Gymnasialbibliotheken und -archive

Auf zur zweiten Runde: Netzwerktreffen in Ellwangen 9./10. November 2019

Es lag kein Schnee auf dem Dach des Rathauses von Ellwangen (Jagst) am Ende Württembergs, noch nicht ganz Bayern. Aber es schüttete, als man am Freitag, den 8. November, am späten Nachmittag am Bahnhof den Zug verließ, das Hotel  Roter Ochsen fußläufig und ohne Schirm erreichend. Das Abendessen im Roten Ochsen war hervorragend, der Nachtisch pures Hüftgold, das Zimmer hatte WLAN.

Tagungsort: Rathaus der Stadt Ellwangen, ehemals Spital zum Heiligen Geist. (Foto: Atamari, Quelle und Lizenz)

Unsere Netzwerktagung fand dann am 9. November im Rathaus statt, bestens vorbereitet von Stadtarchivar Christoph Remmele, dem das Peutinger-Gymnasium und die Stadt Ellwangen vor recht genau zwei Jahren die Fürsorge für ihre historische Lehrerbibliothek überlassen haben. Wie schon in Rastatt 2018 ließen sich auch in diesem Jahr die Teilnehmer der Runde – diesjährig schon fast doppelt so viele –  unverzüglich auf das Lebhafteste ins Gespräch ein, gemäß Programm zu Fragen der Vermittlung von schriftlichem Kulturgut in Gymnasien.  Nach dem Mittagessen – wieder im Ochsen, diesmals bei einigen nur mit Salat – dann die Besichtigung der historischen Lehrerbibliothek des Peutinger-Gymnasiums, seit 1963 in einem Neubau, nachdem der alte barocke Bau am Markt direkt neben der Basilika St. Veit und der (evangelischen) Stadtkirche zu klein geworden war für die Erfordernisse eines modernen Gymnasiums.

Tagungsort: Historische Lehrerbibliothek des Peutinger-Gymnasiums Ellwangen (Foto: Felicitas Noeske, CC BY-SA 4.0)

Die Bibliothek zog mit der Schule um an den Hang unterhalb des Ellwanger Schlosses;  die ca. 4500 Bände des 16. bis 18. Jahrhunderts einer insgesamt ca. 15.000 Exemplare umfassenden Gymnasialbibliothek befinden sich dort in einem gut temperierten Souterrain. Seit 1994 erschlossen,1 blieben sie indes weitestgehend hinter Schloss und Riegel; erst in jüngster Zeit führte Stadtarchivar Remmele schon mal an “Offenen-Denkmal-Tagen” Besucher hinter die verschlossene Bibliothekstür.2

Historische Lehrerbibliothek des Peutinger-Gymnasiums Ellwangen (Foto: Felicitas Noeske, CC BY-SA 4.0)

Was wir mochten: Stella Herden, Leiterin des Peutinger-Gymnasiums seit 2018, nahm im weiteren Verlauf des Tagungsnachmittags an der Runde teil – sie hat die Absicht, die Bibliothek aus ihrem Dornröschenschlaf im Souterrain hinauf ins Schulleben zu holen, und wir konnten als Runde ihre vielen Fragen offenbar für sie hilfreich beantworten. War das womöglich das erste, sich vielleicht gar weiterentwickelnde kleine Pflänzlein einer Nützlichkeit unserer Runde nicht nur für uns, sondern auch für die Administration? Bonne chance, Frau Herden!

Anhang

#Programm (Pdf)
#Thesenblatt (Pdf)
#Protokoll (Pdf)
#Strategien zur Vermittlung von Kulturgut am Beispiel Rastatt (Pdf)
#Internetpräsenz (Pdf)

Beitragsbild

Ehemaliges Jesuitenkolleg (heute Landgericht) am Markt von Ellwangen, seit 1658 bis 1963 Gebäude des Gymnasiums, das nach dem Stiftsdekan Ignatius Desiderus von Peutingen (1641-1718)3 benannt wurde. Rechts die Basilika St. Veit, dahinter die (ev.) Stadtkirche. Das Peutinger-Gymnasium befindet sich seit 1963 in einem Neubau unterhalb des Ellwanger Schlosses. (Foto: Felicitas Noeske, CC BY-SA 4.0)

Anmerkungen
  1. Beatriz Wagner-Hertel: Katalog der Historischen Lehrerbibliothek des Peutinger-Gymnasiums Ellwangen/Jagst. Mit einem Vorwort von Hans-Peter Geh und einer Einleitung von Horst Hilger. Württembergische Landesbibliothek, Stuttgart 1994.
  2. Verborgene Schönheiten. Bei: Schwäbische Ellwangen, 11. September 2016.
  3. Siehe zum Stiftsdekan von Peutingen die Homepage der Schule mit einem Lebensabriss des Namensgebers und einem Porträtmedaillon.

Prohibitum alienari – die Bibliothek des Peutinger-Gymnasiums in Ellwangen (Jagst)

1658 gründeten die Jesuiten in  Ellwangen ein Gymnasium. Die wechselvolle Geschichte dieser Schule, heute das Peutinger-Gymnasium, spiegelt sich in den Bewegungen ihrer Bibliothek wider.

