Archiv des Schottenstifts

Ausstellung „Gemachte Bilder“ in Zürich

Mit westlichen Darstellungen islamischer Ordensleute, meist unter dem Begriff „Derwisch“ zusammengefasst, sowie mit der Vielfalt dieser religiösen Grenzgänger und Gottesleute beschäftigt sich die Ausstellung „Gemachte Bilder – Derwische als Orient-Chiffre und Faszinosum“, welche von 22. Oktober 2017 bis 28. Jänner 2018 im Völkerkundemuseum der Universität Zürich zu sehen ist.

Als Leihgabe dort ausgestellt ist auch Cod. 647 (Hübl 442) des Schottenstifts, welcher Salomon Schweiggers „Constantinopolische und Jerusalemische Raisbeschreibungen“ (1592) enthält. In der Vitrine aufgeschlagen ist eine Doppelseite mit kolorierter Federzeichnung, die verschiedene Türckische Ordensleut zeigt. Das Werk des schwäbischen evangelischen Pfarrers Schweigger wurde 1608 gedruckt.

Cod. 647 (Hübl 442)
Salomon Schweigger: Constantinopolische und Jerusalemische Raisbeschreibungen (1592)

Zur Ausstellung ist auch eine Begleitpublikation von Andreas Isler und Paola von Wyss-Giacosa erschienen, die über das Völkerkundemuseum bestellt werden kann.

> > > Webseite der Ausstellung

 

Tagungshinweis November 2017: „Kultur bewegt“

Am 29. November 2017 findet im Kardinal-König-Haus in Wien im Rahmen der Herbsttagung 2017 der Ordensgemeinschaften Österreich die diesjährige Informationstagung des Referats für die Kulturgüter der Orden zum Thema „Kultur bewegt – Glaubenszeugnisse zum Anfassen“ statt. In mehreren Vorträgen wird der Frage nachgegangen, auf welche Weise Kulturgüter Gedächnis- und Verkündigungsorte für Ordensleben sein können. Das vollständige Programm gibt es hier.

Tagungshinweis November 2017: „Kleine Archive – große Herausforderungen“

Am 10. November 2017 findet unter dem Titel „Kleine Archive – große Herausforderungen“ der 8. Niederösterreichische Archivtag im Hypo Panoramasaal in St. Pölten statt. Veranstalter sind das NÖ Landesarchiv und das NÖ Institut für Landeskunde. Auch Stiftsarchivar Maximilian Alexander Trofaier, der Autor dieser Zeilen, wird einen Vortrag zum Thema „Profilierung und Positionierung von kleinen Archiven“ halten. Das vollständige Programm gibt es hier.

Artikel über Chancen und Herausforderungen eines Archivpraktikums

Im Jänner dieses Jahres hielt Stiftsarchivar Maximilian Alexander Trofaier, der Autor dieser Zeilen, bei einem Studientag einen Vortrag über Praktika im Archiv. Vor kurzem ist nun das bearbeitete Vortragsmanuskript als Aufsatz in den Mitteilungen des Referats für die Kulturgüter der Orden (MiRKO) erschienen und kann online heruntergeladen werden:

Maximilian Alexander Trofaier, Chancen und Herausforderungen eines Archivpraktikums. Vorschläge aus der Praxis eines kirchlichen Ein-Personen-Archivs, in: MiRKO 2 (2017) 69–76.

Neuer VÖA-Vorstand

Bei der diesjährigen Generalversammlung des Verbands Österreichischer Archivarinnen und Archivare (VÖA) fand auch die Neuwahl des Vorstands statt. Neue Präsidentin des Verbands ist Karin Sperl vom Burgenländschen Landesarchiv. Stiftsarchivar Maximilian Alexander Trofaier wurde wie bereits in der zu Ende gegangenen Periode erneut in den Vorstand gewählt und bekleidet dort nun zudem das Amt des stellvertretenden Kassiers.

