Archiv des Schottenstifts

Strangers to Citizens – Auswanderer werden Mitbürger

Auf Vermittlung der Botschaft von Irland macht die Wanderausstellung „Strangers to Citizens – Auswanderer werden Mitbürger. Die Iren auf dem europäischen Festland 1600–1800“ im Schottenstift Station. Sie erzählt die Geschichte irischer Migranten, die in der Frühen Neuzeit als politische, religiöse oder wirtschaftliche Flüchtlinge ihre Heimat verließen, um in den Ländern Kontinentaleuropas neue Heimaten zu finden. Unter ihnen waren enteignete Aristokraten und arbeitslose Militärangehörige ebenso wie umherziehende Akademiker, vertriebene Geistliche und mittellose Arme. Diese irischen Einwanderer bildeten Gemeinschaften und integrierten sich schließlich in die Gesellschaften ihrer jeweiligen Gastländer. Beispielhaft wird verdeutlicht, dass Migration keine vorübergehende Ausnahmeerscheinung ist, sondern ein beständiger Teil des menschlichen Wesens.

Die Ausstellung „Strangers to Citizens“ wurde ursprünglich 2007 für die National Library of Ireland in Dublin konzipiert, 2013 anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft Irlands vom Department of Foreign Affairs and Trade zu einer mobilen Version umentwickelt und ist seitdem als Plakatausstellung unterwegs durch Europa. Die Entscheidung für das Schottenstift als Ausstellungsort fiel aufgrund seiner irischen Vergangenheit als Teil des mittelalterlichen Verbands der „Schottenklöster“. Auch heute noch pflegt das Kloster gute Beziehungen zur irischen Gemeinde in Wien und ist etwa auch in die jährlichen Feierlichkeiten zum St. Patrick’s Day eingebunden.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es auf der Website des Schottenstifts.

Die Ausstellung „Strangers to Citizens – Auswanderer werden Mitbürger. Die Iren auf dem europäischen Festland 1600–1800“ kann von 20. Februar 2019 bis 8. Juni 2019 im Museum im Schottenstift besichtigt werden. Der Zugang erfolgt über den Klosterladen (Freyung 6, 1010 Wien).

Pontifikalmessen in St. Stephan vor der Bistumsgründung

Am 18. Jänner 1469 wurde mit der Bulle „In supremae dignitatis specula“ das Bistum Wien von Papst Paul II. errichtet. 2019 feiert die heutige Erzdiözese somit ihr 550jähriges Bestehen.

In Ermangelung eines Bischofs vor Ort griff man in der Zeit vor der Bistumsgründung für feierliche Pontifikalgottesdienste an der Stephanskirche in Wien wiederholt auch auf den infulierten Abt des Schottenklosters zurück – dies legt zumindest eine Urkunde aus dem Jahr 1449 nahe. Aus dieser geht hervor, dass Abt Martin von Leibitz (1446–1460/61) bisweilen an den höchsten Festen bei St. Stephan pontifizierte, also mit Stab und Mitra das Hochamt zelebrierte. Wie der Aussteller der Urkunde, der aus Brünn stammende Wiener Jurist Johannes Poltzmacher, aber betont, sei dies in seiner Zeit als Koadjutor des Propstes zu St. Stephan lediglich auf sein Ansuchen hin geschehen; der Schottenabt könne dazu keineswegs verpflichtet werden.

Urk 1449-08-02

Da die 1469 neu errichtete Diözese jedoch zunächst nur von Administratoren verwaltet wurde und es noch Jahrzehnte dauerte, bis der Diözesanbischof tatsächlich in Wien residierte, ist nicht auszuschließen, dass der Abt des Schottenstifts auch weiterhin noch wiederholt in den Stephansdom zum Messefeiern gerufen wurde.

Der winterliche Straßenzustand in Schottengasse und Helferstorferstraße

Österreich hat derzeit mit ungewöhnlich starken Schneefällen zu kämpfen. Jemand, den dieses Wetterphänomen vermutlich besonders interessiert hätte, ist P. Leander Fischer (1914–1986), der über 31 Jahre hinweg Mathematik, Physik und Chemie am Schottengymnasium unterrichtete. Fischer, ein promovierter Astronom, beschäftigte sich auch mit meteorologischen Fragen und betreute sogar eine Wetterstation im Schottenstift. In diesem Kontext entstand unter anderem auch ein kurzer Artikel, der sich mit den winterlichen Straßenzuständen in zwei an das Kloster angrenzenden Verkehrsflächen, der Schottengasse und der Helferstorferstraße, in den Jahren 1953 bis 1957 beschäftigte.

Am heutigen Tag wäre der Zustand übrigens nur punktiert darzustellen!

Weihnachten 2018

Dem „Stille Nacht“-Jahr – vor 200 Jahren, am 24. Dezember 1818, wurde der Weihnachtsklassiker uraufgeführt – können auch wir uns nicht ganz entziehen, weshalb an dieser Stelle ein sonst nicht unbedingt bemerkenswertes Archivale gezeigt sei: ein Faksimile-Blatt eines Autographs des Komponisten Franz Xaver Gruber (um 1860, Original im Salzburg Museum), welches gerahmt bei uns im Musikarchiv liegt.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest, besinnliche Feiertage und alles Gute im neuen Jahr!

Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber: „Stille Nacht, heilige Nacht“
Faksimile eines Autographs des Komponisten (um 1860, Original im Salzburg Museum)