Als Kern der Buchsammlung werden die Bestände dieser Jesuitenschule angesehen, heute erkennbar an den schwarzen Streifen am unteren Ende der Buchrücken.

Bestände aus der alten Jesuitenschule, erkennbar an der schwarzen Markierung am unteren Teil des Buchrückens. Bibliothek des Peutinger-Gymnasiums, Ellwangen. Besitzervermerk des Ignatius Desiderius von Peutingen. Bibliothek des Peutinger-Gymnasiums, Ellwangen. Band aus dem Franziskanerkloster zu Ehingen, erkennbar an der roten Einfassung der Beschriftung auf dem Buchrücken. Bibliothek des Peutinger-Gymnasiums, Ellwangen

Im Jahr 1718 erhielt die Anstalt die ihr vermachte Privatbibliothek  des Ignatius Desiderius von Peutingen (1641-1718), Stiftsdekan und Namensgeber der Schule;1  Ignatius hatte gelegentlich seinen Besitzervermerk mit dem Verbot, das Buch aus der Hand zu geben,  versehen. Aus der Sammlung seines Augsburger Vorfahren Konrad Peutinger (1465-1547), der berühmten Bibliotheca Peutingiana, kamen in Augsburg nicht mehr benötigte Stücke nach Ellwangen, zusammen mit anderen Ellwanger Beständen vereinigt  in einer Art Zentralbibliothek, die wiederum 1806 nach Stuttgart verfügt wurde, ein Vorhaben, das nie ausgeführt wurde. Der Wunsch, eine Seminar- und Universiätsbiblitek zu haben, schaffte 1812 aus zahlreichen Bibliotheken der Umgebung Säkularisationsbestände nach Ellwangen, die allerdings wiederum 1818 nach Tübingen wanderten, nachdem die katholische Fakultät der dortigen Universität angegliedert und das Priesterseminar nach Rottenburg verlegt worden waren. Die Restbestände übernahm 1824 das Gymnasium, das 1939 gut zweieinhalbtausend Bände an die Württembergische Landesbibliothek abgab.

1990 bis 1992 wurde die Bibliothek des Peutinger-Gymnasiums mit Mitteln der DFG und mit Unterstützung der WLB in Stuttgart erfasst und katalogisiert.2

Historische Bibliothek des Peutinger-Gymnasiums, Ellwangen.

Der Gesamtbestand umfasst circa 15.000 Bände; der historische Teil, der katalogisiert wurde, besteht in etwa 4300 Bänden mit ungefähr 1500 Titeln, davon zwei Drittel aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.3 Die Bücher sind heute im Schulgebäude trocken und gut temperiert aufgestellt, sie befinden sich in einem guten Zustand. Seit 2017 wird die Sammlung vom Stadtarchiv Ellwangen (Leitung: Christoph Remmele) verwaltet.

Literatur

Heribert Hummel: Habent sua fata libelli: Zur Geschichte der Ellwanger Gymnasialbibliothek. In: Festschrift zum 325-jährigen Jubiläum. Ellwangen 1983; S. 65-80.

Wolfgang Irtenkauf: Alte Bibliotheken in Ellwangen. In: Ellwanger Jahrbuch 20, 1962-64;  S. 54-77.

Beatriz Wagner-Hertel: Katalog der Historischen Lehrerbibliothek des Peutinger-Gymnasiums Ellwangen/Jagst. Mit einem Vorwort von Hans-Peter Geh und einer Einleitung von Horst Hilger. Württembergische Landesbibliothek, Stuttgart 1994. (Digitalisat online)

Weblinks

Klaus Graf: Katalog der Historischen Lehrerbibliothek des Peutinger-Gymnasiums Ellwangen, Jagst. bei: Archivalia 15. Dezember 2017

Wilfried Sühl-Strohmenger: Bibliothek des Peutinger-Gymnasiums. (Stand: November 1992) Bei: Fabian Handbuch: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und Europa. Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB).

Fotos

Felicitas Noeske, CC BY-SA 4.0  Beitragsbild: Aus der historischen Lehrerbibliothek des Peutinger-Gymnasiums in Ellwangen (Jagst).

Anmerkungen Diesen Artikel zitieren: Felicitas Noeske, "Prohibitum alienari – die Bibliothek des Peutinger-Gymnasiums in Ellwangen (Jagst)," in bibliotheca.gym, 20/11/2019, https://histgymbib.hypotheses.org/7925.
  1. Siehe Homepage der Schule mit Abb. eines Porträtmedaillons.
  2. Horst Hilger: Das Ellwanger Katalogisierungsprojekt. In: Beatriz Wagner-Hertel: Katalog der Historischen Lehrerbibliothek des Peutinger-Gymnasiums Ellwangen/Jagst. Mit einem Vorwort von Hans-Peter Geh und einer Einleitung von Horst Hilger. Württembergische Landesbibliothek, Stuttgart 1994. S. II-IV.
  3. Eine genaue Bestandsbeschreibung findet sich im Fabian Handbuch.