Ein Brief der Weltreisenden Ida Pfeiffer

Anlässlich ihres Geburts- und Todestages im Oktober werfen wir einen Blick auf ein autographes Schreiben der berühmten Wiener Weltreisenden Ida Pfeiffer (14. Oktober 1797 – 27. Oktober 1858), welches sich im Stiftsarchiv erhalten hat (Scr. 206 Nr. 37).

In dem Brief aus dem Jahr 1850 wendet sich Pfeiffer an den Kustos der naturhistorischen Sammlung des Schottengymnasiums, P. Ferdinand Breunig. Ihre erste Weltreise nach Südamerika, China, Ostindien, Persien und Kleinasien lag zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Jahre zurück und sie befand sich gerade in der Planung ihrer zweiten Weltreise, zu der sie 1851 aufbrechen sollte. Von ihren Reisen brachte Pfeiffer einige tausend Naturalien aus aller Welt mit nach Wien, die sie den europäischen Museen zum Kauf anbot. In diesem Zusammenhang steht auch der vorliegede Brief: Sie bittet darin den Adressaten, mit dem Abt abzuklären, ob das Schottenstift am Kauf von Objekten interessiert sei, die P. Ferdinand zusammen mit einem nicht namentlich genannten „Professor“ bereits einige Zeit zuvor bei ihr besichtigt habe.

Tatsächlich war man seit 1848 bemüht, die naturhistorische Sammlung des Gymnasiums, ausgehend von einem kleinen Grundstock an Objekten, kontinuierlich durch Ankäufe und Schenkungen auszubauen.1 1850 bot sich offensichtlich eine hervorragende Gelegenheit, weitere seltene Naturalien anzuschaffen. Ob im Anschluss an die Korrespondenz mit Ida Pfeiffer ein Kauf tatsächlich zustande kam, wissen wir aber leider nicht. Es ist jedenfalls durchaus möglich, dass einige der Objekte, die heute im Naturgeschichtlichen Kabinett des Museums im Schottenstift ausgestellt sind, im Gepäck von Ida Pfeiffer ihren Weg nach Wien gefunden haben.

  1. Martin Czernin, Das Naturgeschichtliche Kabinett, in: Museum im Schottenstift. Kunstsammlung der Benediktinerabtei Unserer Lieben Frau zu den Schotten in Wien, hg. von dems. (Wien 2009) 28–33.

Gesamtbibliographie zum Schottenstift

Lange wurde daran gearbeitet, nun konnte endlich ein (Zwischen-)Ergebnis veröffentlicht werden: Auf der Website des Schottenstifts kann seit Kurzem eine Gesamtbibliographie zum Kloster heruntergeladen werden:

Gesamtbibliographie zum Wiener Schottenstift, zusammengestellt von Maximilian Alexander Trofaier (Wien 2017).

Selbst die bisher umfangreichsten Bibliographien, etwa jene in der Germania Benedictina, konnten relevante Publikationen nur im Ansatz erfassen; zudem mangelt es ihnen häufig an einer übersichtlichen Struktur. Die nun vorliegende Gesamtbibliographie ist daher der Versuch einer Dokumentation aller auf das Schottenstift oder seine Einrichtungen und Werke bezogenen Publikationen.

Die Struktur der Bibliographie erscheint dabei verdoppelt: Im ersten Abschnitt werden Veröffentlichungen genannt, die sich vorrangig mit den verschiedenen Aspekten des Schottenstifts beschäftigen. Darin enthalten sind Unterabschnitte zu Überblicks- und Einzeldarstellungen zur allgemeinen Stiftsgeschichte, zur Schottenkirche und Schottenpfarre, zu den Besitzungen des Klosters, zu Schule und Unterricht, zu den Sammlungen des Klosters, zu den inkorporierten Pfarren sowie zu Äbten und Konventualen. Hingegen sind unter „Allgemeine Literatur“ solche Publikationen aufgeführt, die sich prinzipiell mit anderen Themen beschäftigen und das Schottenstift lediglich erwähnen bzw. am Rande berühren. Vor allem in letzterem Abschnitt ist Vollständigkeit aber keinesfalls möglich.

