aus.

25. Sep. Mittwoch
Schönstes Herbstwetter. Fr. Joseph, der eben die Exerzitien für die Profess begonnen hat, erkrankt an Influenza. P. Max zu Gast.5

27. Sep. Freitag
Schön, gegen Abend Trübung. 3. und 5. Klasse [Anm.: des Schottengymnasiums] wegen der „spanischen Grippe“ gesperrt.

28. Sep. Samstag
Trüb, dann warm. Die Bulgaren bitten um Waffenstillstand wegen Frieden. Malinow der Ministerpräsident ententefreundlich.6

29. Sep. Sonntag
Herrliches Herbstwetter. 10° 7 Uhr morgens. Fr. Joseph Amand macht die Profess. Nur Frühstück, keine Tafel. Fr. Josephs Befinden verschlimmert sich.7

30. Sep. Montag
Schön. 9°. Pfarrer P. Friedrich zu Gaste. Fr. Joseph hat schwere Lungen­entzündung, geht in Krankenstand. Herr [Anm.: Lücke] kommt als Gast für das Studienjahr. Er studiert Theologie an der Universität, um die eine Lehrkanzel in St. Florian zu übernehmen. Die 3. Klasse muss wieder heimgeschickt werden.8

Oktober 1918

2. Okt. Mittwoch
Sehr kalt. Stürmisch. Schwerer Wind. Fr. Amand Lungen­entzündung. P. Klemens geht es besser. 1 Diener im Spital. Die spanische Krankheit brütet noch. Viele Todesfälle an Lungenentzündung, namentlich jüngere Leute ergreift sie zahlreich und mit Vehemenz. P. Friedrich Fiedler von Admont für heute und morgen Gast. Im Gsause hat es bereits geschneit bei Hieflau.9

3. Okt. Donnerstag
Anfangs schön aber sehr kalt, dann regnerisch. Der 1. Reif in der Umgebung Wiens. Der dies schreibt, liegt heute auch, obwohl er „keiner von den jüngeren Leuten ist“ (siehe oben). Ein Schüler ist gestorben. Die 6. Klasse wird geschlossen. König von Bulgarien dankt ab.10

4. Okt. Freitag
3°. Schlechtestes Wetter. Fr. Josef und Fr. Amand erscheinen gerettet. In der Kirche 5 Fälle, auch unter den Dienern wieder mehrere. Auf der Sophienalpe hat es geschneit!11

Stiftschronik, 6.–8. Oktober 1918

6. Okt. Sonntag
Aber Schöner Tag, wenn auch etwas frisch, aber vollkommen windstill. Abends 6 Uhr Kriegsandacht auf Befehl des Kardinals. Es soll in den Marienkirchen Wiens abwechselnd gepredigt werden über das dortige Marienbild. 6 Uhr war Pontifikalsegen, dann die Predigt von P. Wenzl über unsere Gnadenmutter. Es wäre zu wünschen, daß dieses in früherer Zeit so viel verehrte Gnadenbild wieder in Ansehen käme! Die Kirche war gesteckt voll. Erzherzogin Maria Josefa wohnte dem Segen bei. Der eine schwer erkrankte Diener ist gestorben. Antrag eines Waffenstillstands an Wilson.12

7. Okt. Montag
Schön. 5°. 9 Uhr Requiem für den verstorbenen Schüler Grünhut der V. Klasse, danach wird das Gymnasium gesperrt, da ein Drittel der Schüler erkrankt sind. Die Seuche fordert immer mehr Opfer.13

8. Okt. Dienstag
Vormittag schön, nachmittags Regen. Tramwaystreik. Rede des Minister­präsidenten über das Selbstbestimmungsrecht der österreichischen Völker. Unterdessen hat sich auch in Deutschland ein vollkommener Systemwechsel vollzogen nach dem kaiserlichen Reskript vom 30. Sept., einem der wichtigsten Tage für die neuere Gestaltung Deutsch­lands. Hertling hat abgedankt und Prinz Max von Baden tritt an die Spitze der parlamen­tarischen Regierung Deutschlands. Pfarrer Max mittags zu Gast.14

12. Okt. Samstag
Anfangs trüb und Regen, dann Ausheiterung. Weckerle spricht, daß das Verhältnis Ungarns zu Österreich ein anderes geworden ist, da Österreich ein anderes wird.15

14. Okt. Montag
Trüb. Demonstrationsstreik in Prag angeblich wegen Einfuhr von Kohle und Nahrungsmittel aus Böhmen. Kleine Versuche, eine Republik auszurufen. Weinlese in Enzersdorf.16

16. Okt. Mittwoch
Halbwegs schöner Tag. Hussarek, der Ministerpräsident, verspricht ein Manifest über das Selbstbestimmungsrecht der Völker Österreichs. Weckerle in Ungarn erklärt, da die Verhältnisse in Österreich sich geändert haben, der Dualismus erloschen sei.17

Stiftschronik, 17.–18. Oktober 1918

17. Okt. Donnerstag
Wechselnd bewölkt, ziemlich warm. Um 6 Uhr abends erscheint durch Extra­ausgaben der Wiener Zeitung das kaiserliche Manifest über die Umänderung Österreichs in einen Bundesstaat. Czechen und Südslaven haben schon gestern protestiert.

18. Okt. Freitag
Vormittags Ausheiterung, nachmittags Nebel, abends Regengüsse. Die Rumänen verlangen Ungarn gegenüber Selbstbestimmung. Die Schulferien bis 5. Nov. wegen der Grippe verlängert.

19. Okt. Samstag
Vormittags Regen, nachmittags Ausheiterung. Wie den ganzen Tage über ziemlich warm 10–14° zu Mittag. Die Weinlese in Enzersdorf, die seit Montag dauerte, ist beendet. Quantität befriedigend. Fr. Amand und Josef erscheinen nach ihrer Krankheit zum erstenmal im Refektorium. Die Czechen erklären, daß sie von Wien nichts wissen wollen, sie halten alles den internationalen Abmachungen bevor.18

20. Okt. Sonntag
Vormittags schönster blauer Himmel, Nachmittag Trübung. Kino und Theater werden auf 3 Tage geschlossen. Vom 6.–12. Okt. waren nach Bericht des Stadt­physikus Böhm 1735 Todesfälle, davon 814 Lungenentzündungen, also Grippe. Die Ernährungs­schwierig­keiten gehen immer weiter, da Ungarn, Böhmen und Polen jede Anfuhren sperren. Die Fettkarte wird mit 2 Deka per Woche honoriert. Ein schöner Winterrock kostet 3000 Kronen, ein Sakkoanzug ca. 1800 Kronen, Schuhe bis 600 Kronen, 1 Liter Luttenberger 20 Kronen.19

21. Okt. Montag
Schönstes warmes Herbstwetter. Die Fr. Amand und Josef gehen auf Ferien. Wilsons brutale Note an Österreich, daß die 14 Punkte nicht aufrecht seien, da der tschechisch-slovakische Staat von der Entente als kriegsführender Staat anerkannt ist, daher der Präsident die „Autonomie“ nicht erkennt. Heute Constituierung des deutschen Nationalrates. Der jugo-slavische Nationalrat, der sich am Freitag constituierte, erklärte fordert die Vereinigung der Kroaten, Serben und Slovenen ohne Rücksicht auf die staatlichen oder provinzialen Grenzen. Jüdische Nationalversammlung wird einberufen. Ukrainischer Nationalrat bereits in Tätigkeit. Rumänen im Osten und in Ungarn fordern die Vereinigung, aber nicht mit dem Königreich Rumänien.20

Stiftschronik, 22. Oktober 1918

22. Okt. Dienstag
Tadellos schön! Gestern um 5 Uhr abends hat sich der deutsche Nationalrat konstituiert und wendet sich heute in einem Aufruf an das Volk, in welchem die Gründung des Staates Deutschösterreich verlautbart wird. Die Präsidenten sind: Dinghofer, Fink, Seitz. Die reichsdeutsche möglichst entgegenkommende Antwort an Wilson vom 21. Okt. wird promulgiert. Erklärung der bürgerlichen Czechen im Herrenhaus, daß auch die deutschen Teile (+ verdeutschten) Böhmens von ihnen beansprucht werden. Dagegen Protest des böhmischen Hochadels. Die Grippe scheint im Abflauen begriffen zu sein.21

23. Okt. Mittwoch
Schönster warmer Herbsttag. Aufruhr des Regimentes Jellachich in Fiume. Rücktritt Weckerle. Anmeldung des Selbstbestimmungsrechtes der Polen, Dänen und Elsässer im deutschen Reichstag. Der Kaiser geht nach Ungarn. Im Herrenhause Abschiedsreden vom alten Österreich.22

24. Okt. Donnerstag
Nebelig, mäßig warm. Eine neue Offensive der Italiener setzt ein, vorläufig ohne Erfolg. Wilson sendet eine Note nach Deutschland, daß er nur noch mit dem Volke verhandeln will. Burian tritt zurück, an seine Stelle Graf Andrassy. Kapitel de re oeconomica.23

26. Okt. Samstag
Vormittags Regen, abends Ausheiterung. Mäßig warm. Abreise von Abgeordneten des Nationalrates nach Deutschland, um Lebensmittel zu erbitten. Banken und Sparkassen haben wenig Bargeld, da die Leute aus Angst Bargeld hamstern. Daher lässt die Gemeinde Wien 50 Mill. Notgeld drucken, gültig bis Ende Feb. 1919.