Rettung vor Vergessenheit und Verfall: Wiederentdeckung und Restaurierung kostbarer Notenbestände aus einer historischen Gymnasialbibliothek am Beispiel von David Kölers „Psalmen Davids“ aus dem Jahr 1554

Benjamin Magofsky / Carsten Gerwin

Nur wenige Bibliothekare dürften einen genauen Überblick über jedes einzelne Werk „ihres“ Bestandes und dessen jeweiligen Wert besitzen – wir hatten das jedenfalls nicht, als wir 2018 als vollberufliche Lehrkräfte mit der Leitung der über 25.000 Bände umfassenden Lehrerbibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld beauftragt wurden.

Natürlich war uns die Existenz ihrer sieben Handschriften sowie der wichtigsten der insgesamt 60 Inkunabeln bekannt, ebenso die wertvollsten Erstausgaben der Bibliothek.1 Dennoch waren wir erstaunt, bei Aufräumarbeiten in einem unbeschrifteten Pappumschlag auf ein Bündel vergilbter, sehr schlecht erhaltener Notenfragmente aus der Renaissance zu stoßen.

Abb. 1 Titelblatt des Tenor-Stimmbuches und „Register über die Psalmen“, darunter ein Notenblatt; unrestaurierter Zustand; Foto: Carsten Gerwin, 10.4.2018

Das zerrissene und abgeschnittene Titelblatt des ungebundenen Tenor-Stimmbuches (s. Abb. 1) sprach von den „Zehen Psalmen Davids des Propheten / mit vier / fünf / und sechs Stimmen gesatzt durch David Köler von Zwickaw […] Gedruckt zu Leipzig durch Wolffgangum Günther. Anno MDLIIII“. 2

Diese Noten bieten sich im Kontext der Erforschung historischer Gymnasialbibliotheken dazu an, exemplarisch den Weg ihres jahrhundertelangen Verfalls in weitgehender Vergessenheit (Kap. I) über deren Wiederentdeckung und besonderen historischen Wert (Kap. II) hin zur Restaurierung (Kap. III) darzustellen.3

I In Vergessenheit, im Verfall? Dem Notenfund auf der Spur

Das vorliegende Konvolut aus der Lehrerbibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld umfasst das unvollständige Notenmaterial der Einzelstimmen der „Psalmen Davids“, einen Teil der Vorrede (s. Abb. 2) des Komponisten David Köler an den Rat seiner Heimatstadt Zwickau, seinerzeit zum Kurfürstentum Sachsen gehörend, sowie ein Inhaltsverzeichnis der zehn umfänglichen Kompositionen. Zudem findet sich auf den Bögen des Erstdrucks von 1554 der älteste vollständig erhaltene Druck eines aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzten Briefes Martin Luthers an den Komponisten Ludwig Senfl (s. Abb. 4).4

Abb. 2 Vorrede Kölers zu den Psalmen (Fragment mit Bezug zum Passauer Vertrag 1552); darunter ein Notenblatt; unrestaurierter Zustand; Foto: Carsten Gerwin, 10.4.2018

Im internationalen Quellenlexikon der Musik (Répertoire International des Sources Musicales, kurz: RISM), einer online verfügbaren Recherchemöglichkeit für musikalische Archivalien, wird der Erstdruck der Psalmen von David Köler insgesamt nur fünfmal aufgeführt. Das weltweit einzig bekannte, vollständige Notenmaterial aller Stimmen befindet sich in der Ratsschulbibliothek in Zwickau – Kölers letztem Arbeitsplatz (s. Kap. II).5 Das in der Lehrerbibliothek des Ratsgymnasiums befindliche Bielefelder Exemplar ist damit als sehr selten und allein insofern als wertvoll einzustufen.

Dennoch bleiben wichtige Teile seiner Provenienzgeschichte im Dunkeln. Es lässt sich heute leider nicht mehr ausfindig machen, wie genau die Noten in die seit 1753 bestehende Bibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld gelangt sind. In dem im Jahr 1908 durch den damaligen Bibliothekar Theodor Bertram erstellten „Verzeichnis der in der Gymnasialbibliothek zu Bielefeld befindlichen Drucke aus dem XVI. Jahrhundert“ ist das Notenmaterial auch nicht leicht zu finden. Während darin keine Kategorie wie „Musik“ oder „Musikalien“ existiert, wird der Druck schließlich als Nummer 126 unter den theologischen Schriften aufgeführt und näher beschrieben: „Vorhanden ist außer dem Vorstück der größte Teil der Stimmen Tenor, Diskant, Alt; je 6 Lagen zu 6 Blt., quer 4O, mit Signaturen A-F, a-f, aa-ff.“6 Diese Beobachtungen decken sich mit den auf RISM katalogisierten Stimmenangaben (Sopran, Alt, Tenor) des Bielefelder Exemplars.

Demgegenüber behauptet der Köler-Biograph Georg Eismann 1956, es gebe neben dem Exemplar in Zwickau ein zweites vollständiges Druckexemplar von Kölers Psalmen in der Bielefelder Gymnasialbibliothek. Er führt dazu Theodor Bertrams Verzeichnis der Drucke aus dem 16. Jahrhundert von 1908 als Quelle an.7 Hatte Bertram vielleicht doch etwas übersehen? Gab es wirklich ein komplettes Bielefelder Exemplar aller Stimmen von Kölers Psalmen? Und falls ja: Wo befinden sich die restlichen Notenblätter? Oder sind sie in den letzten 111 Jahren verlorengegangen?