Die Gesamtbibliographie soll vom Archiv in Zukunft laufend ergänzt werden, Hinweise auf weitere Titel (auch älteren Datums) werden daher gerne angenommen.

Veranstaltungshinweis Oktober 2017: 50 Jahre VÖA – „Spurensuche in die Zukunft“

Am 25. Oktober 2017 findet unter dem Titel „Spurensuche in die Zukunft“ eine Festveranstaltung zum Jubiläum 50 Jahre Verband Österreichischer Archivarinnen und Archivare (VÖA) im Haus der Industrie in Wien statt. Nach einer Podiumsdiskussion zum Thema „Archivare als Informationsbroker der modernen Wissensgesellschaft“ wird der Schriftsteller Egyd Gstättner den Festvortrag zum Thema „Archivare im Wechselspiel zwischen Macht, Verantwortung und Demut“ halten. Das genaue Programm gibt es hier. Eine Anmeldung ist bis 19. Oktober 2017 möglich!

Pfarrblatt-Bericht über Matrikelbücher

Der Bestand der Matrikelbücher der Schottenpfarre wurde an dieser Stelle bereits vor einiger Zeit allgemein vorgestellt. In der aktuellen Ausgabe des Pfarrblatts der Schottenpfarre erschien nun ein kurzer Bericht zum Bestand, in welchem auch einzelne besondere Einträge aus Tauf-, Trauungs- und Sterbebüchern präsentiert werden:

Maximilian Alexander Trofaier, Von der Wiege bis zur Bahre. Die Matrikelbücher der Schottenpfarre (Quellenmaterial zur Pfarrgeschichte 3), in: Schottenpfarrblatt 60 (2017) 6.

Das gesamte Pfarrblatt ist auch online abrufbar.

Tagungshinweis Oktober 2017: ,,Die Sakralisierung der Landschaft“

Von 11. bis 13. Oktober 2017 findet im Stift Seitenstetten die internationale Tagung ,,Die Sakralisierung der Landschaft. Inbesitznahme, Gestaltung und Verwendung im Zeichen der Gegenreformation in Mitteleuropa“ statt. Veranstalter sind das Diözesanarchiv St. Pölten, der Verein Basilika Sonntagberg und das Don Juan Archiv Wien. Explizit mit der Rolle der Klöster beschäftigt sich eine zweiteilige Sektion am ersten Nachmittag, doch auch in den Sektionen zu Bruderschaften und Wallfahrten spielen die Klöster eine wichtige Rolle. Das vollständige Programm gibt es hier.

Tagungshinweis Oktober 2017: 39. Österreichischer Archivtag

Von 11. bis 12. Oktober 2017 findet unter dem Titel „Informationsfreiheit“ der 39. Österreichische Archivtag im Vorarlberger Landesarchiv in Bregenz statt. Veranstalter in Kooperation mit dem Landesarchiv ist der Verband Österreichischer Archivarinnen und Archivare (VÖA). Das vollständige Programm gibt es hier. Eine Anmeldung ist noch bis 4. Oktober 2017 möglich!

Digitalisate von acht Handschriften online

Seit wenigen Tagen sind acht Handschriften des Schottenstifts online im Webportal „Manuscripta.at – Mittelalterliche Handschriften in Österreich“ als Volldigitalisate frei einsehbar. Die Digitalisierung erfolgte probeweise im Frühjahr dieses Jahres, den speziellen Digitalisierungsapparat stellte der Betreiber des Portals, das Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, leihweise zur Verfügung.

Mit Blick auf potenzielle Benutzerinnen und Benutzer wurden primär einige besonders häufig (auch aus dem Ausland) angefragte Bücher ausgewählt, darüber hinaus aber auch ein paar, die im Kontext der Melker Reform stehen:

Wir hoffen, dass das Angebot auf Anklang stößt, und freuen uns über Feedback.

> > > Gesamtliste der Volldigitalisate des Schottenstifts auf Manuscripta.at