27. Okt. Sonntag
Aprilwetter 7 Uhr 5°. Theater etc. seit Montag gesperrt. Heuer kein Allerseelen­verkehr nach dem Zentralfriedhof. Von 13–19. Okt. in Wien 2607 Todesfälle, darunter Influenza 908, an Lungenentzündung 560. Abends geht die Note Deutsch­lands an Wilson ab, daß infolge der großen Verfassungsänderungen in Deutschland die Friedens­verhandlungen von einer Volksregierung geführt werden. Ludendorff ist zurückgetreten, da jetzt auch die militärischen Gewalten dieser Regierung unterstellt worden sind. Ministerium Hussarek geht. An seiner Stelle Lammasch mit Hampe als Unterrichts­minister und Seipel als Minister für soziale Fürsorge. Konstituierung der tirolischen Nationalversammlung in Innsbruck.24

28. Okt. Montag
Halbwegs schönes, teilweise trübes Wetter. Absendung der Friedensnote durch Minister des Äußern Andrassy. Österreich-Ungarn erkennt die Worte Wilsons über Czechen und Jugoslaven an und ist bereit einen Separatfrieden zu schließen und sofortigen Waffen­stillstand. Der czechische Staat hat sich heute in Abwesenheit des Statthalters Coudenhove konstituiert und die Regierung übernommen unter großer friedlicher Demonstration. Der Adler überall herabgerissen. Als Geburtstag des czechischen Staates wird aber der 29. Okt. erklärt. In Pest wird etwas herumgeschossen. Karoly begründet einen Volks-Nationalrat gegenüber dem Ministerium.25

Stiftschronik, 29. Oktober 1918

29. Okt. Dienstag
Trüb und kühl, manchmal auch etwas ausheiternd. Verfassungs­entwurf des deutsch-österreichischen Staates. Provisorische National­versammlung mit einem Vollzugs­ausschuss, dem Staatsrat, der aus den 3 Präsidenten der Versammlung und 20 Mitgliedern und 20 Ersatz­männern besteht. Der Staatsrat führt die Geschäfte durch Beauftragte: die Staatsregierung. Diese arbeitet in den Staatsämtern, der Chef ist der Staatssekretär, vorläufig alles im Umfang der jetzigen Ministerien. Der czechische Staat wird durch den deutschen Generalkonsul begrüßt. Im Landhaus fand die Gründung Deutschösterreichs statt. Die Note Deutschösterreichs an Wilson wird festgestellt unter Hinweis auf Deutsch­böhmen. Proklamation des südslavischen Staates. Vereinigung von Kroatien, Slavonien, Dalmatien und Fiume. Unruhen im slovenischen Gebiet, Plünderungen, Attentate auf Eisenbahnen durch Deserteure. Das Agramer Kommando stellt sich in den Dienst der südslavischen Staaten. Graf Hadik ungarischer Minister­präsident. In Wien kleine Demonstration für den Frieden auf dem Ballplatz, ausgehend von den „Radikal­demokraten“.26

Stiftschronik, 30. Oktober 1918

30. Okt. Mittwoch
Regen, dann besser. Konstituierung des deutsch-österreichischen Staates. Der Staatsrat wird eingesetzt. Adler für Äußeres! 2 Sozialdemokraten, 5 Deutsch­nationale, 4 Christlich-soziale. Vormittag Demonstration der Hochschüler vor dem Parlament. Dr. Groß läßt die schwarzgelbe Fahne herunterholen. Nachmittag um 3 Uhr kamen deutschnationale Scharen und darauf Sozialdemokraten vor das Landhaus. Reden vom Balkon des Land­hauses. Den Offizien werden die Kokarden mit „K“ genommen oder sie legen sie selbst ab. Es wird für die Republik demonstriert, den ganzen Nachmittag bis Abend dauert die Bewegung an. Der Nationalrat tagt die Nacht hindurch. In dieser Nacht bemächtigt sich der Nationalrat Ungarns unter Führung Michael Karolys der hauptstädtlichsten Gebäude in Budapest. Der Kaiser ernennt Karoly zum Ministerpräsidenten. Gefechte zwischen Nationalratstruppen und Bosniaken. Zuseher werden verwundet.27

31. Okt. Donnerstag
Trübes Wetter. Nachmittags kleinere Demonstrationen, namentlich von halb­wüchsigen Burschen, die die Offiziere zwingen, die Kokarden abzunehmen. Die Adler bei den Hofleutnanten werden herabgenommen. Abends gescheiterter Versuch, eine rote Garde zu bilden. Kirchbach, der Wiener Kommandant, stellt sich dem Rat zur Verfügung. Kaiserliche Erlaubnis zum Eintritt in die österreichische Armee. Aufruf des Staatsrates an die Soldaten zur Ordnung. Verhandlungen mit den Soldaten wegen Bildung von Ordnungstruppen. Die Rückverlegung der Front in die Heimat hat begonnen. Gesuch an die Italiener um Waffenstillstand. Die Soldaten werden auf den neuen Staat vereidigt werden. Rotweißrot die Farbe Deutschösterreichs. Wappen wird bestimmt. – Eine englisch-amerikanische Flotte vor Triest. Die Engländer rücken in Laibach ein. [Korrektur:] Diese Nachricht war falsch. – In Ungarn verhältnismäßig ruhiger Tag. Trotzdem wird Tisza von Soldaten erschossen. – 200 Schwerverbrecher brechen aus Möllersdorf aus. Abends missglückter Versuch, die Schwerverbrecher aus der Rossauerkaserne loszulassen. Amnestie der politischen Verbrechen.28

November 1918 Stiftschronik, 1. November 1918

1. Nov. Freitag
Den ganzen Tag gießt es. Vormittags findet die Beeidigung der Soldaten für das deutschösterreichischen Heer stadt [sic!]. Auch die Polizei tritt in die Dienste des Staates. Nachmittags Zusammenstösse mit den Bildnern der roten Garde. Einer ihrer Redner spricht, man dürfe auch vor Blutvergießen nicht zurückschrecken. Der Staatsrat lehnt die Bildung separater Garden ab (in sehr milder Form!). Morgen Samstag solle die Vor­bereitung zur Bildung der Soldatenausscheine getroffen werden, am Samstag die Wahlen stattfinden. Der letzte Landmarschall Liechtenstein tritt zurück. Große Unruhen in Triest. Hilferuf Triests nach Venedig, Mannschaften zu entsenden. Die Viribus unitis, unser schönstes Schiff, wird von den Italienern in Pola torpediert. Ein Redner des sozial-demokratischen Parteitages schlägt vor, Grund und Boden des Adels und der Kirche als Nationalvermögen zu erklären. Auch wird die Föderation der österreichischen National­staaten empfohlen. Friedrich Adler, der amnestierte Mörder des Grafen Stürgkh, wird an Stelle des verstorbenen Pernersdorfer [Anm.: in den Parteivorstand] gewählt.29

3. Nov. Sonntag
Regen und trüb. Nicht sehr kühl. Aufruf des Staatsrates, den die Gefahr durch die heimkehrenden Armeen schreckt. Daher zu freiwilliger Meldung zu Volkswehr aufgefordert. Ministerium Lammaschs Aufruf zu Ordnung. Ein Teil des Lagerhauses mit 80 Waggons Zucker etc. verbrennt. Angezündet? Straßenbild wie gestern ruhig. Die rote Garde setzt beim Deutschmeisterdenkmal die Bemühungen fort. Sie bekommt ein Quartier angewiesen und Erlaubnis, einen Verein zu bilden. Vormittags Versammlung zur Bildung des Soldatenrates. Die Versammlung zeigt sozialistischen Charakter. Die Gefangenen entweichen aus den Lagern, im allgemeinen in Ordnung. (NB: War ein Gerücht:) Doch Salzburg durch das Schärdinger Braunauer Lager gefährdet. Abends Extraausgabe mit Waffenstillstand mit Italien.30