Jedenfalls findet sich in keinem bekannten Schriftstück der Schule und Bibliothek ein Vermerk eines vollständigen Bielefelder Exemplars von Kölers Psalmen. Bertram selbst gibt aber im kurzen Vorwort seines Verzeichnisses einen eindeutigen Hinweis auf die Herkunft der Noten:

„Die Fragmente [!] […] der Psalmen von David Köhler [sic; …] waren zur Herstellung der Pappdeckel alter Einbände benutzt und sind aus diesen mühsam durch Aufweichen und Zerlegen gewonnen.“8

Abb. 3 eingerissenes Notenblatt der Sopranstimme des ersten von Köler vertonten Psalmes; unrestaurierter Zustand; Foto: Carsten Gerwin, 10.4.2018

Es handelt sich bei den schlecht erhaltenen, oftmals eingerissenen und verklebten Einzelseiten (s. Abb. 3) also um Makulatur – „Restbestände“ alter Druckbogen, die zur Verstärkung von Buchrücken oder Einbänden benutzt wurden. Die 1908 von Bertram beschriebenen „alten Einbände“ können entweder nur aus kostbaren privaten Buchschenkungen stammen oder sogar Bücher aus dem ehemaligen Franziskanerkloster St. Jodokus geziert haben, dessen Bestand an Handschriften und Inkunabeln nach der Säkularisation des Klosters 1829 zum großen Teil in die Gymnasialbibliothek überführt worden war.9

Leider notiert Bertram aber nicht, aus welchen alten Einbänden Kölers Noten gewonnen worden waren. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sich unter den Deckeln verwandter oder ähnlicher Bücher – sollten sie sich (noch) in der Gymnasialbibliothek befinden – tatsächlich noch die restlichen, verlorenen Stimmen verbergen könnten. Bis dahin müssen die fehlenden Noten also stumm bleiben – Puncta ignota Bieleveldensis tacent.

II Wiederentdeckung! David Kölers „Psalmen Davids“ und der übersetzte Lutherbrief

Wirklich (wieder-)entdeckt wurde also nur ein Teil der Noten des ersten gedruckten Werkes von David Köler, eines in Zwickau geborenen und ebendort 1565 mit 33 Jahren gestorbenen Musikers. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Köler konnte aufgrund seiner stimmlichen Begabung die Zwickauer Lateinschule besuchen, deren Schulgeld er sich als Kurrendesänger auf Zwickaus Straßen verdient haben dürfte,10 während sich seine Heimatstadt als Teil des Schmalkaldischen Bundes im Krieg mit Kaiser Karl V. und den kaiserlichen Heeren befand. In diesem kriegerischen Kontext nimmt Köler in seiner Vorrede zu den Noten Bezug auf den Passauer Vertrag von 1552, einem wichtigen Kompromiss auf dem Weg zum Augsburger Religionsfrieden drei Jahre später11:

„Also das sich zuerhoffen / das vnser liebes Vaterlandt durch den vertrag der löblichen Landsfürsten / vnsere gnedigen Herren / widerumb zu rhu kommen werde.“12

Nach einem Studium in Ingolstadt verschlug es Köler nach Schönfeld in Böhmen, wo er, vermutlich als Kantor tätig, die Veröffentlichung seiner Psalmen durch den Leipziger Drucker Wolfgang Günther am 1. Juni 1554 veranlasste,13 und sie dankbar dem Zwickauer Stadtrat und seiner alten Ausbildungsstätte widmete,

„damit ich mich gegen der breit berühmten ewer Schulen, in welcher ich erstlich in dieser (nämlich in der holdseligen Musica) und andern Künsten erzogen und trewlich unterrichtet worden bin, als ein dankbar Stadtkind vnd Schüler erzeigen möchte“14.

In der Vorrede zu den Psalmen an den Zwickauer Stadtrat führt der 22jährige Köler auch eine Übersetzung eines Briefes von Martin Luther an den Komponisten Ludwig Senfl (1486 – 1542) an, den Luther am 4. Oktober 1530 auf der Veste Coburg schrieb (s. Abb. 4).

