Archiv des Schottenstifts

Pfarrblatt-Bericht über Stiftungen und liturgische Praxis

In Fortsetzung der Reihe über Quellen zur Pfarrgeschichte aus dem Stiftsarchiv ist in der aktuellen Ausgabe des Pfarrblatts der Schottenpfarre nun ein kurzer Bericht über Archivalien zu Stiftungen und liturgischer Praxis an der Schottenkirche erschienen:

Maximilian Alexander Trofaier, „Wan und wasgestalten aller Gottes-Dienst solle gepflogen werden“. Stiftungen und liturgische Praxis an der Schottenkirche (Quellenmaterial zur Pfarrgeschichte 4), in: Schottenpfarrblatt 63 (2018) 6.

Das gesamte Pfarrblatt ist auch online abrufbar.

Einladung Juni 2018: Führung zum Internationalen Tag der Archive #IAD18

Der Internationale Archivrat (International Council on Archives, ICA) hat den 9. Juni zum Internationalen Tag der Archive erklärt. Dies ist das Datum seiner Gründung unter der Schirmherrschaft der UNESCO im Jahr 1948. Archivinstitutionen in vielen Staaten der Welt feiern jährlich diesen Tag.

Anlässlich dieses Internationalen Tages der Archive (heuer eigentlich ein Samstag) lädt das Schottenstift herzlich zu einer öffentlichen Führung am Freitag, 8. Juni 2018, 15.30 Uhr, im Stiftsarchiv ein.

Der Eintritt zur Führung, die circa eine Stunde dauern wird, ist frei; aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl von 15 Personen wird jedoch um eine Voranmeldung bis 6. Juni an archiv@schottenstift.at gebeten. Treffpunkt für die Führung ist vor dem Klosterladen (links neben dem Kirchenportal), bei Schlechtwetter im Klosterladen. Das Archiv ist aufgrund historischer Gegebenheiten leider nicht barrierefrei zugänglich.

Tagungshinweis September 2018: 52. Deutscher Historikertag

Von 25. bis 28. September 2018 findet unter dem Titel „Gespaltene Gesellschaften“ der 52. Deutsche Historikertag in Münster statt. Veranstalter sind der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands, der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Das vollständige Programm gibt es hier.

Auch Stiftsarchivar Maximilian Alexander Trofaier, der Autor dieser Zeilen, wird dort am 28. September 2018 im Rahmen der Sektion „Sprach- und ethnische Konflikte in Klöstern nördlich und südlich der Alpen im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit“ einen Vortrag mit dem Titel „Konstruierte Fremdheit. Die Beziehungen der irischen Mönche des Schottenklosters in Wien zu ihrem Umfeld“ halten. Weitere Vortragende sind Petr Hlaváček (Prag) zum Thema „Ein Sprachenkonflikt in der spätmittelalterlichen Franziskanerprovinz „Bohemia“?“ und Andreas Rehberg (Rom) zum Thema „Ein Kampf um Subiaco und Farfa. Die Verdrängung der deutschen Mönche aus zwei Klöstern im Hinterland von Rom nach 1500“. Moderiert wird die Sektion von Gabriela Signori (Konstanz). Details zu dieser Sektion gibt es hier.

Gesamtverzeichnis der Urkundenreihe und Urkunden-Findbuch

Für Benutzerinnen und Benutzer gibt es auf unserer Webseite seit Kurzem zwei besondere Schmankerl zum Herunterladen: das erste vollständige Gesamtverzeichnis der chronologischen Urkundenreihe des Schottenstifts sowie ein Urkunden-Findbuch, das die Urkunden thematisch erschließt.

Die Urkunden bilden den ältesten Bestand des Stiftsarchivs und reichen bis in die Gründungszeit des Klosters im 12. Jahrhundert zurück. Die erste umfassende Ordnung des Bestands erfolgte Ende des 15. Jahrhunderts; die damals vorgenommene Einteilung der Urkunden in Landesfürstliche Privilegien, Päpstliche Privilegien, Jahrtagsstiftungen sowie nach Pfarren und Grundbesitz blieb im Wesentlichen in den folgenden Jahrhunderten bestehen und diente auch dem Stiftsarchivar P. Berthold Sengschmitt als Basis für seine Neuordnung des Archivs Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie spiegelte nicht nur thematische, sondern oftmals auch provenienzmäßige Zusammenhänge wider, da zahlreiche Urkunden erst als Vorurkunden zu späteren Rechtsgeschäften ins Haus kamen. 

Die Urkunden aus der bis 1418 dauernden irischen Periode des Klosters wurden bereits 1859 vom Stiftsarchivar und späteren Abt Ernest Hauswirth in einem Band der Fontes Rerum Austriacarum im Volltext ediert.1 Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlichte P. Cölestin Wolfsgruber auch für die Zeit danach Regesten in den Quellen zur Geschichte der Stadt Wien, doch blieben Urkunden, die keinen direkten Wien-Bezug hatten, unberücksichtigt und damit unpubliziert.2

Mitte des 20. Jahrhunderts legten die Stiftsarchivare Walther Latzke und P. Cölestin Rapf eine chronologische Urkundenreihe an. Hierfür wurden (mit einzelnen Ausnahmen) sämtliche Urkunden bis 1500 aus ihren Scrinien herausgenommen und chronologisch geordnet aufgestellt. Damit verbunden war auch eine Neusignierung mit reinen Datumssignaturen. Mit der Anlage dieser Urkundenreihe wurden jedoch die meisten zusammengehörigen Urkunden auseinandergerissen; Zusammenhänge erschlossen sich nur noch bei genauer Kenntnis des Gesamtbestands. Auch hiernach wurde noch kein vollständiges Verzeichnis aller Urkunden veröffentlicht.