4. Nov. Montag
Trüb, ein wenig gegen Abend viel Regen. Die trostlosen Waffenstillstands­bedingungen werden verlautbart. Am 2. Nov. hat der Kaiser dem Feldmarschall Kövess das Ober­kommando übergeben. In Linz hat es Plünderungen gegeben. Ebenso fleißig auf dem ungarischen Flachland. Die rote Garde schließt sich der Volkswehr an. P. Maurus von Pulkau hier.31

5. Nov. Dienstag
Schöner, zum großen Teil heiterer Himmel, wenn auch nebelig. Die Bildung der Volkswehr und Bürgerwehr schreitet fort. Selbstregierung des Landes Nieder­österreich wird konstituiert. Oberkurator Steiner wird Landeshauptmann. Jetzt wird erst die große Niederlage an der Piave bekannt. Die Ungarn beriefen ihre Truppen ab, daher konnte die Front nicht halten.32

6. Nov. Mittwoch
Regen. Die Feindseligkeiten hörten am 4. um 3 Uhr nachmittags auf. Trotz der Ab­machungen vom 3. Nov. 3 Uhr früh, daß sofort alles aufzuhören habe, hat die italienische Heeresleitung festgesetzt, die Feindseligkeiten erst 24 Stunden später einzustellen. Die Bahnhöfe umlagert von den fremdnationalen Truppen, die in ihre Heimat befördert werden müssen, ebenso von den Kriegsgefangenen. Die Soldaten verkaufen einfach ihre Sachen, daß an den Bahnhöfen ganze Märkte sind. Juden natürlich die Hauptmacher. Es ist eine Zeit der abenteuerlichsten Gerüchte. Z. B. wurde am 2. Nov. Samstag von der Feuerwehr auf Tramwaywagen geblasen und verkündet, daß die 12000 Italiener aus dem Gefangenenlager von Sigmundsherberg nach Wien mar­schieren und plündern wollen! Am 3. wurde von den Neuhussiten in Prag die Mariensäule vor dem Rathaus eingestürzt, die Ferdinand III. zum Danke für die Errettung vor den Schweden hatte aufstellen lassen!33

7. Nov. Donnerstag
Regen und Nebel, nachmittags besser. Ziemlich warm. Heute die Weinlese in Grinzing und Nussberg beendet. 300 Eimer, also nur 100 mehr als voriges Jahr. Bayrische Truppen rücken in Tirol und Salzburg, dazu in Egerland ein, um die Grenzen zu schützen und Ordnung zu schaffen. Die ersten Soldaten von der Front kommen nach Wien. Abrüstungsbeginn. Die Kieler Flotte meutert. Verhandlungen mit überall wegen der Lebensmittel. Neue Note an Wilson. Die Eine deutsche Kommission geht wegen Waffenstillstandsverhandlungen nach dem Westen. Der diplomatische Verkehr mit Russland wird abgebrochen wegen bolschewikischen Umbruchs der russischen Gesandt­schaft. Die Statthalterei von Niederösterreich wird von Landeshauptmann Steiner über­nommen. Die Grippeferien sind zu Ende. Heute die erste Schule wieder.34

8. Nov. Freitag
Morgens Regen, dann halbwegs Aufheiterung besser, aber trüb. Nicht kalt. Unruhen in Kiel, Hamburg etc., die Flotte meutert. Tags zwei geht Graf Karoly unterhandelt mit dem Kommandanten der Balkanarmee, Franchet d’Espèrey, der sich gegen den Soldatenrat ziemlich verwahrt. In der Nacht zum Freitag Revolution in München. Im Landtagsgebäude tagt der Soldaten- und Arbeiterrat. Freitag früh die Umwandlung vollzogen. Der Aufstand in den deutschen Städten breitet sich aus. Sozialdemokratisches Ultimatum an den Kaiser, das seinen und des Kronprinzen Rücktritt verlangt. Die Verwaltung Deutschösterreichs provisorisch geregelt. Übereinkommen mit dem jugoslavischen Staat. Mahnung Wilsons an österreichische Völker, Gewalttätigkeiten und Zügellosigkeiten zu vermeiden.35

9. Nov. Samstag
Trüb, nicht kalt. Thronverzicht Kaiser Wilhelms und des Kronprinzen. Max von Baden bleibt bis zur Einsetzung einer Vormundschaftsbehörde und schlägt den Sozial­demokraten Ebert zum Reichskanzler vor. Doch übernimmt schon sofort Ebert die Reichs­kanzlerschaft. Ein Gefecht im Berliner Schloßhof. Demon­strationen und Zusammenstöße in Berlin. Fast ganz Mittel- und Norddeutschland ist in den Händen der Soldatenräte. Die Wittelsbacher abgesetzt, der Jude Kurt Eisner Präsident der bayrischen Republik. Die Königsfamilie reist aus München ab. Deutsche Nationalversammlung wird vom scheidenden deutschen Reichskanzler angekündigt, die über die künftige Verfassungsform Deutschlands entscheiden soll. Der österreichische Staatsrat spricht in einem Telegramm an Max von Baden die Hoffnung aus, „daß an der Wahl der Nationalversammlung auch das deutsche Volk von Österreich teilnehmen wird“. Die Italiener haben Südtirol bis Brixen besetzt. Die Verhandlungen mit Czechen gescheitert. Diese wollen gegen Kohl und Lebensmittel den Anschluss Deutschböhmens an Czechien. Eine Versammlung czechisch-slovakischer Priester will Aufhebung des Zölibats und slavische Liturgie. [Anm.: Wort unleserlich] Strassenkampf in Lemberg. Die Ukrainer sollen den Polen gegenüber die Oberhand behalten haben. Die Sozialdemokraten in Berlin rufen die Republik aus trotz dem die Nationalversammlung erst entscheiden soll. Der König von Württemberg beruft württembergische Nationalversammlung, die über die Form in diesem Land entscheiden soll. Herzog von Braunschweig hat abgedankt.36

10. Nov. Sonntag
Erträgliches Wetter. Leichte Trübung. Profess des Fr. Josef, der durch seine Krankheit an der früheren Ablegung verhindert war. Die Fürsten von Hessen, Oldenburg, Sachsen abgesetzt, Baden beruft Nationalversammlung, Reuss dankt ab. Die Entente erklärt, mit einem bolschewikischen Deutschland nicht zu verhandeln. Abends werden die furcht­baren Waffenstillstands­bedingungen für Deutschland bekannt. Dieses wendet sich an Wilson mit der Bitte um Milderung. Muss aber natürlich die Bedingungen annehmen. Der deutsche Kaiser mit dem Kronprinzen hat sich auf holländisches Gebiet begeben.37

Stiftschronik, 11.–12. November 1918

11. Nov. Montag
Schönes Wetter. Erträglich warm.  Nachmittags durch Extraausgabe der Wiener Zeitung Verzicht des Kaisers auf die Ausübung der Regierung. Um 11 Uhr vormittags legt Dr. Renner dem Staatsrat das provisorische Staatsgrundgesetz für Deutschösterreich vor. Namentlich Erklärung der Republik und Anschluß an Deutschland. Morgen Vorlage des Gesetzes an die Nationalversammlung. Der letzte deutsche Heeresbericht erscheint. Staatssekretär für Äußeres Dr. Viktor Adler stirbt, vom Schlag getroffen. Pfarrer Adrian zu Gast.38

12. Nov. Dienstag
Leicht getrübtes Wetter. Um 3 Uhr nachmittags die Sitzung der provisorischen National­versammlung und Ausrufung der deutsch­österreichischen Republik mit Anschluss an Deutschland. Die Arbeitermassen sind in langem Zuge vor dem Parlament erschienen, auch die Deutschnationalen. Im ganzen soll ¼ Mill. versammelt gewesen sein. Fritz Adler hält eine blutrünstige Rede. Dann verkündet an der Rampe des Hauses der Präsident Dinghofer die Republik. Die rotweißrote Fahne soll aufgezogen werden, ein Offizier und 2 Soldaten zerhauen sie, sodass nur die rote übrig bleibt. Es fällt ein Schuss. Unmittelbar drauf wird ins Parlament geschossen, der Chef des Presswesens Brüggel bekommt einen Schuss ins Auge. Die rote Garde hatte die Sicherung des Parlaments übernommen. Die Schiesserei geht eine Zeit lang fort. Die Massen flüchten sich. Eine Anzahl Verwundeter oder im Gedränge verletzter, 2 ganz Zertretene. Ein hübscher Anfang! An demselben Tag Vormittag letzte Sitzung des alten Parlaments. Schluss durch Dr. Groß, der auf unbestimmte Zeit die nächste Sitzung ansagte.39