Abb. 4 Übertragung des Luther-Briefes an Senfl durch Köler ins Deutsche (Auszug); unrestaurierter Zustand; Foto: Carsten Gerwin, 10.4.2018

Der zu dieser Zeit noch immer unter päpstlichem Bann und Reichsacht stehende Reformator bat darin seinen Freund, ihm eine – eigene oder fremde – polyphone Ausarbeitung der Antiphon „In pace, in idipsum, dormiam et requiescam“ (Psalm 4, 9: „In Frieden, in ihm selbst, werde ich schlafen und ruhen“) zu übersenden. Als beziehungsvolle Freundschaftsgeste und Mahnung zur Standhaftigkeit schickte Senfl dem mutlosen Reformator eine eigene, vierstimmige Motette über „Non moriar, sed vivam, narrabo opera domini“ (Psalm 118, 17: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Werke des Herrn verkündigen“), eine Melodie, die Luther auch selbst vertonte.15 In Kölers Übersetzung des original lateinisch verfassten Briefes beschreibt Luther selbst in bewegenden Worten die außergewöhnliche Trostkraft der Musik:

„Aber meine Liebe ist gegen dieser edlen Kunst so gros / das mein hertz gantz auffwallet / unnd uberleufft gegen ir / denn sie hat mich so offt und viel erquicket / unnd von vielen grossen unlustigen und schweren verdrieslichen gedancken / und hendeln erledigt / unnd widerumb zu ruh bracht / und guts muts gemachet.“

Diese besondere Bedeutung der Musik findet in der Singpraxis der Anhängerschaft Luthers deutlichen Niederschlag. Luther öffnet die Musik im Gottesdienst für die Gemeinde, deren Gesang nun – wie einst das Musizieren Davids – tönendes Gotteslob sein sollte. Luther schreibt:

„Daher kömpt es auch / das die heiligen Propheten kein andere kunst gebrauchet haben / also das sie wider in der Geometria / Arithmetica / oder Astronomia / ire Propheceien und Theologey gefasset haben / Sondern allein sich der Musica darzu gebrauchet haben / welche Musica sie mit der Theologia gentzlich vereinigt / unn ire predigten / sampt dem willen Gottes in Geseng unnd Psalmen verfasset.“

Dem Propheten David, wie er in den Noten genannt wird, kommt dabei eine Vorreiterrolle zu. Der laut biblischer Überlieferung musizierende Hirte und spätere König Israels, der mittels Gesang und Harfenspiel den trübsinnigen König Saul zu trösten vermocht haben soll, wurde vom Musikpädagogen Karl-Heinrich Ehrenforth nicht nur treffend als „Orpheus der Bibel“ und „Urvater der Musiktherapie“ beschrieben; inden Psalmen Davids lägen vielmehr „die Wurzeln der europäisch-abendländischen Musikkultur überhaupt […]“16.

Dies wird besonders bei Kölers Vertonung des zehnten Psalmes deutlich (s. Abb. 5), der – vergegenwärtigt man sich die Zeitumstände in Sachsen um 1554 – einen besonders symbolträchtigen Text beinhaltet: „Verlast euch nicht auff Fürsten / denn sie sind Menschen / die können ja nicht helffen“17. Mögen solche Personen höheren Standes, Adlige wie Gutsherren, auch guten Willens sein oder sich als Kurfürsten gar von Gott zur weltlichen Herrschaft eingesetzt fühlen – nur Gott selbst kann durch sein Erbarmen dem Menschen nachhaltig zur Seite stehen und dessen Seele retten. Der Bezug zur reformatorischen Lehre wird hier nur allzu deutlich.

Abb. 5 Beginn der Sopranstimme des zehnten Psalmes Lobe dem Herrn, meine Seele; Foto: Benjamin Magofsky, 16.11.2019

Luthers dreifache „sola-Theologie“ eröffnete jedem Menschen einen Zugang zum Seelenheil, indem der Mensch allein durch Gnade, Glauben und die Schrift zu Gott in Beziehung trete, ohne dass es einer Vermittlung durch Priester oder Heilige bedurfte.18 Luthers „sola-Theologie“ bewirkte für das Selbstverständnis der protestantisch gesinnten Zeitgenossen der 1520er- bis 1550er-Jahre, wie eben offenbar auch für Köler, eine fundamentale Neuausrichtung. In diesem Bezug zu Luther spiegelt sich die Biographie Kölers mit der Schulgeschichte und dem -profil des Bielefelder Gymnasiums.

III Restaurierung! Bewahrung vor dem Verfall als zentrale Aufgabe einer Schule mit altsprachlich-humanistischer Tradition

Der Vorläufer des heutigen Ratsgymnasiums Bielefeld war 1293 im Zuge der Stadterweiterung als Lateinschule an der Marienkirche der Neustadt errichtet, 1558 aber mit dem Wechsel der Stadt zum protestantischen Glauben in eine Stadtschule zur höheren Bildung umgewandelt worden. „Jetzt beanspruchte die weltliche Obrigkeit, selbst darüber zu befinden, was gelehrt und durch wen die Jugend unterrichtet werden sollte.“19 Die Bildungsziele solcher neu gegründeten oder umgewandelten protestantischen Schulen lagen in der Ausbildung eines gelehrten Nachwuchses, um später die Ämter in den städtischen Verwaltungen zu übernehmen oder, in Luthers eigenen Worten: „das ist einer Stadt bestes und aller reichest gedein / Heil und Krafft / das sie viel feiner / gelerter / vernünfftiger / erbar / wolerzogen Bürger hat“20

Einer in dieser Tradition stehenden Schule muss es auch heute noch ein zentrales Anliegen sein, solche vor dem Verfall bedrohten Werke zu schützen, zumal wenn sie für das altsprachlich-humanistische Profil der Schule von solch herausragender Bedeutung sind wie die Noten Kölers und der Lutherbrief. Das Ratsgymnasium kann sich daher glücklich schätzen, vom 1986 gegründeten Verein „Die Förderer der Bibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld e.V.“ unterstützt zu werden. Dessen Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, langfristig die „Restaurierung des wertvollen Buchbestandes der Gelehrtenbibliothek des Ratsgymnasiums“21 zu erreichen.