Die Plattform Monasterium.net, das „virtuelle Urkundenarchiv Europas“, in dem das Schottenstift bereits sehr früh vertreten war, brachte Anfang des 21. Jahrhunderts eine enorm erleichterte und verbesserte Zugänglichkeit zu den Urkunden. Speziell bezogen auf die Urkunden des Schottenstifts ist die dortige Erfassung jedoch mit einzelnen Problemen behaftet, die leider noch nicht behoben werden konnten. So sind etwa nur jene Urkunden, zu denen es auch ein Regest von Hauswirth oder Wolfsgruber gibt, mit einer Abbildung versehen und damit tatsächlich benutzbar.

Vor wenigen Jahren erfolgte eine Neuverpackung und Neuverzeichnung der Urkundenreihe, im Zuge dessen diese auch um die noch fehlenden Urkunden aus der Zeit vor 1500, um sämtliche Urkunden aus der Zeit von 1500 bis 1531 sowie um alle späteren landesfürstlichen und päpstlichen Urkunden, die von alters her gesondert aufbewahrt worden waren, erweitert wurde. Außerdem wurden nun auch die Datumssignaturen korrigiert bzw. präzisiert, denn bei den reinen Datumssignaturen der 1950er-Jahre war problematischerweise bei mehreren Urkunden vom selben Tag keine weitere Präzisierung erfolgt und bei Vidimussen inkonsequent manchmal das Datum der erhaltenen Urkunde, manchmal aber das Datum des ursprünglichen Stücks verwendet worden.

Das Archiv des Schottenstifts ist seit einiger Zeit bestrebt, standardisierte Bestandsbeschreibungen und Verzeichnisse anzulegen und sukzessive online zugänglich zu machen. Den Anfang macht jetzt also die chronologische Urkundenreihe, welche mit dem vorliegenden Verzeichnis nun erstmals in ihrer Gesamtheit erschlossen und publiziert wird.

Ergänzt wird dieses Gesamtverzeichnis der Urkundenreihe durch das Urkunden-Findbuch. Um die durch die Anlage der chronologischen Urkundenreihe verwischten Zusammenhänge zwischen den einzelnen Urkunden wieder besser nachvollziehen zu können, wurde bereits 2011 intern ein solches Findbuch angelegt, welches sich an der Einteilung Sengschmitts nach Scrinien orientierte, darüber hinaus jedoch eine gewisse thematische Untergliederung vornahm. Es erfüllte damit zugleich auch die Funktion einer Signaturenkonkordanz. Aufgrund der umfassenden Neuverzeichnung und Erweiterung der Urkundenreihe wurde jedoch eine überarbeitete Fassung des Findbuchs notwendig, die nun ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Das Findbuch möchte eine schnelle Orientierung bieten und ist am besten stets zusammen mit dem Gesamtverzeichnis zu konsultieren.

  1. Ernest Hauswirth (Hg.), Urkunden der Benedictiner-Abtei Unserer Lieben Frau zu den Schotten in Wien vom Jahre 1158 bis 1418 (Fontes Rerum Austriacarum II/18, Wien 1859).
  2. Cölestin Wolfsgruber, Regesten aus dem Archive des Benedictinerstiftes Schotten in Wien, in: Quellen zur Geschichte der Stadt Wien I/1 (Wien 1895) 39–118 [Nr. 224–590] und I/3 (Wien 1897) 89–125 [Nr. 2647–2794].

Ostern 2018

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern besinnliche Kartage und ein gesegnetes Osterfest!

Fragm. liturg. 8
Fragment eines Antiphonars, Gesang zu Gründonnerstag (12. Jh.)

Tagungshinweis April 2018: „Klösterliche Handschriften- und Buchverkäufe“

Von 16. bis 17. April 2018 findet im Schottenstift die Tagung mit Workshop „Klösterliche Handschriften- und Buchverkäufe in der Zwischenkriegszeit“ statt. Veranstalter sind das Institut für Österreichische Geschichtsforschung, die Österreichische Nationalbibliothek, Sammlung Handschriften und alte Drucke, und das Referat für die Kulturgüter der Orden. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit der Frage nach dem Verbleib von mittelalterlichen Handschriften, Inkunabeln und auch Kunstgegenständen aus klösterlichem Besitz, die vor allem in der Zwischenkriegszeit veräußert wurden. Die Keynote hält Christopher de Hamel (Cambridge) zum Thema „Austrian monastic books and their market in Britain and America in the 1930s and 1940s“. Das vollständige Programm gibt es hier.