14. Nov. Donnerstag
Schöner Tag, in der Früh 0°. Abends ein paar Schneegestöber. In Czechien Erklärung der Republik mit Masaryk als Präsident. Kramars Ministerpräsident. Der Kaiser verzichtet auf die Regierungsgeschäfte in Ungarn. Er hat sich schon montags in zivil von Schönbrunn nach Eckartsau begeben. Staatserklärung über die Grenzen des österreichischen Staates. Deutschböhmen gehört dazu. Auch Kramars erklärt, Deutschböhmen gehört zum czechischen Staat. In der Schweiz wird ein bolschewikischer Aktionsversuch endlich überwunden. Der „Abend“, das Wiener Bolschewikenblatt, beginnt mit der Hetze gegen Klerus. „Nach dem Thron der Altar.“ Aufruf an die Landgemeinden wegen des drohenden Hungers in den Städten. Unsere Felder in Breitenlee werden geplündert. Die Emauser deutschen Benediktiner, die aus Prag weichen mussten, reisen über Wien nach Sekkau.40

16. Nov. Samstag
Trüb. Kalt. Die Italiener wollen die Triglavgrenze! Tirol treibt Sonderpolitik. Ungarn wird zur Republik ausgerufen. Todesstrafe für Plünderer. Große Einschränkung des Gas- und Elektrizitätsverbrauches. Gefahr, daß keine Kohle in Wien. Ebenso großer Zucker­mangel. Fleisch fast gar keines. Kartoffel per Woche ½ Kilo auf den Kopf.41

Stiftschronik, 18.–20. November 1918

18. Nov. Montag
Trüb und kalt. Gegen die Plünderungen in Breitenlee gibt es keine Hilfe, trotz Audienz beim Unterstaatssekretär Waihs [im] Kriegsministerium und Landes­hauptmann Steiner. In Deutschland Streit zwischen den Sozialisten, ob Diktatur oder Nationalversammlung. Das Bolschewikentum scheint in Deutschland herumzugreifen.42

19. Nov. Dienstag
Vormittags schön, nachmittags trüb und kalt. Schändliches Benehmen der vielfach jüdischen Wachoffiziere in der Hofburg und in Schönbrunn. Letzten Sonntag in der Burgkapelle keine Predigt unseres P. Cölestin mehr.43

20. Nov. Mittwoch
Schönes Wetter, nicht allzu kalt. Mittags 4°. R. Abt von Sekkau zu Gaste. Die Adelstitel in Böhmen abgeschafft. Schwarzenberg, Lobkowitz und Martinitz Grundbesitz enteignet. Schon langsam beginnt Stimmungsmacherei für die Wahlen.44

Memorabilienbuch des Priorats Memorabilienbuch, 12. November 1918

Im Kontrast zu den ausführlichen, aber neutralen Notizen der Stiftschronik kommentiert das vom Prior des Klosters, P. Ägid Pfeiffer, geführte knappere Memorabilienbuch des Priorats die Ausrufung der Republik zwar nur lapidar, zugleich jedoch deutlich emotionaler (und nicht sehr republikanisch): „Heute wurde das alte Österreich begraben und die Republik Deutsch-Österreich proklamiert. […] Ähnliche Gefühle erfüllen das Herz, wie sie im 136. Psalme angeregt werden. Mit Wehmut gedenke ich meines alten Österreichs“.

Der angesprochene Psalm 136 (Zählung der Septuaginta und Vulgata; nach Einheitsübersetzung Psalm 137) lautet: „An den Strömen von Babel, da saßen wir und wir weinten, wenn wir Zions gedachten. […] Denn dort verlangten, die uns gefangen hielten, Lieder von uns, unsere Peiniger forderten Jubel: Singt für uns eines der Lieder Zions! […] Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, dann soll meine rechte Hand mich vergessen. […] Tochter Babel, du der Verwüstung Geweihte: Selig, wer dir vergilt deine Taten, die du uns getan hast! / Selig, wer ergreift und zerschlägt am Felsen deine Nachkommen!“.

Die Themenschau „1918: Ein hübscher Anfang!“ kann von 12. November 2018 bis 10. Februar 2019 im Museum im Schottenstift besichtigt werden. Der Zugang erfolgt über den Klosterladen (Freyung 6, 1010 Wien).