Dadurch kann einmal im Jahr ein wertvolles Exemplar der historischen Schulbibliothek zur Restauration gegeben werden, zuletzt im Schuljahr 2018/19 eine 1505 entstandene Postinkunabel von Augustinus De civitate dei (ein Beitrag dazu folgt hier im Blog). Im vorliegenden konkreten Fall der Noten ist die Finanzierung der Restaurierung einer sehr großzügigen Privatspende zu verdanken, mit der sie 2018/19 restauriert werden konnten (s. Abb. 5 und 6).

Abb. 6 Titelblatt des Tenor-Stimmbuches und „Register über die Psalmen“; restaurierter Zustand; Foto: Benjamin Magofsky, 16.11.2019,

Anmerkungen

Diesen Artikel zitieren: Benjamin Magofsky / Carsten Gerwin, “Rettung vor Vergessenheit und Verfall: Wiederentdeckung und Restaurierung kostbarer Notenbestände aus einer historischen Gymnasialbibliothek am Beispiel von David Kölers „Psalmen Davids“ aus dem Jahr 1554“, in bibliotheca.gym, 20/11/2019, https://histgymbib.hypotheses.org/7715

 

  1. Vgl. zu Geschichte und Bestand der historischen Bibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld Magofsky, B. / C. Gerwin, Ein Anliegen „von der grösten Nothwendigkeit“ – Die Schulbibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld im Spiegel ihrer Schul- und Bestandsgeschichte. In: bibliotheca.gym. 18/12/2018. Online unter: https://histgymbib.hypotheses.org/6605, abgerufen am 6.10.2019.
  2. Auf der Titelseite eines anderen Stimmbuches findet sich die Angabe „Wolff Günther / wonhafftig bey S. Nicolaus.“
  3. zur Einordnung der Noten in ihren historischen Kontext sowie zur Erläuterung ihrer musikalischen Bedeutung unseren weit ausführlicheren Beitrag in den Ravensberger Blättern des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg (vgl. Gerwin, C. / B. Magofsky (2018): Eine Rarität in der Lehrerbibliothek des Ratsgymnasiums – David Kölers „Psalmen Davids“ aus dem Jahr 1554. In: Ravensberger Blätter. Zweites Heft 2018. S. 1-13).
  4. „Epistel Doctoris Martini Lutheri / an Ludovicum Senfel / aus dem Latein verdeutscht“. Vgl. Möller, E. / G. Eismann (2015): Art. „David Köler“. In: Finscher, L. (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG). Allgemeine Enzyklopädie der Musik begründet von Friedrich Blume, Personenteil. Band 10. 2. Auflage Kassel u. a. Sp. 447- 449, Sp. 447. Alle hier angeführten Zitate werden, wenn nicht anders ausgewiesen, nach dem Bielefelder Notenexemplar der Psalmen wiedergegeben.
  5. https://opac.rism.info/metaopac/singleHit.do?methodToCall=showHit&curPos=1&identifier=251_SOLR_SERVER_1879379872, zuletzt abgerufen am 6. Oktober 2019.
  6. Bertram, Th. (1908): Verzeichnis der in der Gymnasialbibliothek zu Bielefeld befindlichen Drucke aus dem XVI. Jahrhundert. Beilage zu dem Schulprogramm des Bielefelder Gymnasiums Ostern. Nr. 126. S. 20.
  7. Eismann, G. (1956): David Köler. Ein protestantischer Komponist des 16. Jahrhunderts. Berlin. S. 104. Eismann gibt als Quelle für seine Hypothese an: „Verzeichnis der in der Gymnasialbibliothek zu Bielefeld befindlichen Drucke aus dem 16. Jahrhundert (Schulprogramm, Beil. Ostern 1908, S. 126.“ Die Angabe „S. 126“ wäre dementsprechend als Nr. 126 in Bertrams Register in der Abteilung „Theologie“ (S. 22) zu lesen.
  8. Bertram 1908: S. I.
  9. Vgl. zur Auflösung des Klosters Köhne, R. / J. Altenberend (2008): Die Bibliothek des Ratsgymnasiums. In: Altenberend, J. / W. Schröder (Hrsg.) (2008): Deo et Literis. Schule mit Geschichte – Schule mit der Zeit. Festschrift zum 450-jährigen Jubiläum des Ratsgymnasiums Bielefeld. Bielefeld. S. 93-106, hier S. 97 f. Ein Teil der wertvollen Inkunabeln gelangte nach Münster in die Paulinische Bibliothek.
  10. Eismann 1958: S. 31.
  11. Der provisorische Ausgleich der Religionsparteien im Passauer Vertrag vom 2. August 1552 kann als Vorläufer des berühmten „cuius regio, eius religio“ im Augsburger Religionsfrieden von 1555 gesehen werden (vgl. Lautemann, W. / M. und Schlenke (Hrsg.) (1976): Geschichte in Quellen. Band. 3: Renaissance, Glaubenskämpfe. Absolutismus.  2. Auflage, München. S. 204-210).
  12. zit. nach Eismann 1958: S. 49.
  13. Vgl. Möller / Eismann 2005: S. 48-49.
  14. zit. nach Möller / Eismann 2015: S. 49. Da im Bielefelder Exemplar die wichtige Vorrede Kölers leider nur fragmentarisch erhalten ist, werden Passagen daraus im Folgenden nach Georg Eismanns Köler-Monographie zitiert, in der die komplette Vorrede wiedergegeben ist.
  15. Geck, M (2017): Luthers Lieder. Leuchttürme der Reformation. 2. Auflage Hildesheim. S. 25. Auf der Veste Coburg sind diese berühmten Worte, die Luther selbst an die Wand seiner Stube geschrieben haben soll, auch heute noch als Wandschmuck in einer Stube und einem Innenhof zu besichtigen.
  16. Vgl. Ehrenforth, K.-H. (2005): Geschichte der musikalischen Bildung. Von den antiken Hochkulturen bis zur Gegenwart, Mainz. S. 99. Man denke etwa an die wesentlich bekannteren „Psalmen Davids“ von Heinrich Schütz aus dem Jahr 1619.
  17. Im MGG-Artikel zu Köler weist Eberhard Möller ausdrücklich darauf hin, dass die „Texte [von Kölers Psalmmotetten] im Zusammenhang mit dem tiefen religiösen Ernst der Zeit und den Machtkämpfen (Schmalkaldischer Krieg) stehen.“ (vgl. Möller, E. MGG 2005: Sp. 448, s. a. Fußnote 4.
  18. Vgl. Schilling, H. (2017): 1517. Weltgeschichte eines Jahres. München. S. 301 f.
  19. Vgl. Vogelsang, R. (2008): Bürgerschule und Gelehrtenanstalt – 450 Jahre Gymnasium in Bielefeld. In: Altenberend / Schröder 2008: S. 11-48, Zitat S. 11.
  20. Martin Luther, An die Rathherrn aller Stedte in Deutschland. An die Bürgermeister und Rathherrn aller Stedte Deutschlandes / Das sie christliche Schulen auffrichten / und halten sollen, in: Der ander Teil aller deutschen Bücher und Schrifften des thewren / seligen Mans Gottes D. Mart. Lutheri, gedruckt zu Jhena / durch Thomas Rebarts seligen nachgelassene Erben. Anno MDLXXXV. S. 458.
  21. Vgl. die Schulhomepage mit der betreffenden Seite des Fördervereins: https://www.ratsgymnasium-bielefeld.de/index.php/freunde/foerderer-der-bibliothek, zuletzt abgerufen am 6.10.2019.