  1. Max Hussarek von Heinlein (1865–1935), k.k. Ministerpräsident Cisleithaniens 1918.
  2. Munitionsfabrik Wöllersdorf bei Wiener Neustadt.
  3. Amand Oppitz (1869–1947), Abt des Schottenstifts 1913–1930.
    Anton Mayer (1838–1924), Historiker, Leiter des Niederösterreichischen Landesarchivs 1895–1909, Absolvent des Schottengymnasiums.
    Leopold Rost (1842–1913), Abt des Schottenstifts 1901–1913.
  4. Konstantin Vidmar (1851–1937), Mönch des Schottenstifts, Pfarrer in Gaweinstal.
  5. Josef Platzer (1894–1951), Mönch des Schottenstifts.
    Maximilian Fellner (1876–1927), Mönch des Schottenstifts, Pfarrer in Martinsdorf.
  6. Aleksandar Malinow (1867–1938), Ministerpräsident Bulgariens 1908–1911, 1918 und 1931.
  7. Amand Figlhuber (1894–1968), Mönch des Schottenstifts.
    Josef Platzer: siehe 25. Sep.
  8. Friedrich König (1872–1956), Mönch des Schottenstifts, Pfarrer in Enzersfeld.
    Josef Platzer: siehe 25. Sep.
  9. Amand Figlhuber: siehe 29. Sep.
    Klemens Sieber (1894–1959), Mönch des Schottenstifts.
    Friedrich Fiedler (1872–1945), Mönch des Benediktinerklosters Admont.
  10. Ferdinand I. (1861–1948), Fürst bzw. Zar von Bulgarien 1887/1908–1918.
  11. Josef Platzer: siehe 25. Sep.
    Amand Figlhuber: siehe 29. Sep.
  12. Friedrich Gustav Piffl (1864–1932), Erzbischof von Wien 1913–1932, Kardinal.
    Wenzl Czepa (1868–1941), Mönch des Schottenstifts, Kurat an der Schottenkirche.
    Erzherzogin Maria Josefa (1867–1944), Mutter Kaiser Karls I. (siehe 23. Okt.).
    Woodrow Wilson (1856–1924), Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika 1913–1921.
  13. Mario Grünhut (1904–1918), Schüler des Schottengymnasiums.
  14. Max Hussarek von Heinlein: siehe 11. Sep.
    Georg von Hertling (1843–1919), Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs 1917–1918.
    Max von Baden (1867–1929), Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs 1918.
    Maximilian Fellner: siehe 25. Sep.
  15. Sándor Wekerle (1848–1921), Ministerpräsident Ungarns 1892–1895, 1906–1910 und 1917–1918.
  16. Maria Enzersdorf südlich von Wien, Weingut des Schottenstifts.
  17. Max Hussarek von Heinlein: siehe 11. Sep.
    Sándor Wekerle: siehe 12. Okt.
  18. Amand Figlhuber: siehe 29. Sep.
    Josef Platzer: siehe 25. Sep.
  19. August Böhm (1865–1931), Oberstadtphysikus von Wien 1911–1931.
    Fettkarte: Lebensmittelkarte mit Marken für Butter, Margarine und Schmalz.
    Blauer Luttenberger, alte südsteirische Weinsorte.
  20. Amand Figlhuber: siehe 29. Sep.
    Josef Platzer: siehe 25. Sep.
    Woodrow Wilson: siehe 6. Okt.
  21. Franz Dinghofer (1873–1956), deutschnationaler Politiker.
    Jodok Fink (1853–1929), christlichsozialer Politiker, Vizekanzler Österreichs 1919–1920.
    Karl Seitz (1869–1950), sozialdemokratischer Politiker, Präsident der Konstituierende National­versammlung Österreichs 1919–1920, Bürgermeister von Wien 1923–1934.
    Woodrow Wilson: siehe 6. Okt.
  22. K.u.k. Infanterieregiment „Graf Jellacic“ Nr. 79.
    Sándor Wekerle: siehe 12. Okt.
    Karl I. (1887–1922), Kaiser von Österreich 1916–1918, Absolvent des Schottengymnasiums.
  23. Woodrow Wilson: siehe 6. Okt.
    Stephan Burián von Rajecz (1852–1922), k.u.k. Finanzminister 1903–1912 und 1916–1918, k.u.k. Außenminister 1915–1916 und 1918.
    Gyula Andrássy von Csík-Szent-Király und Kraszna-Horka (1860–1929), k.u.k. Außenminister 1918.
    Kapitel de re oeconomica: Wirtschaftsrat des Klosters.
  24. Woodrow Wilson: siehe 6. Okt.
    Erich Ludendorff (1865–1937), deutscher General, Erster Generalquartiermeister des Deutschen Kaiserreichs 1916–1918.
    Max Hussarek von Heinlein: siehe 11. Sep.
    Heinrich Lammasch (1853–1920), k.k. Ministerpräsident Cisleithaniens 1918, Absolvent des Schotten­gymnasiums.
    Richard Hampe (1863–1931), k.k. Minister für Kultus und Unterricht 1918.
    Ignaz Seipel (1876–1932), Priester, k.k. Minister für soziale Fürsorge 1918, Bundeskanzler Österreichs 1922–1924 und 1926–1929.
  25. Gyula Andrássy von Csík-Szent-Király und Kraszna-Horka: siehe 24. Okt.
    Woodrow Wilson: siehe 6. Okt.
    Max von Coudenhove (1865–1928), Statthalter von Böhmen 1915–1918.
    Mihály Károlyi von Nagykároly (1875–1955), Ministerpräsident, dann Staatspräsident Ungarns 1918–1919.
  26. Woodrow Wilson: siehe 6. Okt.
    János Hadik von Futak (1863–1933), Ministerpräsident Ungarns 1918.
  27. Victor Adler (1852–1918), Begründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Absolvent des Schotten­gym­nasiums.
    Gustav Groß (1856–1935), deutschliberaler Politiker, Präsident d. k.k. Abgeordneten­hauses 1917–1918.
    Mihály Károlyi von Nagykároly: siehe 28. Okt.
    Karl I.: siehe 23. Okt.
  28. Johann von Kirchbach auf Lauterbach (1858–1920), Stadtkommandant von Wien 1916–1918.
    István Tisza von Borosjenő und Szeged (1861–1918), Ministerpräsident Ungarns 1903–1905 und 1913–1917.
    Militärstrafanstalt im Schloss Möllersdorf bei Traiskirchen in Niederösterreich.
  29. Aloys von Liechtenstein (1846–1920), Landmarschall von Niederösterreich 1906–1918, christlichsozial.
    Friedrich Adler (1879–1960), sozialdemokratischer Politiker, Sohn Victor Adlers (siehe 30. Okt.).
    Karl Stürgkh (1859–1916), k.k. Ministerpräsident Cisleithaniens 1911–1916.
    Engelbert Pernerstorfer (1850–1918), sozialdemokratischer Politiker, Vizepräsident des k.k. Abgeordnetenhauses 1907–1918, Absolvent des Schottengymnasiums.
  30. Heinrich Lammasch: siehe 27. Okt.
  31. Karl I.: siehe 23. Okt.
    Hermann Kövess von Kövesshaza (1854–1924), Feldmarschall, letzter Oberkommandierender der k.u.k. Armee.
    Maurus Knappek (1890–1968), Mönch des Schottenstifts, Kooperator in Pulkau, später Abt von Altenburg.
  32. Leopold Steiner (1857–1927), christlichsozialer Politiker, Landeshauptmann von Niederösterreich 1918–1919.
  33. Kriegsgefangenenlager Sigmundsherberg bei Horn in Niederösterreich.
    Ferdinand III. (1608–1657), römisch-deutscher Kaiser 1637–1657.
  34. Grinzing und der Nussdorfer Nussberg im 19. Wiener Gemeindebezirk, Weingüter des Schottenstifts.
    Woodrow Wilson: siehe 6. Okt.
    Leopold Steiner: siehe 5. Nov.
  35. Mihály Károlyi von Nagykároly: siehe 28. Okt.
    Louis Félix Marie Franchet d’Espèrey (1856–1942), franz. General, Oberbefehlshaber am Balkan 1918–1920.
    Wilhelm II. (1859–1941), Deutscher Kaiser 1888–1918.
    Wilhelm von Preußen (1882–1951), Deutscher Kronprinz 1888–1918.
    Woodrow Wilson: siehe 6. Okt.
  36. Wilhelm II.: siehe 8. Nov.
    Max von Baden: siehe 8. Okt.
    Friedrich Ebert (1871–1925), deutscher sozialdemokratischer Politiker, Reichskanzler, dann Reichs­präsident der Weimarer Republik 1919–1925.
    Kurt Eisner (1867–1919), deutscher sozialdemokratischer Politiker, Ministerpräsident des Freistaats Bayern 1918–1919.
  37. Josef Platzer: siehe 25. Sep.
    Woodrow Wilson: siehe 6. Okt.
    Wilhelm II.: siehe 8. Nov.
    Wilhelm von Preußen: siehe 8. Nov.
  38. Karl I.: siehe 23. Okt.
    Karl Renner (1870–1950), sozialdemokratischer Politiker, Staatskanzler Österreichs 1918–1920 und 1945, Bundespräsident Österreichs 1945–1950.
    Victor Adler: siehe 30. Okt.
    Adrian Fatz (1850–1919), Mönch des Schottenstifts, Pfarrer in Breitenlee.
  39. Friedrich Adler: siehe 1. Nov.
    Franz Dinghofer: siehe 22. Okt.
    Ludwig Brügel (1866–1942), sozialdemokratischer Journalist.
    Gustav Groß: siehe 30. Okt.
  40. Tomáš Garrigue Masaryk (1850–1937), Staatspräsident der Tschechoslowakei 1918–1935.
    Karel Kramář (1860–1937), Ministerpräsident der Tschechoslowakei 1918–1919.
    Karl I.: siehe 23. Okt.
  41. Triglav (Monte Tricorno) in den Julischen Alpen.
  42. Erwin Waihs (1880–1959), christlichsozialer Politiker, Absolvent des Schottengymnasiums.
    Leopold Steiner: siehe 5. Nov.
  43. Cölestin Wolfsgruber (1848–1924), Mönch des Schottenstifts, Universitätsprofessor, Hofprediger.
  44. Laurentius Zeller (1873–1945), Abt des Benediktinerklosters Seckau 1908–1925, später Bischof in Brasilien.

Mit Astor Piazzolla ins Schloss Schattenhall

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Im getippten Zitat  aus Walter Moers′ Die Stadt der Träumenden Bücher (2004) hat eine sorgfältige Kinderhand den Ort aus Wahn und Schall / Genannt Schloss Schattenhall mit blauer Füllertinte umrahmt, ein Tintenpfeil verweist  auf die Interpretation. ->Bei uns: Bibliotheca Johannei.  Locus amoenus: Sechstklässler präsentieren an ihrem Lieblingsort in der Neuen Bibliothek des Johanneums in Hamburg ihre literarischen Lieblingsstellen.

Blick in die alte Hauptbibliothek des Johanneums, Hamburg

Die Gelehrtenschule des Johanneums, eröffnet 1529 nach einer Initiative des Reformators Johannes Bugenhagen (1485-1558) in Hamburg, hält in ihrer historischen Hauptbibliothek einen  Buchbestand von ca. 55.000 Exemplaren.

Blick in die Neue Bibliothek mit Fenster zum Altbestand im Hintergrund

Gestern, Donnerstag 8. November 2018, richtete die Schule eine Geburtstagsfeier aus: 10 Jahre Neue Bibliothek, die am 11. November 2008 – ebenfalls an einem Donnerstag – erstmals ihre Türen fürs Publikum geöffnet hatte.  Inken Hose, Direktorin des Johanneums, begrüßte die Geburtstagsgäste in der Aula mit einem Zeitraffer durch die Entwicklungsjahre des Projekts einer Neuen Bibliothek: die bemerkenswerte Zusammenarbeit der Schule mit einer eigens gewonnenen Fachberatung durch Bibliothekswissenschaftler und Architekten, die große Bereitschaft finanzieller Unterstützung von Spendern,  Sponsoren und Stiftungen sowie die Identifizierung von Lehrern,  Schülern und Eltern mit dem geplanten Bau – eine Phalanx, die seinerzeit die entscheidende Behörde überzeugte, den privat finanzierten Bau zu genehmigen. Nun waren erstmals auch der Blick und der Zugang frei geworden zum großen Altbestand, der seit 1914 in dem durch Gitterboden zweigeschossig angelegten alten Bibliotheksraum untergebracht ist – vor mehr als 100 Jahren ersonnen vom Hamburger Oberbaudirektor Fritz Schumacher(1869-1947).

Ines Domeyer, Altphilologin und pädagogische Leiterin der Bibliothek des Johanneums, erläutert das pädagogische Konzept der Bibliothek.

Die Bibliotheca Johannei ist der Mittelpunkt des Schullebens – das war in der Feierstunde mit bezaubernden musikalischen Beiträgen spürbar und bei den anschließenden Führungen durch die Bibliothek nebst kleinen, dort überall lauernden Vortragsüberraschungen durch Schülerinnen und Schüler auch zu erfahren.  Begeisterung für Bücher entsteht hier nicht nur durch die gelungene architektonische Lösung, sondern vor allem auch durch ein kluges bibliothekarisches Konzept, das die Gesamtheit aller Medien – der gedruckten wie der digitalen, ganz alter und ganz neuer – so zu vermitteln weiß, dass junge Leuten sich verführen lassen zur geduldigen, eigenständigen Erschließung  ihnen unbekannter Welten in Wort, Bild, Ton.

Kai Schröder, Diplombibliothekar und bibliothekarischer Leiter der Bibliothek des Johanneums, erklärt die technische Handhabung des Aufsichtscanners.

Bevor sich die Gäste  in die Ehrenhalle zum Süppchen und zum Plaudern hatten zurückziehen dürfen,  machte Prof. em. Birgit Dankert ihren Festvortrag über Phantastische Potentiale aus der Welt der Bibliotheken zum Höhepunkt der Feierstunde: sie entführte die Zuhörer für eine halbe Stunde in Imperien – Paradiese – Delirien bibliothekarischer Ideen. Und neben einem phantastischen Bau in Cottbus, Borges′ Babel, zernichtetem schriftlichen Kulturgut in Timbuktu, Aby Warburgs Mnemosyne und der Bibliothek ohne Bücher in Aarhus schien bereits Schloss Schattenhall zu gaukeln; der Klang des Tangos von Astor Piazzolla, von einem Künstler aus der 8. Klasse auf dem Akkordeon wunderschön vorgetragen, blieb im Ohr: Plus Ultra.

Beitragsbild

Gelehrtenschule des Johanneums, Hamburg. Foto: © Ajepbah / Wikimedia Commons / Lizenz: CC-BY-SA-3.0 DE

Übrige Fotos

Felicitas Noeske / Lizenz: CC BY-SA 4.0

Rastatter Runde mit erster Presse!

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Badisches Tagblatt, Samstag, 3. November 2018

Das Netzwerk Historische Schulbibliotheken „Rastatter Runde” hat eine erste Presse! Im Badischen Tagblatt erschien am 3. November 2018 ein Artikel des Redakteurs der Lokalredaktion Rastatt Sebastian Linkenheil, eines kenntnisreichen und einfühlsamen Beobachters Badischen Kulturguts.  Seine Feder begleitete in der Vergangenheit bereits wiederholt die Historische Bibliothek der Stadt Rastatt, in der das Netzwerk sich konstituierte, mit interessanten Veröffentlichungen.

Neue Fachreferentin für Ordensarchive und -bibliotheken

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Ich übernehme mit 1. November 2018 die Stelle einer Fachreferentin für Archive und Bibliotheken im Referat für die Kulturgüter der Orden. Ich freue mich darauf, aktiv dazu beizutragen, das historische Schriftgut der Orden für die Zukunft zu bewahren. Als engagierte Archivarin und Historikerin bin ich mit Archivgut und den damit einhergehenden Herausforderungen gut vertraut.

Kategorien: Referat für die Kulturgüter der Orden

Im Film: die alte Bibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Das Ratsgymnasium Bielefeld hat nicht nur eine tolle alte Bibliothek, sondern auch einen kleinen, sehr feinen Image-Film!

„Die alte Schulbibliothek“ – Link zum Film bei YouTube (4:40min)

Siehe auch:

Artikel im Fabian Handbuch der historischen Buchbestände
• Eine ältere Präsentation der Bibliothek auf der Schulhomepage

Beitragsbild

Foto: Andreas 06
(Quelle und Lizenz)

Holzmindener Bibel-Fragmente

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Herzogliches Gymnasium Holzminden, um 1897 (Quelle und Lizenz)

Die Holzmindener Bibel-Fragmente sind verschollen. Die Inkunabel, in deren Deckel sich die Fragmente befanden, bevor man sie dort vermutlich herauslöste, ist ebenfalls nicht mehr nachweisbar.  Bruchstücke und Inkunabel befanden sich noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Bibliothek des Herzoglichen Gymnasiums Holzminden, heute das Campe-Gymnasium.

Die verschwundenen Fragmente nebst dem sie bewahrenden Wiegendruck stammten aus der Buchsammlung von Jakob Burckhard (1681 -1752), Hofrat und Bibliothekar in Wolfenbüttel.  1760 erwarb die Amelunxborner Klosterschule,  später nach Holzminden verlegt und zum Herzoglichen Gymnasium avanciert , die Bibliothek Burckhards, fast 9000 Bände, von dessen Erben;  299 Bände hatte bereits 1755 die Wolfenbütteler Bibliothek in Besitz genommen. 1902 beschreibt und ediert Wilhelm Allers, Oberlehrer und Buchhüter des Gymnasiums, die Bibelfragmente, die er dem 12. oder 13.  Jahrhundert zuordnet.1 Laut Handschriftencensus handelte es sich bei den Bruchstücken um „2 Querstreifen aus 1 oder 2 Doppelblättern“.2  Allers erkennt in dem Verfasser einen „gewandten Übersetzer“3 der Evangelien ins Deutsche, das Kurt Ruh 1983 im Thüringischen lokalisiert.4 Als Beleg für seine Zuordnung zu einzelnen Passagen aus der Bibel stellt Allers seine Transkriptionen der Bruchstücke synoptisch dar neben die jeweiligen Texten der Vulgata und bei den Stücken des Johannes-Evangeliums überdies neben die erste deutschen Bibelübersetzung durch einen Nürnberger Geistlichen namens Matthias Behaim aus dem 14. Jahrhundert,  der bei Allers so genannten „Behaimschen Übersetzung“5

Der Einband, in dem die Bibelbruchstücke vor gut 100 Jahren aufgefunden wurden,  schützte eine Ausgabe des Vocabularius breviloquus von Johannes Reuchlin (1455-1522), gedruckt von Anton Koberger in Nürnberg 1498.6 Die Burckardiana aus der Holzmindener Gymnasialbibliothek wurden 1949, zusammen mit weiteren wertvollen Beständen, von der Niedersächsischen Landesbibliothek Gottfried Wilhelm Leibniz in Hannover übernommen.7 In Hannover findet sich kein Nachweis dieser Inkunabel; ob und wann die Fragmente herausgelöst wurden, bleibt Vermutung.8 Die weiteren Bestände der Holzmindener Gymnasialbibliothek werden heute in Schloss Bevern aufbewahrt.9

Der einzige Abdruck der verschwundenen Bruchstücke stammt von  Oberlehrer Allers 1902, ist als Sonderdruck aus  einem Schulprogramm erhalten und online einsehbar.10 Die Schulprogramm genannten Jahresberichte der Gymnasien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts stellen nicht nur die wertvollste Quelle zur Schulgeschichte dieses Landes dar, sondern beherbergen auch nicht selten den einzigen verbliebenen Nachweis von in den Zeitläuften, überdies zweier Weltkriege, unwiederbringlich verloren gegangenem Kulturgut. Dass wertvollstes Schriftgut in Gymnasialbibliotheken eine Heimat hatte und in vielen Fällen heute noch hat, ist nach wie vor in der Öffentlichkeit wenig bekannt.

Wissenschaftliche Beilage zum Jahresberichte des Herzoglichen Gymnasiums zu Holzminden. Aus einer alten Bibliothek. Von Dr. Wilh. Allers, Oberlehrer. Holzminden. Druck von J. H. Stocks Buchdruckerei. 1902. [1902. Programm Nr. 777]Oberlehrer Wilhelm Allers zitiert 1902  leicht versteckt in einer Fußnote aus dem Bericht eines Direktors des Holzmindener Herzoglichen Gymnasiums von 1865 zur Buchsammlung Jakob Burckhards, einer Sammlung,  die 100 Jahre zuvor 1760 immerhin der Grundstock für die Holzmindener Gymnasialbibliothek gewesen war:

„Es ist die Bibliothek eines Bibliothekars. […] es mögen nicht wenige seltene Sachen darin sein, namentlich an Dissertationen11, aber das meiste ist veraltet.  Für die gewöhnlichen Studien eines Gymnasiallehrers ist überaus wenig darin brauchbar.“12

Anzunehmen ist, dass sich mancherorts derlei Denken über historische Bestände in Schulbibliotheken womöglich tradiert haben könnte bis auf den heutigen Tag.

Literatur

Wilhelm Allers, Aus einer alten Bibliothek (Wissenschaftliche Beilage zum Jahresberichte des Herzoglichen Gymnasiums zu Holzminden), Holzminden 1902, S. 3-11

Anmerkungen
  1. Wilhelm Allers, Aus einer alten Bibliothek (Wissenschaftliche Beilage zum Jahresberichte des Herzoglichen Gymnasiums zu Holzminden), Holzminden 1902, S. 3-11
  2. Handschriftencensus/1557. Marburger Repertorium: Deutschsprachige Handschriften des 13. und 14. Jahrhunderts, November 2001
  3. Allers (1902), S. 5
  4. Kurt Ruh, Holzmindener Bibel-Fragmente. In: 2VL 4 (1983), Sp. 120
  5. Allers (1902), S. 6
  6. GW M37925; Allers (1902), S. 4
  7. Zur Reise der Burckadiana: HAB, Gelehrtenbibliotheken des 18. und 19. Jahrhunderts (von Wolfenbüttel werden 10 000 Bände angegeben, vgl. dazu Allers (1902);  GWLB, Handschriften und alte Drucke; Fabian, Handbuch der historischen Buchbestände (1.51)
  8. Carsten Kottmann: Das buch der evangelii und epistel. Studien und Texte zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit, Bd. Waxmann, Münster 2009, Bd. 14, S. 51
  9. Schloss Bevern, Historische Bibliotheken: 2. Historische Bibliothek des Campe-Gymnasiums Holzminden
  10. Bei archive.org; mit Dank an Klaus Graf für den Link
  11. Allers bemerkt in Klammern, es handele sich dabei um „mehrere Tausend“.
  12. Allers (1902), S. 3

Matrikenührung in Österreich: Neuer Überblick erschienen!