Schulbibliothek in Wuppertal

Das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal  hat eine über 400jährige wechselvolle Geschichte:  1592 bekam eine Schule in Elberfeld eine Lateinklasse. Im Zuge des 17. und 18. Jahrhunderts befördert in eine gymnasiale Anstalt „klassischen” Zuschnitts, wurde diese im 19. Jahrhundert preußisch und bekam eine Realschule angegliedert, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgelagert wurde. Nach der Zusammenlegung von Barmen und Elberfeld zur Stadt Wuppertal 1929 wurden auch die Gymnasien der beiden Orte zusammengelegt zum Barmer Gymnasium zu Elberfeld und 1936 nach einem ehemaligen Schüler benannt, dem Archäologen Wilhelm Dörpfeld.  Im Laufe ihrer langen Geschichte wechselte die Anstalt mehrmals ihre Gebäude, landete 1893 auf dem Johannisberg und verlor das Haus dort im Zweiten Weltkrieg.1

Wilhelm Dörpfeld-Gymnasium, Wuppertal, 2019 (Foto: Quelle + Lizenz)

Das hernach am selben Ort über der Wupper errichtete Schulgebäude wurde in den vergangenen Jahren generalsaniert und hat eine Schülerbibliothek von 4000 Einheiten, davon 3500 Bücher, eine historische Sammlung hat die Schule nicht mehr.2

***

Noch im 19. Jahrhundert hatte das Gymnasium jeweils Bibliotheken für Lehrer und für Schüler. Bestände von etwa zwölftausend Exemplaren wurden – wohl in den 1920er/1930er Jahren3 – abgegeben an die Stadtbibliothek. Ein in der Schule verbliebener Rest historischer Bestände gelangten 2017 als Depositum an die Bibliothek der Bergischen Universität Wuppertal – „rund 60 Bücher aus den Jahren 1495 bis 1903”, so die Universität.4