Diözesanarchiv St. Pölten -

In Sidebar anzeigen:  ja

Felix Gundacker hat einen Überblick zur Geschichte der Matrikenführung in Österreich verfasst, der zahlreiche neue Detailerkenntnisse enthält. Allen zu empfehlen, die mit dieser Quelle forschen.

Kostenlos auf der Website von Felix Gundacker herunterzuladen: http://www.felixgundacker.at/felix/downloads/fgpubkonzil.shtml

Gedächtnistafel für in Auschwitz ermordeten Absolventen des Schottengymnasiums

Archiv des Schottenstifts -

Am 9. November 2018, dem 80. Jahrestag der Novemberpogrome im Jahr 1938, lädt das Schottenstift um 18.00 Uhr zu einem Gedenkgottesdienst in der Schottenkirche und zur anschließenden Enthüllung einer Gedächtnistafel im Schottengymnasium für Dr. Günther Fischer ein. Fischer, jüdischer Herkunft und getauft, war in den 1920er-Jahren Schüler des Gymnasiums und danach Rechtsanwalt. 1942 wurde er mit 34 Jahren im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Die neue Gedächtnistafel soll auch als Kontrast zu den im Schottengymnasium bereits bestehenden Kriegerdenkmälern aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg verstanden werden.

Schottillion-Bericht über den Abzug der Iren

Archiv des Schottenstifts -

Das Jahr 2018 steht im Schottenstift ganz im Zeichen des 600. Jahrestages des Abzugs der irischen Mönche aus Wien. Über die Themenschau „1418: Als aus Schotten »Schotten« wurden“ wurde an dieser Stelle bereits berichtet. Nun ist auch im aktuellen Schottillion, dem Magazin für Jung- und Alt-Schotten, ein Artikel zum Thema erschienen:

Maximilian Alexander Trofaier, Irischer Abschied. Themenschau „1418: Als aus Schotten »Schotten« wurden“ im Museum im Schottenstift, in: Schottillion 65 (2018) 8.

Der gesamte Schottillion ist auch online abrufbar.

Gründerzeiten…

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Am 20. Oktober 2018 fanden sich die Vertreter von fünf Gymnasialbibliotheken aus Hamburg, Niedersachsen und Baden-Württemberg zusammen zu einer konstituierenden Sitzung: ein Netzwerk für Historische Schulbibliotheken soll her: für Bibliotheken mit historischem Altbestand, die sich an Schulen – in der Regel an Gymnasien –  befinden, dort bewahrt, gepflegt und von dort aus vermittelt werden.

Die laut Fabians Handbuch der historischen Buchbestände angeblich vorhandenen Gymnasialbibliotheken sind heute möglicherweise gar nicht mehr am Ort, in den meisten Fällen findet sich kein Hinweis auf der Schulhomepage, und wenn doch, nur in wiederum ganz wenigen Fällen ein Betreuername, oft auch der bereits längst nicht mehr aktuell im Amt. Gesucht und gefunden für eine Gründerrunde wurden am Ende doch eine Reihe von an den Schulen selbst wirkenden Kollegen, Lehrer wie Bibliothekare, von denen allerdings – Schulzeit ist keine Schonzeit – der Einladung zum 20. Oktober 2018 nach Rastatt in die hinreißende Historische Bibliothek im Ludwig-Wilhem-Gymnasium nur wenige folgen konnten.

Rastatter Runde 20. Oktober 2018

Die Rastatter Runde veranstaltete im großen Bibliothekssaal anhand eines Thesenblatts ein Feuerwerk des Austauschs zu Personal- und Raumfragen,  Bestandserhaltungs- und Vermittlungsstrategien sowie die allgemeine Bedeutung der speziellen Sammlungsform Gymnasialbibliothek als wertvollem Kulturgut . Man war sich rasch einig, dass die kleine Runde dafür genau das Richtige  gewesen sei und am Ende gab’s Ergebnisse: die entscheidenen Ziele, die Verabredung für ein weiteres, bereits betiteltes Treffen im nächsten Jahr und ein Protokoll.

Modelle der Handdruckpresse (aus dem Gutenberg-Museum in Mainz), mit denen die jüngeren Schüler Papierchen bedrucken dürfen.

Am späten Nachmittag dann eine Führung durchs ehemalige Refektorium, in dem sich das Magazin, ständige Ausstellungsvitrinen und die Arbeitsplätze befinden.  Anschaulich sind auch die dort aufgebauten Materialien und Werkzeuge, die die lange Geschichte der Buchkultur verdeutlichen und einem Publikum erfahrbar machen.

Am nächsten Tag, am Sonntag, dann im knackevollen ICE retour – mit mehr als Hoffnung im Gepack, und im Tablet schon mal die #Netzwerk -Seite bei bibliotheca.gym erstgebastelt – macht mit!

Anhang

#NetzwerkHistGymBib/Tagesordnung (Pdf)
#NetzwerkHistGymBib/Thesenblatt (Pdf)
#NetzwerkHistGymBib/Protokoll (Pdf)

Weblinks

Erste Meldung im Blog Archivalia

Fotos

#NetzwerkHistGymBib, CC BY-SA 4.0

Matelda tanzt

Gymnasialbibliotheken und -archive -

Matelda pflückt Blumen und trifft Vergil (links) und Dante am Eingang zum irdischen Paradies. Dante Alighieri, La Comedia, purg. XXVIII, V. 38 ff.; Codex Altonensis, zweite Häfte 14. Jahrhundert, fol. 88r (Detail). Hamburg, Bibliothek des Christianeums, Sign. R 7/2

Matelda pflückt ganz allein in blühenderUmgebung Blümchen am Bächlein: una donna soletta (purg. XXVIII, 40), die auf Blumen wandelt und tanzt, sè donna che balli (purg. XXVIII, 53) . Das gefällt zwei reisenden Herren namens Vergil und Dante. Die beiden Herren haben eine Höllenreise hinter sich, hinunter durch Feuer und Eis (inferno), sie sind über Wasser gesegelt und den Läuterungsberg hinaufgeklettert (purgatorio) , und sie stehen nun an dessen Gipfel vorm irdischen Paradies Eden,  dem Vorgarten zur ultimativen Erkenntnis in himmlischer Unendlichkeit (paradiso).

„P[er] cotal prego detto mi fu: prega / matelda che il ti dica […]“ Dante, La Comedia, purg.  XXXIII, V. 119; Codex Altonensis, 14. Jahrhundert, fol. 89v (Detail). Hamburg, Bibliothek des Christianeums, Sign. R 7/2Die schöne, junge Dame wirkt im Folgenden als Begleiterin Dantes durchs irdische Paradies, am Ende abgelöst durch Beatrice, Dantes Traumfrau, die sich als Escortillusion für die anschließende Reise ins paradiso bereithält; der bisherige Reiseleiter Vergil verabschiedet sich aus der Geschichte.  Mateldas Name kommt nur ein einziges Mal vor, und zwar kurz vor dem Start Dantes zum letzten Teil seiner Odyssee in die unendlichen Welten seines erzählenden Ichs (purg. XXXIII, 119).

Der Kosmos in Dantes Commedia, entstanden um 1300 bis 1320, ist von Hundertschaften an Personal bevölkert – darunter auch zahlreichen Namen aus der wirklichen Welt des Geistes, der Macht und des Glaubens; sie brutzeln in der Hölle, läutern sich schmerzlich, und nur auserwählte Köpfe begegnen sich, uns und dem Ich-Erzähler im Paradies.  Matelda gehört zu den rätselhaften Figuren und bietet der Forschung immer wieder Anlass für den Versuch, das Rätsel um die Identität eines wirklichen Lebens lösen zu wollen. Vermutet und umstritten gleichermaßen sind gleich mehrere Mathilden1, die benediktinische Nonne Mathilde von Hachenborn (1241-1298 o. 1299), Mathilde von Magdeburg (1207-1282) und die  Mathilde von Tuszien (um 1046-1115).2

Matelda hat Dante in den Fluss Lethe geschubst, zwingt ihn, davon ums Vergessen zu trinken, führt ihn dann den vier weltlichen Tugenden zu, den Fluss rechts zum Falz; rechts bringt sich bereits Beatrice ins Bild.  Dante Alighieri, La Comedia, purg. XXVI, V. 100 ff.; Codex Altonensis, zweite Häfte 14. Jahrhundert, fol. 94v und 95r. Hamburg, Bibliothek des Christianeums, Sign. R 7/2

Der erste Auftritt Mateldas im Codex Altonensis aus dem 14. Jahrhundert (Hamburg, Gymnasium Christianeum) ist auch ihr letzter in Farbe, die Kolorierung endet auf der Rückseite des Blattes. Sie  ist, solange ihr Begleiterservice anhält,  weitere zehn Mal als Federzeichnung auf den folgenden Blättern präsent im lang ausgeärmelten Kleid. Mit Matelda endet auf Blatt 96v zudem die Illustrierung der zuvor von verschiedenen Händen überaus bunt illuminierten Pergamenthandschrift überhaupt: nur noch die Textkolumnen sind bis zum Ende geschrieben, das paradiso blieb Schrift allein . Der Grund für diesen seltsam abrupt erscheinenden Abgang der Zeichenkünstler des Skriptoriums könnte in den sehr alten, in die Entstehungszeit der Handschrift zu datierenden Schäden  liegen.3

Codex Altonensis, zweite Hälfte 14. Jahrhundert, fol. 144v, 145r. Hamburg, Bibliothek des Christianeums, Sign. R 7/2

Die umfangreiche Handschrift weist an ihrem Ende einen auffallend sorgfältig vor Jahrhunderten reparierten und durch mehrere Blätter gehenden Brandschaden auf sowie einen Wasserschaden, der ebenfalls vor sehr langer Zeit liebevoll ausgebessert wurde. Mateldas Auftritt und Abgang aus der Geschichte zeigen uns die Produktionsweisen solcher Pergamentkonvolute: zuerst trugen die Schreiber den Text in die bereits vorgezeichneten Spalten und mit Nadelstichen am Rand abgemessenen Zeilen ein, die Blätter zuvor in Lagen von gefalzten Doppelblättern sortiert; dann kamen die Illustratoren, die in den extra für die Bilder ausgesparten Partien der Kolumnen die Vorzeichnungen anlegten, und ganz zum Schluss wurde mit Pinsel und Farbtiegelchen koloriert. Eine durch Betriebsunfall ruinierte Arbeit dürfte den Auftraggeber für diese Werkausgabe wohl nicht mehr interessiert haben und deshalb auch die Werkstatt nur allenfalls noch zum Üben; angeblich, so heißt es,4 sei einer der Lehrlinge, der sich in der Handschrift verewigte, der junge Sandro Botticelli gewesen.

Literatur

Degenhart, Bernhard: Die kunstgeschichtliche Stellung des Codex Altonensis.  In: Dante Alighieri, Divina Commedia. Kommentar zum Codex Altonensis. Freie und Hansestadt Hamburg (Hrsg.), Gebr. Mann Verlag, Berlin 1965

Haupt, Hans: Geschichte und Beschreibung des Codex Altonensis. In: Dante Alighieri, Divina Commedia. Kommentar zum Codex Altonensis. Freie und Hansestadt Hamburg (Hrsg.), Gebr. Mann Verlag, Berlin 1965; S. 36 – 38.

Kohl, Johann Peter: Gesammelter Briefwechsel der Gelehrten […]. Band 1750. Harmsen, Hamburg 1750/1751  (online)

Lucht, Marx Johannes Friedrich: Bericht ueber das Koenigliche Christianeum in dem Schuljahre von Ostern 1877 bis Ostern 1878. Vorangehen Nachrichten ueber die Bibliothek des Gymnasiums und die in derselben befindlichen Handschriften. I.  Altona, 1878 (online)

Mathie, William: Über die Handschrift im Staatlichen Christianeum zu Altona. Deutsches Dante-Jahrbuch 14, 1932. S. 27-60

Roddewig, MarcellaZum Codex Altonensis. Deutsches Dante-Jahrbuch, Band 46, Heft 1, 1970, Seiten 101–131, ISSN 2194-4059, ISSN (Print) 0070-444X, DOI: https://doi.org/10.1515/dante-1970-0107

Weblinks

• Homepage des Christianeums: Dante Alighieri: Comedia (Codex Altonensis)
• Homepage des Christianeums: Mitteilungen aus der Bibliothek – Luchts Hand
• bibliotheca.gym: Schmuckprogramm. Codex Altonensis
Matelda. Bei: La Divina Commedia (ital.)
• Bibliotheca Altonensis: La Brigata spendereccia

Abbildungen

Hamburg, Bibliothek des Christianeums, Sign. R 7/2

Anmerkungen Diesen Artikel zitieren: Felicitas Noeske, "Matelda tanzt," in bibliotheca.gym, 10/10/2018, https://histgymbib.hypotheses.org/3755.
  1. Matelda. Bei: La Divina Comedia (ital.)
  2. Der ausführliche Artikel über Mathilde von Tuszien  bei der deutschsprachigen Wikipedia inspirierte diese Matelda-Miniatur für bibliotheca.gym.
  3. Degenhart, Bernhard: Die kunstgeschichtliche Stellung des Codex Altonensis.  In: Dante Alighieri, Divina Commedia. Kommentar zum Codex Altonensis. Freie und Hansestadt Hamburg (Hrsg.), Gebr. Mann Verlag, Berlin 1965
  4. Unter anderem bei:  Marcella Roddewig: Zum Codex Altonensis.Deutsches Dante-Jahrbuch, Band 46, Heft 1, 1970, Seiten 101–131; S. 128. ISSN 2194-4059, ISSN (Print) 0070-444X, DOI: https://doi.org/10.1515/dante-1970-0107) )

Ein Anniversarbuch aus 1515 und das Stiftungs- und Memorialwesen des Schottenklosters

Archiv des Schottenstifts -

Eben in der aktuellen Nummer der Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige (SMGB) erschienen ist ein Aufsatz von Archivmitarbeiterin Larissa Rasinger, der eine überarbeitete Fassung ihrer 2015 an der Universität Wien eingereichten Masterarbeit darstellt:

Larissa Rasinger, Ein Jahrtagskalender des Wiener Schottenstiftes aus dem Jahr 1515, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige 129 (2018) 85–147.

Der Aufsatz beschäftigt sich mit einem im Stiftsarchiv aufbewahrten Anniversarbuch, das die vom Schottenstift einzuhaltenden Jahrtage für Stifter und Wohltäter des Hauses enthält, im Jahr 1515 angelegt wurde und den Zeitraum von 1302 bis 1514 (mit Nachträgen bis 1541) abdeckt. Neben einer Gesamtedition des Textes und einem diesen erschließenden Katalog, in welchem auch die einzelnen Personen identifiziert werden, bietet die Arbeit darüber hinaus eine allgemeine Analyse des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stiftungs- und Memorialwesens des Schottenklosters. Somit wird der Aufsatz abseits seines eigentlichen Betrachtungsgegenstands in Zukunft ein wichtiges Referenzwerk zu dieser allgemeinen Thematik sein.

Im Übrigen freut es uns natürlich auch, dass eine Abbildung unseres Jahrtagskalenders prominent als Umschlagabbildung des Gesamtbandes der Zeitschrift verwendet wird.

Leuchter-Set abzugeben

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

Die Barmherzigen Schwestern in Ried im Innkreis möchten ein Set Kerzenleuchter abgeben. Alle Stücke sind aus Metall (Kupfer-Bronze-Legierung) und mit Steinbesatz ausgeführt. Sie sind in 3 unterschiedlichen Größen vorhanden und werden nicht mehr benötigt:

1 großer Leuchter (Osterkerze) - Höhe 1,20 m

10 Stück mittlere Leuchter - Höhe ca. 29 cm

4 Stück kleinere Leuchter (Altar) - Höhe 13 cm

Bei Interesse bitte um Kontaktaufnahme:
Dipl. PAss. Mag. Bruno Kainzner
Tel: +43 7752 602 – 93910

Kategorien: Schwarzes Brett

Wie reinigt man verschmutzte Akten?

Referat für die Kulturgüter der Orden in Österreich -

In der täglichen Arbeit im Archiv stellen sich oft ganz einfache, praktische Fragen. Man will nicht immer gleich einen Restaurator hinzuzuiehen, um zu erfahren, wie man verschmutzte Akten am besten und schonendsten wieder sauber bekommt. Jetzt kann man das online lernen, mit dem „Selbstlernprogramm Bestandserhaltung“.

Kategorien: ThemenBestandserhaltung

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