Das Gymnasium hatte im 19. Jahrhundert mehrfach, unter anderem auch als Beilage zum Schulprogramm, Kataloge der Buchbestände veröffentlicht. Der Opac der Stadtbibliothek Wuppertal zeigt keine Provenienzhinweise. Herkunftsangaben fehlten in den Zettelkatalogen und fehlen deshalb in der Regel in den digitalen Findemitteln der Bibliotheken weiterhin. Eine Veröffentlichung der in der Meldung der Universität 2017 erwähnten „Erstbibliografie“ von Wolfgang Motte, Pfr. a.D., gibt es noch nicht. Sofern die Universitätsbibliothek nicht mehr als ihre zwei angezeigten Exemplare (von 1663 und 1680) von De iure belli ac pacis des Hugo Grotius besitzt, fehlen dort ebenfalls noch die Provenienzhinweise.  Welche Inkunabel(n) 2017 aus der Schule an die Universität ging(en) – die Jahreszahl 1495 wird in der Universitätsmeldung erwähnt -, wäre doch auch interessant.5

***

Finde das Chamäleon! Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium (Foto: Quelle + Lizenz)

Das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium hat ein Vivarium: die Schule hegt und pflegt unter anderem allerlei Schlangen, Lurche, Kröten, Frösche, wandelnde Blätter, Schrecken, Wüstenmäuse und Chamäleons. „NICHTS kann die Begegnung mit dem Lebendigen ersetzen!“ titelte die Schulleiterin auf der Homepage der Schule 2019.6 Nicht alles alte Gedruckte ist totes Holz.

Kataloge

Seitz, Friedrich: Katalog der Lehrerbibliothek des Gymnasiums zu Elberfeld. 2 Bde. Elberfeld 1895-96

Castendyck, Wilhelm: Katalog der Lehrerbibliothek des Städtischen Realgymnasiums zu Elberfeld. Elberfeld 1890 (Digitalisat)

Katalog der Lehrerbücherei des Gymnasiums mit Realgymnasium zu Elberfeld. 2 Bde. Elberfeld 1928

Zu den Katalogen der Schülerbibliotheken siehe Fabian-Handbuch.

Literatur

Happel, Hans-Gerd: Stadtbibliothek (Wuppertal) Dort insbesondere die Abschnitte 1.6, 2.2, 2.29-34; 2.35:Archiv (Stand: Februar 1991). In: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und Europa. Hrsg. von Bernhard Fabian. Digitalisiert von Günter Kükenshöner. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003. (online)

Siehe auch

bei bibliotheca.gym: Liste der ausgelagerten Gymnasialbibliotheken

Beitragsbild

Gymnasium Elberfeld vor 1904 (Quelle); zerstört 1943

Anmerkungen Diesen Artikel zitieren: Felicitas Noeske, "Schulbibliothek in Wuppertal," in bibliotheca.gym, 09/10/2019, https://histgymbib.hypotheses.org/7614.
  1. Die Homepage des Wilhelm- Dörpfeld-Gymnasiums folgt in ihrer Darstellung zur Geschichte der Schule der deutschsprachigen Wikipedia.
  2. Angaben laut Abschnitt Entwicklung im Wikipedia-Artikel über das Gymnasium; zur Bibliothek siehe auch Homepage.
  3. Fabian Handbuch 1.6 nennt kein Datum, aber die Platzierung des Abschnitts lässt auf eine Übernahme kurz vor oder nach der Zusammenlegung mit dem Gymnasium Barmen annehmen, inwieweit auch Barmer Bestände der älteren dortigen Anstalt nach Elberfeld wanderten, ist unklar. Der letzte Katalog stammt von 1928.
  4. Bergische Universität Wuppertal erforscht alte Schulbibliothek des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums. Bergische Universität Wuppertal, Medieninformation am 13. Dezember 2017
  5. Der Katalog der Lehrerbücherei des Gymnasiums mit Realgymnasium zu Elberfeld in 2 Bänden, Elberfeld 1928, kann hier Auskunft geben. Dem Gesamtkatalog der Wiegendrucke wurde die Inkunabel angezeigt: Diomedes, Ars grammatica etc. Venedig, Theodorus de Ragazonibus, 12.VI.1495. 2°;  GW 08404; s.a. im GW unter Beständen von Wuppertal die Anmerkung: „Gy — Wilhelm–Dörpfeld–Gymnasium; in Wuppertal UB: Der Bestand ist in der Datenbank vollständig erfasst. Der Bestand von 1 Ausgabe[n] ist vollständig erfasst: 08404.”
  6. Claudia Schweizer-Motte: NICHTS kann die Begegnung mit dem Lebendigen ersetzen! Das Vivarium am WDG. Homepage der Schule 2019

Bibliothek Ratsgymnasium Bielefeld: Homepage-Auftritt

Die superbe Bibliothek des Ratsgymnasiums in Bielefeld hat nun endlich auch einen Auftritt auf der Homepage der Schule – etwas versteckt noch, aber man findet’s: https://www.ratsgymnasium-bielefeld.de/index.php/wir-vom-rats/chronik/die-alte-bibliothek

Bei bibliotheca.gym:

Benjamin Magofsky, Carsten Gerwin: Ein Anliegen „von der grösten Nothwendigkeit” – Die Schulbibliothek des Ratsgymnasiums Bielefeld im Spiegel ihrer Schul- und Bestandsgeschichte (2018)

(s.a. weitere Suchergebnisse)

Beitragsbild:
Quelle + Lizenz